Die rot-grüne Koalition hatte zu einem Informationsabend ins Foyer der Klosterberghalle eingeladen. Circa 80 Interessierte waren gekommen, um sich über die neue Flüchtlingsunterkunft in der Bahnstraße zu informieren. Cornelia Hofacker (Sprecherin der Grünen) und Jürgen Schonlau (SPD-Vorsitzender) freuten sich, dass der SPD-Bundestagsabgeordnete Lennard Oehl, Andreas Hofmann (SPD/Erster Kreisbeigeordneter im Main-Kinzig-Kreis) und Bürgermeister Timo Greuel (SPD) der Einladung gefolgt waren, um sowohl aus Bundes- als auch aus Verwaltungssicht Informationen zum Stand der Migration und des Zuzugs von Geflüchteten sowie der Unterbringungssituation zu geben.
Auf besonderen Wunsch der Veranstalter hatte sich Jörg Mair (SPD/Ausschussvorsitzender für Soziales, Familie, Senioren und Demographie im Kreistag) bereit erklärt, als Außenstehender die Moderation der Veranstaltung zu übernehmen.
"Oehl und Hofmann erklärten dem Auditorium in knappen Statements die aktuelle Lage sowohl im Bund als auch im Kreis und hatten auch aktuelle Zahlen zur Hand. Oehl konnte weiterhin über Erfolge der Bundesregierung zur Bekämpfung der illegalen Migration berichten. Hofmann gab Auskunft über die Anzahl der derzeitig im MKK untergebrachten Geflüchteten, wobei sich die Zahl nur auf die in kreis- bzw. gemeindeeigenen Unterkünfte bezieht. Danach informierte Greuel über den Stand in Langenselbold. Insgesamt 235 Geflüchtete sind derzeit in 11 Liegenschaften untergebracht. Bis zum Jahresende sollen laut Zuweisungsschlüssel weitere 79 Geflüchtete in Langenselbold aufgenommen werden, in den existierenden Unterkünften ist aber nur noch Platz für 53, sodass hier ein Delta von 26 besteht", heißt es in einer Pressemitteilung von SPD und Grünen.
„Da es äußerst schwierig beziehungsweise unmöglich ist, in Selbold Platz zur Unterbringung für eine größere Anzahl von Geflüchteten gibt, war ich froh, dass der neue Eigentümer der Immobilie Bahnhofstraße 11 a bereits im letzten Jahr auf mich zugekommen war, um der Stadt das Objekt zur Miete für Geflüchtete anzubieten“, erläuterte Greuel. In der Folge seien die Kosten dafür in den Haushalt 2024 eingebracht und auch beschlossen worden. „Es ist mein erklärtes Ziel, Familien und Alleinerziehende mit Kindern in der Bahnstraße unterzubringen. Eine sozialverträgliche Belegung der Unterkunft hat höchste Priorität“, legte Greuel die Pläne der Verwaltung dar. Auf den erneuten Einwurf eines Anwesenden, dass er Angst vor 60 Flüchtlingen habe, entgegnete Greuel: „Zum einen wird die Belegung Zug um Zug erfolgen. Zum anderen hat es in Langenselbold wenigstens seit 2015, keinen ernst zu nehmenden Zwischenfall mit in den städtischen Unterkünften untergebrachten Geflüchteten gegeben, in den Nachbarn oder Passanten verwickelt gewesen wären. Einzig in den Unterkünften selbst kommt es von Zeit zu Zeit zu Auseinandersetzungen im direkten familiären Umfeld beziehungsweise innerhalb der Gemeinschaft.“
Nachdem gegen 21:10 Uhr keine weiteren Fragen mehr aus dem Publikum kamen, wurde die Veranstaltung beendet. Einzelne Besucher nutzten die Gelegenheit, abschließend noch einige Worte mit den anwesenden Politikern zu wechseln.



Gastgeber, Redner und Moderator (von links): Bürgermeister Timo Greuel, SPD-Bundestagsabgeordneter Lennard Oehl, Cornelia Hofacker (Grüne), Jürgen Schonlau (SPD), Jörg Mair (SPD) und Ester Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann (SPD).
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