"In jedem Wahlkampf ist es das Gleiche: Wenige Wochen vor der Stimmabgabe rüsten die Parteien für die große Plakatschlacht auf", schreibt die Langenselbolder FDP in einer Pressemitteilung.
Von den meisten Bürgern würden die Poster als notwendiges Übel angesehen. Die Freien Demokraten werden zur kommenden Stadtverordnetenversammlung erneut den Antrag stellen, den sie bereits vor vier Jahren eingebrachten: Wenn es nach der Langenselbolder FDP geht, sollten bei den künftigen Wahlen nur noch vorgegebene Plätze auf Großflächenwände durch die Parteien genutzt werden. „In anderen Kommunen wird dies bereits mit großen Erfolg praktiziert, ich sehe keinen Grund, warum in Langenselbold dies nicht gehen soll“, so der Parteivorsitzende Christof Sack.
Bei künftigen Wahlen sollen zentrale Stellwände die Plakatflut eindämmen. Das schlägt die FDP vor und will die Verwaltung bitten, Möglichkeiten dafür zu prüfen. Aus Sicht der Liberalen hat die Wahlwerbung im Stadtbild durch das massenweise Plakatieren überhandgenommen. Sie halten die vielen Plakate auch für unnütz, weil sich kein Wähler deshalb entscheide. Dass die FDP ebenfalls welche aufhängt, sieht sie ohne andere Regelung als notwendiges Übel. "Ich hoffe auf ein anderes Abstimmungsergebnis als beim letzten Mal", so der Stadtverordnete der Freien Demokraten Rainer Lamprecht. „Die Vorteile liegen auf der Hand, das Stadtbild wird durch den Schilderwald nicht beeinträchtigt, keine Diskussion um zu frühes oder falsches hängen der Plakate, hunderte von Kunststoffplakaten werden unnötig (schont die Umwelt) und schlussendlich sparen die Parteien stress, streit und Geld“" so Lamprecht.
Die Freien Demokraten sind sich sicher, dass das Groh der politischen Mitbewerber ebenfalls Wahlplakate als notwendiges Übel ansehen. Die Parteien "müssten" plakatieren, um für sich und ihre Kandidaten zu werben. Da speziell reglementiert sei, wo Wahlwerbung angebracht werden dürfe, gehe es unter den Parteien frei nach dem Motto zu, „Wer zuerst kommt, malt beziehungsweise klebt zuerst“. Wer früh beginne, sichere sich die besten Plätze. Die Kommunalwahl zeige es schon wieder, seit kurzen dürften die Parteien für die Wahl am 6. März werben. Um nicht zu spät zu sein und den vermeidlich besten Platz zu sichern, würden die Einen bereits Stunden vor dem offiziellen Startschuss anfangen, die Anderen um Mitternacht bis 4 Uhr in der früh unterwegs sein.
"Wir sind uns sicher, die Menge der Plakate nervt viele Menschen und die Plakate der Vereine, die auf ein Fest oder Feier aufmerksam machen wollen, gehen total unter, wenn überhaupt noch eine Lücke für das Vereinsplakat gefunden wird. Die Idee der Freien Demokraten ist sicherlich nicht neu, andernorts werden zu Wahlen in der Innenstadt Plakatflächen zur Verfügung gestellt auf der jede Partei seinen Platz hat. Der Wähler der sich an einer solchen Plakatwand informieren möchte, kann alle Parteien direkt vergleichen und sich eine Meinung bilden. Wir wollen kein Wettrüsten mehr zur Plakatschlacht und hoffen die anderen Parteien im Parlament gehen diesmal diesen Weg auch mit. Es funktioniert natürlich nur auf freiwilliger Basis, da eine gesetzliche Beschränkung der Parteien nicht zulässig ist“, gibt Sack zu. „Aber wenn wir uns untereinander darüber einig sind und die auf gegenseitigen Vertrauen basierende Regelung auch einhalten, bin ich mir sicher ist das eine gute Sache“.
„Wahlforscher haben immerhin herausgefunden, dass die Bürger das Plakat schon nach kurzer Zeit nicht mehr wahrnehmen. Vielmehr schreckt sie eine Plakatflut ab“, so die FDP Langenselbold.
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