„Via Regia - unterwegs mit Pilgern, Königen und Vagabunden, Reisen auf des Reiches Straßen“

Linsengericht

Bei der gut besuchten Monatsversammlung des Heimat- und Geschichtsvereins Linsengericht im Dorfmuseum in Altenhaßlau berichtete Gudrun Kauck über die Via Regia.

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Diese Straße, die auch als königlicher Weg oder Königsweg bezeichnet wird führt vom spanischen Santiago di Compostela bis ins ukrainische Kiew – 4.500 km auf denen nicht nur Pilger wanderten. Auf ihr reisten auch Kaiser, Könige, Adelige, Dichter, Reformatoren, Kaufleute, Handwerker, Bauern, Soldaten, Juden, Räuber und Bettler. Wer auf der Via Regia reiste, stand unter königlichem Schutz.

Frau Kauck beschränkte sich in ihren fachlichen Ausführungen auf das Teilstück Hanau – Fulda. Die alte Reise- und Handelsstraße von West nach Ost hatte verschiedene Namen: Frankfurt-Leipziger-Straße, Straße des Königs, Freie Straße, Kinzigtalstraße, alte Heerstraße oder auch des Reiches Straße. Die einfachen Leute nannten sie „die Straß“ und später auch „die Chaussee“. Stolz nannten sich verschiedene Orte auch nach ihr: Steinau an der Straße und auch Schlüchtern. Der Name „Via Regia“ war hier früher nicht bekannt.

Die Straße brachte Wohlstand, da die Reisenden in Herbergen versorgt werden mussten, die Pferde gewechselt wurden, Vorspanndienste erforderlich waren oder Wagenräder repariert werden mussten. Aber sie brachte auch unendliches Leid während der Napoleonischen Kriege und viele Krankheiten in das Kinzigtal.

Mehr oder weniger parallel zur via Regia verläuft die Hohe Straße, die wesentlich älter ist. Die Via Regia kreuzt andere alte Handelsstraßen – z.B. den Sälzerweg, die Birkenhainer Straße und den Eselsweg. Die meisten Reisenden fuhren nicht mit einer Kutsche oder einem Wagen – dazu war die Straße einfach zu schlecht ausgebaut. Wer konnte unternahm die Reise hoch zu Ross auf einem Pferd oder auch auf einem Esel. Die meisten waren aber zu Fuß unterwegs. Die Waren wurden dann auf einem Handkarren oder einer Rückentrage, eine Kieze transportiert.

In ihrem Vortrag über des Reiches Straße ging die Referentin auf das Wegestück im Kinzigtal näher ein. Diesen Teilabschnitt hatte Sie bereist und aus ihrem Blickwinkel berichtete Sie über die einzelnen Stationen. Beginnend an der Ehrensäule in Hanau ging die Vortragsreise über Rückingen – Langenselbold – Rothenbergen – Lieblos - Roth - Gelnhausen - Höchst – Wirtheim – Aufenau – Salmünster - Ahl – Steinau – Schlüchtern – Neuhof bis in die Bischofsstadt Fulda. Mit reichlich Bildern unterlegt fühlten sich die Besucher in eine Zeit versetzt, in der das Reisen mühevoll und zeitaufwendig war.

Zum Schluss der Monatsversammlung bedankte sich der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Linsengericht, Heinz Breitenbach, bei Gudrun Kauck für ihren Vortrag über des Reiches Straße, die seit 20 Jahren offizieller Kulturweg ist.  Als kleines Dankeschön überreichte er einen Frühlingsstrauß und ein Exemplar der Linsengerichter Geschichtsblätter.

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Gudrun Kauck beim Vortrag und der Übergabe eines Blumenstraußes vom Vorsitzenden Heinz Breitenbach.


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