Förster berichtet über den Zustand des Gerichtswaldes

Linsengericht
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Bürgermeister Albert Ungermann (SPD) und Revierförster Ralf Deckenbach trafen sich, um die aktuelle Situation und die weitere Vorgehensweise bezüglich der Forstwirtschaft zu besprechen.

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Insbesondere das Jahr 2018 mit Stürmen, extremer Trockenheit und Hitze hat dem Wald Land auf Land ab stark zugesetzt und auch den Gerichtswald in Linsengericht nicht verschont. Im vergangenen Jahr mussten 700 Festmeter (fm) Windwurf- und 1800 fm Käferholz (insbesondere Fichten) im Gerichtswald eingeschlagen werden. Die extreme Trockenheit bereitete dem gesamten Ökosystem Wald besondere Schwierigkeiten. So war klar, dass die Fichten diesen Wassermangel auch im Jahr 2019 nicht kompensieren werden können. Aber auch die übrigen Baumarten, insbesondere die Buche, schatten- und feuchtigkeitsliebend, sind erheblich betroffen.

Zudem brachten die Frühjahresstürme 2019 weitere 1000 fm Fichtenholz zu Boden, welches wegen der drohenden Käferkalamität (Schäden) dringend aufgearbeitet werden musste. Belief sich der Gesamteinschlag 2018 noch auf 8200 fm, werden seit Februar dieses Jahres nur noch Zwangsanfälle genutzt. Die Holzpreise sind aufgrund des riesigen Angebotes auf ein Drittel des ursprünglichen Preises gefallen. Derzeit liegt der Fichtenerlös bei 25 – 35 €/fm. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass sich das Revier Linsengericht in der glücklichen Lage befindet, mit eigenen Mitarbeitern und einem Stammunternehmer wirkungsvoll gegen die Klimabeeinträchtigungen vorzugehen. Nach der Aufarbeitung von 1000 fm Windwurf wird zurzeit Käferholz zeitnah eingeschlagen und gegen die Weiterentwicklung der Borkenkäfer behandelt. In Revieren, in denen das nicht möglich ist, sterben die Fichtenbestände hektarweise ab, was einen immensen ökologischen und wirtschaftlichen Schaden bedeutet.

Die Buchenvitalschwächekrankheit lässt Pilze in die geschädigten Buchen eindringen und bringt diese zum Absterben. An Straßen und Plätzen müssen diese Buchen dringend aus Verkehrssicherungsgründen eingeschlagen werden, da sie in kürzester Zeit zusammenbrechen. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit, in der die Schäden auftreten, überrascht selbst die betroffenen Forstleute. Bereits vor vielen Jahren wurde im Gerichtswald im Rahmen der naturgemäßen Waldwirtschaft begonnen, den Wald auf klimastabile Mischwälder umzubauen. Hierzu werden verstärkt Eichen, Weißtannen und Douglasien in bestehende Bestände eingebracht.

Wie Ralf Deckenbach erläutert, gilt es die Schäden - verursacht durch Trockenheit und Hitze - einzudämmen, borkenkäferbefallene Fichten einzuschlagen, absterbende Buchen zu sichern und den Wald vor weiteren Beeinträchtigungen des Klimas durch geeignete waldbauliche Maßnahmen zu schützen. Albert Ungermann und der Förster sind bestrebt, den Zustand unseres Waldes im bestmöglichen Zustand zu erhalten.

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