Horst Günther informiert über Geschichte der Erwachsenenbildung und VHS

Von links: Horst Günther, Heinz Breitenbach und Dirk Niedoba.

Linsengericht

Bei der Monatsversammlung des Heimat- und Geschichtsvereins Linsengericht im Dorfmuseum in Altenhaßlau referierte der ehemalige Geschäftsführer der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH und Leiter der Volkshochschule Main-Kinzig, Horst Günther, über die Geschichte der Erwachsenenbildung und der Volkshochschulen in der Region Main-Kinzig.

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Im gut besuchten Vortrag ging Günther zunächst auf die Anfänge der Volkshochschulen ein. Auf Nikolaj Frederik Severin Grundtvig (1783-1872) ein evangelischer Theologe und Pfarrer, Historiker, Schriftsteller, Dichter, Komponist von 400 Kirchenliedern und Mitglied des dänischen Parlaments, geht das Konzept der Volkshochschulen (Folkehojskolen) in Dänemark zurück. Hier wird Bildung vermittelt in der es nicht um Abschlüsse und Noten, sondern um die Selbstfindung des Menschen geht. Die Volkshochschulentwicklung in Deutschland erhielt viele Denkanstöße von Grundtvig.

In unserer Region entwickelten sich erste Ansätze für eine Erwachsenenbildung in der Zeit von 1870 – 1914 durch Anzeigen im Kreisanzeiger, die auf Kurse für Damenkleider, Fremdsprachen, Stenographie, weibliche Handarbeiten und Kochen hingewiesen haben. Indem die Volkshochschulen nach dem 1. Weltkrieg in der Verfassung des Deutschen Reiches von 1919 als beispielhafte Einrichtungen ausdrücklich erwähnt werden, und eine Förderung durch die Öffentliche Hand gesetzlich verankert wird, hat man der Volksbildung erstmals in der deutschen Geschichte einen Verfassungsrang zugebilligt. Die Weimarer Verfassung wird deshalb bis heute als „Geburtsurkunde“ der Volkshochschulen angesehen.

Nach 1919 ist ein wahrer Boom von Volkshochschulgründungen im Deutschen Reich zu beobachten. Die Trägerschaft wird zumeist von bereits bestehenden oder sich neugründenden Volksbildungsvereinen, wie z. B. dem Frankfurter Bund für Volksbildung übernommen. Während des Nationalsozialismus wurde die allen zugängliche überparteiliche, unpolitische Volkshochschule durch Gleichschaltung in eine ideologisch gefestigte Parteieinrichtung für Volksgenossen umgewandelt.

Die Entwicklung der Volkshochschulen im Landkreis Gelnhausen nahm nach Ende des 2. Weltkrieges sehr schnell Fahrt auf. Landrat Heinrich Kreß (1946-1968) hat dafür geworben auch im ländlichen Raum für die Volkshochschulbewegung flächendeckend in allen Gemeinden eine Plattform anzubieten. Beachtenswert die Doppelstrukturen, die sich damals gebildet haben. Zum einen das Volksbildungswerk des Kreises Gelnhausen und daneben der Bund für Volksbildung in Gelnhausen. Darüber wunderte sich nicht nur der Hessische Landesverband für Erwachsenenbildung. Zum Ende seines Vortrages ging Horst Günther auf die Veränderungen der organisatorischen Strukturen der Volkshochschulen im Main-Kinzig-Kreis ein.

In den Jahren 1992-2000 erfolgt die Zentralisierung der Kreisvolkshochschule. 1992 werden die Hauptstellen Hanau und Gelnhausen im neuen Behördenhaus zusammengefasst. Die Räumlichkeiten in Hanau und in der Philipp-Reis-Straße in Gelnhausen werden aufgegeben. Nur in Schlüchtern bleibt eine räumliche Außenstelle der Kreisvolkshochschule erhalten.

Die Inhaltliche Ausrichtung der Erwachsenenbildung nach dem 2. Weltkrieg war zunächst auf die Wiedererweckung des Geistigen, der Belebung des kulturellen Lebens, der Bewusstseinsbildung und Persönlichkeitsentwicklung, die Demokratiesierungsanstrengungen und Wiederentdeckung der schönen Künste und geisteswissenschaftlichen Traditionen konzentriert.

Ergänzt wurde der Vortrag von Horst Günther durch den neuen Geschäftsführer der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH und Leiter der Volkshochschule Gelnhausen Dirk Niedoba, der in einem Grußwort darauf hingewiesen hat, dass er die Zusammenarbeit mit Heimat- und Geschichtsvereinen als einen wichtigen Baustein der Bildungsarbeit sieht.

Zum Schluss der Monatsversammlung bedankte sich der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Linsengericht Heinz Breitenbach bei den Referenten Horst Günther und Dirk Niedoba für die Präsentation der Geschichte der Volkshochschulen in unserer Region und überreichte als kleines Dankeschön jeweils einen Bocksbeutel und ein Exemplar der Linsengerichter Geschichtsblätter. 

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Von links: Horst Günther, Heinz Breitenbach und Dirk Niedoba.


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