Zahlreiche Fragen, unter anderem nach dem Hochwasserschutz im Kinzigtal, nach der medizinischen Versorgung in den Main-Kinzig-Klinken und nach der vor einigen Jahren diskutierten neuen Rastanlage an der A 66 bei Gelnhausen stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Diskussionsnachmittags mit Thorsten Stolz, zu dem die Arbeitsgemeinschaft „60 plus“ in der SPD Linsengericht jetzt nach Geislitz eingeladen hatte.
Neben dem Landratskandidaten konnte Vorsitzender Jürgen Brandes dazu auch Bürgermeister Albert Ungermann, Ersten Beigeordneten Helmut Bluhm, Michael Bollmann, den Vorsitzenden der Gemeindevertretung, und die örtliche Kreistagsabgeordnete Erika Becker begrüßen.
„Wir sind mittendrin im Landratswahlkampf und müssen um jede Stimme kämpfen, denn die Wahl ist alles andere als ein Selbstläufer und noch lange nicht gewonnen. Auch wenn die Ausgangslage gut ist und wir eine wirkliche Chance haben, müssen wir uns anstrengen“, schwor Thorsten Stolz die Anwesenden auf die nächsten Wochen bis zum Urnengang am 5. März und die mögliche Stichwahl am 19. März ein. Der Landratskandidat skizzierte die positive Entwicklung des Main-Kinzig-Kreises, der heute mit der Rekordzahl 128.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, mit einer unterdurchschnittlichen Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent und mit einem Bruttoinlandsprodukt von 12,4 Milliarden Euro zu den wirtschaftsstärksten Landkreisen Hessens zählt. „Bei der Landratswahl geht es nicht um Wiesbaden, Berlin oder gar Brüssel. Es geht einzig und alleine darum, dass unser Main-Kinzig-Kreis auch in Zukunft vorne bleibt“, betonte er.
Damit Hessens einwohnerstärkster Landkreis ein lebens- und liebenswerter Wohnstandort mit einer starken Wirtschaft bleibt, will sich Thorsten Stolz unter anderem vehement für den zügigen Beginn wichtiger Verkehrsinfrastrukturprojekte wie den Ausbau der A 3 zwischen Offenbacher Kreuz und Hanau, den viergleisigen Ausbau der Bahn von Hanau bis nach Gelnhausen, die dringend benötigte Nordmainische S-Bahn und eine Kapazitätserweiterung der Niddertalbahn einsetzen. Im Westkreis soll bezahlbarer Wohnraum für kleinere und mittlere Einkommen entstehen, für den ländlich geprägten Ostkreis ein „Förderprogramm Ländlicher Raum“ aufgelegt werden, um Anreize zu schaffen, leerstehende innerörtliche Immobilien zu erwerben und zu reaktivieren, skizzierte er weitere Punkte seines umfangreichen Arbeitsprogramms für den Landkreis.
Auf die Frage nach der Zukunft der medizinischen Versorgung in der Region antwortete der Landratskandidat, dass der Main-Kinzig-Kreis seine Kliniken derzeit fit für die nächsten Jahre mache und im Rahmen des Strategieprogramms „Gesunde Kliniken 2020“ rund 58 Millionen Euro in den Ausbau der beiden Standorte Gelnhausen und Schlüchtern investiert. Als Reaktion auf den demographischen Wandel, der auch im Main-Kinzig-Kreis einen überproportionalen Anstieg der Zahl älterer Menschen mit sich bringt, werde er sich zudem für den Ausbau der kreiseigenen Alten- und Pflegezentren einsetzen, die bislang an elf Standorte zwischen Maintal und dem Altkreis Schlüchtern Einrichtungen betreiben. In diesem Zusammenhang bekräftigte Thorsten Stolz sein Bekenntnis zur kommunalen Trägerschaft aller kreiseigenen Gesellschaften, zu denen die Krankenhäuser und die Alten- und Pflegezentren zählen: „Als Landrat werde ich alles dafür tun, dass sie in unserer Hand bleiben, denn nur so können wir die Entwicklung nach unseren Vorstellungen steuern“.
Zur weiteren Verbesserung des Hochwasserschutzes im gesamten Landkreis sieht Thorsten Stolz die zwei geplanten Regenrückhaltebecken an der Salz in Bad Soden-Salmünster und an der Bracht in Wächtersbach-Weilers als unverzichtbar an, betonte er auf Nachfrage. Deshalb fordert er die zügige Genehmigung durch das Regierungspräsidium (RP). „Der Bau dieser Regenrückhaltebecken ist im Hinblick auf den Hochwasserschutz ein wichtiges Projekt für den gesamten Main-Kinzig-Kreis, insbesondere für die immer wieder vom Hochwasser betroffenen Städte und Gemeinden“, sagte er und lobte das Engagement von Landrat Erich Pipa, der die Planungen in den vergangenen Monaten initiiert und vorangetrieben hat. Hier wolle er im Falle seiner Wahl umgehend anknüpfen und sich für den Bau der Rückhaltebecken stark machen. Gerade als Bürgermeister einer Stadt wie Gelnhausen, die direkt an der Kinzig liegt, wisse er um die Bedeutung des überörtlichen Hochwasserschutzes. „Der Bau der beiden neuen Regenrückhaltebecken in Bad Soden-Salmünster und Wächtersbach wird positive Auswirkungen auf die gesamte Hochwassergefahrenlage im Kinzigtal bis einschließlich Hanau haben“, erläuterte Thorsten Stolz. So könnte der Wasserpegel alleine in der Kurstadt um bis zu 1,16 Meter gesenkt werden. Weiter flussabwärts in Gelnhausen wären die Pegel um bis zu zehn Zentimeter niedriger, in Hanau könnten sie noch um bis zu 5 Zentimeter sinken.
Die abschließende Frage nach dem Sachstand des Neubaus einer Park- und WC Anlage in den Kinzigauen entlang der A66 im Bereich Linsengericht und Gelnhausen, die beide Kommunen ablehnen, beantwortete der Landratskandidat auf den Punkt: „Das Hessische Verkehrsministerium hat die Planungen nach unseren Protesten in 2012 nicht mehr weiter verfolgt, weil der Bau dieser neuen Anlage nicht zwingend erforderlich ist. Daran hat sich nichts geändert“.
Foto: Thorsten Stolz stellt sich den Fragen der Arbeitsgemeinschaft „60 plus“ in Linsengericht und schwört seine Zuhörer auf die nächsten Wochen bis zur Landratswahl am 5. März ein.
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