Bürgermeister und Ortslandwirte im Gespräch

Linsengericht
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Die zunehmende Kritik am Agieren der Landwirte war eines der Themen eines Treffens zwischen Bürgermeister Albert Ungermann (SPD), dem 1. Beigeordneten Helmut Bluhm und den Ortslandwirten, zu der die Ortslandwirte Rudi Trageser und Sabine Schmidt eingeladen hatten.

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Kritik, die aus der Bevölkerung in das Rathaus bzw. an die Landwirte direkt herangetragen wird, bezieht sich in erster Linie auf die moderne Landwirtschaft und deren Folgen aus Sicht der Freizeitnutzer bzw. aus dem öffentlichen Meinungsbild. „Wir leben in einer modernen Industriegesellschaft und genau so muss man auch die Landbewirtschaftung sehen. Immer weniger Landwirte bewirtschaften mehr Fläche. Das erfordert schlagkräftige Bedingungen, sonst ist das nicht mehr zu stemmen“, so Sabine Schmidt. Deutschland ist ein reiches Land, die Supermärkte sind immer voll. Dass die Lebensmittel bzw. die dazu nötigen Rohstoffe irgendwo erzeugt werden müssen, dieser Zusammenhang wird oftmals vergessen. Optimierung, wie sie in der Industrie an der Tagesordnung ist, wollen viele Menschen für die Landbewirtschaftung nicht gelten lassen. Fakt ist aber, da führt kein Weg zurück und das fängt schon bei den geringeren Einkommensmöglichkeiten in der Landwirtschaft an, so Rudi Trageser.

Allen Teilnehmern der Gesprächsrunde ist klar, dass Feld und Flur allen Bewohnern in Linsengericht zum Nutzen zur Verfügung stehen soll. Dies gilt genauso für wildlebende Tiere und Insekten. Um hier weiteren Lebensraum zu schaffen, braucht es mehr Zeit und ein genaueres Hinschauen. „Es ist nicht damit getan, Feldwege einfach nicht mehr zu mähen“, so Kreislandwirt Mark Trageser. „Es gibt heute schon viele Flächen, die die Landwirte als Blühflächen angelegt haben. Ebenso wie Wildäcker und Brachen in der offenen Feldflur, die als Freiräume genutzt werden können“, so Frank Scholz, Lohnunternehmer in Linsengericht. Weitere Parzellen können noch dazu kommen.

Albert Ungermann und Helmut Bluhm berichteten von dem Bestreben der Gemeinde, an geeigneten Flächen Blühstreifen und Insektenschutz zu betreiben. Auch die Bevölkerung sei aufgerufen, ihren Anteil dazu beizutragen. Eine Zufriedenheit aller Bürgerinnen und Bürger ist oft nicht möglich, weil die Standpunkte unterschiedlich sind. Beim Spaziergang mit kleinen Kindern ist der Wunsch nach gemähtem Gras auf dem Feldweg wichtig (keine Zecken), auf der anderen Seite sollten Blumen den Weg zieren. Es ist oftmals nicht einfach, die richtige Mischung zu finden, so Bürgermeister Ungermann. Mähen oder nicht, was passt wohin und auch eine Blühfläche wird mal alt und sieht nicht mehr schön aus. Den Insekten nutzt sie aber dennoch.

Zum Abschluss des Abends verständigten sich alle Teilnehmer über ein weiteres Treffen im Herbst/Winter. Weitere Möglichkeiten sollen ausgelotet werden, um allen Linsengerichtern das Leben in unserer schönen Gemeinde noch lebenswerter zu machen.

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