Bei der jüngsten Monatsversammlung des Heimat- und Geschichtsvereins Linsengericht in der Zehntscheune in Altenhaßlau referierte Prof. Dr. Matthias Rohde über die Entdeckungsreisen der spanischen und portugiesischen Seefahrer im 15. und 16. Jahrhundert.
Vor rund 500 Jahren entdeckte Ferdinand Magellan auf seiner Fahrt nach Westen einen Durchgang vom Atlantik zum Pazifik: die nach ihm benannte Magellanstraße. Ziel war aber wie auch bei Columbus die sagenhaften Gewürzinseln über die Westroute zu finden. Seine Fahrt dauerte nicht wie geplant ein Jahr, sondern es wurden fast 3 Jahre. 265 Seeleute beginnen die Reise und nur 18 werden zurückkommen.
Über die Anfänge von Ferdinand Magellans Leben ist bis heute wenig bekannt. Er entstammte einer portugiesischen Adelsfamilie allerdings in einem niedrigen Adelsstand. Erste Bekanntheit erhielt ab 1504 der junge Magellan als Seemann im Dienste Portugals. Er hat sich in den Kriegen in Afrika, Indien und auch im heutigen Malaysia große Verdienste erworben. Bei der Rückkehr wurden seine Verdienste aber kaum anerkannt, nein er wurde in den Kriegen in Marokko eingesetzt und schwer verletzt. Die kleine Entschädigung hat er hingenommen, aber zielgerecht Suche nach der Passage nach Indien über Amerika geplant. Der portugiesische König hat ihn aber nicht erhört, man redet von fehlender Sympathie.
Nachdem Kolumbus im Jahre 1492 Amerika entdeckt hatte, kam es zwischen den Königen von Kastilien (Spanien) und Portugal zu einem Streit über die Aufteilung der Welt. Um einen Krieg zu vermeiden, wurde im Jahre 1494 ein Vertrag (Vertrag von Tordesillas) abgeschlossen. Dieser Vertrag hatte folgenden Inhalt:
Durch den Atlantik wurde eine imaginäre Linie von Nord nach Süd gezogen.
Die Linie verlief 2.300 Kilometer westlich der Kapverden und durch das Amazonasgebiet im heutigen Brasilien.
Der Teil der Erde, der westlich von dieser Linie lag, sollte Spanien gehören. Der Teil der Erde, der östlich der Linie lag, sollte Portugal gehören.
Der Verlauf der Linie auf der anderen Seite der Welt war zunächst ungeklärt, also wo endet der portugiesische Einfluss und wo beginnt der spanische Einfluss
Rohde berichtet weiter von vielen weiteren Stationen, die alle jeweils auch einen spannenden Abenteuerfilm begründen könnten, so zum Beispiel
Sein Weg über das Studium der Berichte der Reisen in Portugal mit Ausreise nach Spanien, wie er es als Ausländer geschafft hat, 5 Schiffe finanziert zu bekommen und wie die Portugiesen dies mit aller Macht verhindern wollen
Reise nach Südamerika mit Rio de Janeiro und Rio de la Plata, dann St. Juan mit der Meuterei von Teilen seiner Schiffe, mit dem Tod von drei seiner Kapitäne endet.
Entdeckung der Durchfahrt mit dem Desertieren der des größten sein er Schiffe mit vielen wichtigen Nahrungsmitteln
Eine unglaublich lange Reise mit vielen verhungerten Seelauten endete mit der Ankunft auf den Philippinen. Details beschreibt Herr Rohde, die die Forscher wie Stefan Zweig super herausgearbeitet haben. Magellans lässt sich zu einer Schlacht überreden und vergisst als erprobter Soldat, dass man sich beim Angriff ordentlich vorbereiten muss. Er stirbt und damit sein Nimbus als göttlicher Gesandter. Auch sterben anschließend seine eingesetzten Kapitäne und der Rest der Mannschaft flieht.
Einer der früheren Meuterer Elcano als einziger Überlebender mit Navigationskenntnissen beginnt die lange Suche mit der Suche nach den Gewürzinseln und findet sie schließlich. Er kann mit dem Tausch von Spiegeln und Glöckchen seine Gewürze eintauschen.
Es bleibt nur noch ein Schiff übrig, alle anderen sind verloren. Es beginnt eine gefährliche Reise nach Spanien, weil alle Portugiesen Jagd auf das Schiff machen. Mit dem Aufenthalt auf den kanarischen Inseln und abermals Verlust vieler Kameraden endet die Rückkehr von nur 18 Seeleuten.
Die Rückkehr endet triumphal, aber kurz danach auch wieder mit Intrigen. So verschwinden zum Beispiel Dokumente. Es bleibt für uns heute unverständlich, dass der Kapitän des desertierten Schiffes sogar geadelt wurde. Elcano aber ist geschichtlich der erste Weltumsegler und wurde mit eigenem Wappen vom spanischen König geadelt.
Zum Schluss erinnert Prof. Rohde noch an die Ureinwohner Amirikas, als er sagt: „Das größte Unglück der Ureinwohner waren die Europäer. Sie brachten Krankheit, Habsucht und Sklaverei mit. Viele der südamerikanischen Stämme sind heute ausgestorben. Die Sklaverei wurde erst im 19. Jahrhundert abgeschafft.“