Ein abwechslungsreicher Abend voller Klang und Wort erwartete das Publikum im gut besuchten Stucksaal des Schlosses Langenselbold.
Unter dem Titel „Flöte an Tasten und Lyrik – Musik und Poesie“ präsentierten die Flötistin Britta Roscher und die Pianistin Karin Heidrich ein Programm, das Musik aus zwei Jahrhunderten mit literarischen Texten verband. Schon zu Beginn wurde deutlich, wie reizvoll diese Kombination ist. Die Sonatine von Claude Arrieu eröffnete das Konzert mit lebendiger Eleganz, bevor Gedichte von Mascha Kaléko und Christian Morgenstern den musikalischen Beiträgen eine poetische Perspektive hinzufügten. Auch die „Romance“ und die temperamentvolle „Bohémienne“ von Pauline Viardot zeigten eindrucksvoll, wie ausdrucksstark die selten gespielten Werke von Komponistinnen sein können – ein Schwerpunkt, der dem Duo besonders am Herzen liegt.
Für einen Tango für Flöte solo von Astor Piazzolla wechselte Britta Roscher überraschend zur Bass-Querflöte – ein selten zu hörendes Instrument, das einen klanglich intensiven Akzent setzte. Danach entfalteten Werke von Lili Boulanger und Camille Saint-Saëns ihre lyrische Atmosphäre, bevor das Publikum in die Pause ging. Der zweite Teil des Abends führte unter anderem zu Beethovens Variationen über „Schöne Minka“, die mit spielerischer Leichtigkeit und feinem Zusammenspiel von Flöte und Klavier erklangen. Auch hier ergänzten literarische Texte – etwa von Heinrich Heine, Hermann Hesse oder Forugh Farrochsad – die Musik auf stimmungsvolle Weise.
Weitere wenig bekannte Kompositionen, etwa von Mel Bonis und Fanny Hensel, unterstrichen die große stilistische Bandbreite des Programms. Den krönenden Abschluss bildete schließlich die Sonate von Francis Poulenc, deren schwungvolles Finale vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus bedacht wurde. Die Künstlerinnen bedankten sich dafür mit „Pan“ von Johannes Donjon als Zugabe.
Der Konzertabend, veranstaltet vom Kulturmanagement der Stadt Langenselbold, zeigte eindrucksvoll, wie bereichernd das Zusammenspiel von Musik und Literatur sein kann – und wie lebendig Kammermusik auch heute noch wirkt.

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