Eine positive Bilanz ihrer bisherigen Arbeit zogen die Aktiven der Entwicklungsgruppe „Lebens- und erlebenswertes Linsengericht“ (EGL) auf ihrem Jahresabschlusstreffen im Rathaus der Gemeinde.
Gleichzeitig blickte die Gruppe bereits nach vorne in das Jahr 2015, in dem nicht nur die nachhaltige Pflege der Rundwanderwege und erlebnisreiche Wanderangebote ein Thema sein werden, sondern neue Aktionsfelder wie Streuobstaktivitäten sowie die Bestandsaufnahme und Analyse der Radfahrmöglichkeiten in Linsengericht geplant sind. Als „besonderes Erfolgsmodell“ bezeichnete EGL-Mitglied Ralf Weppler, Kultur- und Landschaftsführer, in seinem Rückblick das Angebot „Wandern und Genießen“, das gemeinsam mit engagierten Gastronomen in den Ortsteilen „auf einen guten Weg“ gebracht worden sei.
Dass das Zusammenspiel zwischen der ehrenamtlich arbeitenden Entwicklungsgruppe, Wanderführern und Gastronomen erfolgreich etabliert werden konnte, bewies die lebendige Gesprächsrunde, in der EGL-Aktive, Wanderführer und Gastronomen auf der letzten Sitzung des Jahres intensiv miteinander über bereits Erreichtes und für die nächsten Monate Geplantes diskutierten. Zufrieden zeigten sich alle Beteiligten, dass nicht nur die Rundwanderwege 1 bis 4 durch Markierungsergänzungen bzw. –auswechslungen und Freischneidung zugewachsener Wegezeichen aktualisiert worden sind, sondern dass man auch dem Ziel, die Rundwanderwege „mit Leben zu füllen“, ein ganzes Stück näher gekommen ist. Unter dem Motto „Wandern und Genießen 2014“ gab es, so Ralf Weppler, erfreulich viele Anfragen von interessierten Gruppen, die nicht nur beim Wandern die schöne Linsengerichter Gemarkung erleben wollen, sondern auch den kulinarischen Genuss suchen. Bislang, so berichtete Weppler, gehe die Initiative in erster Linie von den Wanderführern (neben Weppler sind dies Hartmut Dankert, Willi Bechtold und Walter Ungermann) aus. Hier wäre es erfreulich, wenn Angebotsvorschläge auch vonseiten der Gastronomen kommen würden, die auf diese Weise gesteuert Zeiten füllen könnten, in denen in ihren Betrieben „weniger los ist“.
Step-by-Step zum Erfolgsmodell „Wandern und Genießen“
Gastronom und EGL-Mitglied Jo Sauter („Der Löwe“, Eidengesäß) signalisierte auch im Namen seiner am neu aufgelegten Wander- und Genuss-Programm beteiligten Kollegen („Buxbaum“ und „Seitz Wein und Fein“ in Altenhaßlau, der „Dorfkrug und „Bed and Breakfast“ in Eidengesäß, „Spessartblick Wolf Hotel“ und das „Schützenhaus“ in Großenhausen), dass man an dieser Aufgabe bereits arbeite: „Wir wollen Step-by-Step in dieses Angebot hineinwachsen. Unsere grundsätzliche Frage ist es, wie wir es schaffen, zu Zeiten, die wir selbst bestimmen und aufgrund unserer Ideen und Initiativen Gäste in unsere Gaststätten zu bekommen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist Flexibilität, besonders, was die Öffnungszeiten anbelangt.“ Als Service für die Wanderer, so der Ausblick, werden im kommenden Jahr besondere Schilder an zentralen Stellen der Rundwanderwege Hinweise auf die nächstgelegene Gastronomie geben, ausgestattet mit Infos wie Ruhetage, Entfernungsangaben und Kontakttelefonnummern, die es ermöglichen, von der Strecke aus per Anruf eine Einkehr abzusprechen. Auch die Telefonnummer der Gemeindeverwaltung wird auf den Infoschildern erscheinen, damit besonders die auswärtigen Gäste direkt während einer Wanderung Auskünfte abfragen können.
Neukonzeption des „Lernorts Wald“ am Wildgehege
Rund um das Angebot „Wandern und Erleben“ stehen, so Susanne Gries-Engel (Koordinatorin der EGL) im neuen Jahr bereits jetzt weitere konkrete Aufgaben fest: Neben der nachhaltigen Pflege der Wege, die mindestens zwei Mal im Jahr stattfinden soll, sind dies die Einrichtung einer eigenen Seite auf der Homepage der Gemeinde sowie die Konzeption und Planung des für Familien mit Kindern, KITA- und Schulkinder gedachten Erlebnisrundwegs „Lernort Wald“ am Wildgehege zwischen Eidengesäß und Geislitz. Vor Jahren einmal eingerichtet, wurde dieser bisher wenig bis gar nicht angenommen, „was wohl an dem kaum realistischen pädagogischen Begleitkonzept lag, mit dem eigentlich niemand etwas anfangen konnte“, so Gries-Engel. Angestrebt werde ein Erlebnisangebot, das im privaten Familienkreis ebenso nutzbar ist wie für KITA-Gruppen und Schulklassen. Helmut Bluhm, Erster Beigeordneter der Gemeinde und aktives EGL-Mitglied, sieht hier wenig Probleme, diese Idee umzusetzen: „Kinder sind noch mit ganz einfachen Mitteln zu begeistern, was für die Kommune bedeutet, dass wir hier mit einem relativ geringen Kostenaufwand ein spannendes Walderlebnis für unsere Kleinen realisieren können.“
Erweiterung der EGL-Aktonsfelder
Zwei völlig neue Themenfelder brachten Rainer Gerst und Ralf Weppler für das Jahr 2015 in die Entwicklungsgruppe ein. Zum einen sind dies neue Streuobstaktivitäten in Linsengericht sowie die Ausarbeitung neuer Radfahrmöglichkeiten. Rainer Gerst, wie Ralf Weppler auch Landschaftsobstbauer, hatte bereits in Eigenregie einen ersten Schritt unternommen, um die Pflege der noch vorhandenen Streuobstbestände in der Gemarkung auf eine breitere Basis zu stellen mit dem Anspruch, die in Teilen sichtbare Verwahrlosung der Bestände zu stoppen. Nach seiner Vorstellung könnte die EGL Mitbegründerin einer solchen „Rettungsaktion“ sein, was bedeuten würde, den Kreis der EGL-Aktiven im nächsten Jahr zu erweitern. Mit dieser Idee, die vom Landschaftspflegeverband des Main-Kinzig-Kreises begleitet werden soll, traf Gerst auf offene Ohren seitens der EGL. Eine solche Initiative füge sich ebenso in die kommende Arbeit der Entwicklungsgruppe ein wie die ebenfalls von Rainer Gerst vorgestellte Planung, die bisherigen Radfahrmöglichkeiten in der Gemeinde auszuloten und ein schlüssiges Radfahrkonzept zu erstellen. Zu Beginn des neuen Jahres werde die EGL über eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit um neue interessierte MitarbeiterInnen werben, die sich dieser Themen unter dem Dach der EGL gerne annehmen wollen, kündigte Susanne Gries-Engel an.
Ein gegenseitiges „Dankeschön“ für kreative Zusammenarbeit
Dass die Gemeindeverwaltung, allen voran Bürgermeister Albert Ungermann, der Entwicklungsgruppe wie bisher uneingeschränkt zur Seite steht, versicherte Erster Beigeordneter Helmut Bluhm in Vertretung des verhinderten Rathauschefs. Bluhm: „Unsere Gemeinde kann stolz darauf sein, das wir eine solche Gruppe haben, die konsequent und kontinuierlich an der Aufwertung Linsengerichts arbeitet. Es ist daher nur folgerichtig, dass wir hier auch finanziell gefestigte Strukturen schaffen und der EGL einen eigenen Titel im neuen Haushalt einrichten.“
Zum Abschluss der Zusammenkunft dankte im Gegenzug Susanne Gries-Engel im Namen der Entwicklungsgruppe Bürgermeister Ungermann und den verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Gemeindeverwaltung für ihre uneingeschränkte Bereitwilligkeit, die Anliegen der EGL aufzunehmen: „Ohne diese konstruktive Kooperation mit dem Rathaus hätten wir unsere Ideen und Projekte nicht umsetzen können. Wir sind uns sicher, dass wir auch mit unseren neuen Themen offene Türen im Rathaus vorfinden werden und freuen uns auf ein spannendes Jahr 2015.“
Foto: Zum Jahresabschluss trafen sich VertreterInnen der Entwicklungsgruppe „Lebens- und erlebenswertes Linsengericht“, Wanderführer und Gastronomen im Rathaus der Gemeinde – zufrieden mit der bisher geleisteten Arbeit und voller Elan für die anstehenden Aufgaben im Jahr 2015. „Geschossen“ hat das Foto Erster Beigeordneter Helmut Bluhm, ebenfalls aktives Mitglied der EGL.
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