Die Häuser unterscheiden sich in der Größe oftmals kaum von Häusern, die im Neubaugebiet oder generell im Stadtgebiet entstanden sind. "Zudem werden die Häuser am Kinzigsee genauso wie andere Häuser in der Stadt in der Regel ganzjährig bewohnt, so dass es keinen Grund gibt, diese Häuser steuerlich zu begünstigen. Die Bewohner der Häuser am Kinzigsee sind Bürger der Stadt Langenselbold und sie sollten genauso behandelt werden wie alle anderen Bürger mit Hauseigentum. Etwas anderes wäre ungerecht. Diese Ungerechtigkeit wurde über lange Jahre vom Bürgermeister geduldet. Im Laufe der letzten Jahre ist auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes Kinzigsee, der nun offiziell als Freizeitgelände baurechtlich einzustufen ist, ein kleiner Stadtteil von Langenselbold entstanden. Und die Bautätigkeit wird auch die nächsten Jahre nicht abnehmen. Immer mehr Bürger leben dort und mussten keine Grundsteuer leisten", so die SPD Langenselbold in einer Pressemitteilung.
Erst kritische Nachfragen der SPD hätten dies aufgedeckt. „Es ist gut, dass diese Ungerechtigkeit nun allmählich beseitigt wird. Es hat ja lange genug gedauert“, konstatiert Bernd Kaltschnee, Vorsitzender des SPD Ortsvereins. Damals sei die SPD wüst beschimpft worden und der Campingplatzbetreiber habe sogar mit Klage gedroht. "Von dieser Klage hört und sieht man allerdings nichts. Denn in der Sache hatte die SPD Recht. Das bestätigen nun die ersten Steuerbescheide des Finanzamtes. Dabei waren die Höhe der damit verbundenen Steuereinnahmen für die SPD Langenselbold stets nur zweitrangig. Jetzt ist zu hören, dass für 76 Parzellen die Steuerbeträge schon feststehen und sich auf 4.860,60 Euro summieren. Hochgerechnet auf alle 180 Pächter ergibt sich ein Betrag von mindestens 11.500 Euro", so die SPD weiter.
Der Betrag von 11.500 Euro sei für eine Stadt wie Langenselbold, die sich unter dem Rettungsschirm befinde und jeden Euro zweimal umdrehen müsse, viel Geld. Durch den Zuzug von Menschen auf das Freizeitgelände Kinzigsee werde dieser Betrag in den kommenden Jahren noch steigen. „Ich erinnere daran, dass wir seinerzeit im Haupt- und Finanzausschuss bei der Erstellung der Konsolidierungsliste für den Rettungsschirm Einzelposten zusammengekratzt haben, die weit geringe Beträge aufwiesen", sagt Dr. Martin Gasche von der SPD, „wer jetzt die Summe von 4.860 Euro lächerlich findet, ignoriert die prekäre finanzielle Situation der Stadt in den letzten Jahren.“ Mit diesem Geld könnten sinnvolle Projekte finanziert werden, wie beispielsweise die längst überfällige Installierung einer Lautsprecheranlage für die Schwimmaufsicht am Strandbad Kinzigsee. Hier müsse der Schwimmmeister im Notfall immer noch mit einem kleinen Megafon Badegäste vor möglichen Gefahren wie aufziehendes Gewitter warnen. „Unsere Intervention hat die Steuergerechtigkeit verbessert und nebenbei noch etwas Geld in die Kasse gespült“, resümiert Bernd Kaltschnee.
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