Ungarnfahrt 2015: Alsónána und landestypische Ziele besucht

Linsengericht

Die Partnerschaftskommission Alsónána der Gemeinde Linsengericht weilte vom 21. Sept. - 29. Sept. 2015 in Ungarn, um die Partnergemeinde Alsónána im Komitat Tolna in Südungarn zu besuchen.

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alsonanaDie Reiseleitung lag in den Händen des langjährigen Vorsitzenden, Heinz Breitenbach, der diese Fahrt in Zusammenarbeit mit den Kommissionsmitgliedern vorbereitet und organisiert hatte. Die Planungen für diese Ungarnfahrt wurden schon Anfang des Jahres begonnen und die einzelnen Programmpunkte von der Kommission besprochen und festgelegt. Die Reisetage wurden diesmal nicht nur in der Partnergemeinde Alsónána und Umgebung verbracht, um die partnerschaftlichen Beziehungen zu pflegen und auszubauen. Auch einige bekannte und landestypische ungarische Reiseziele standen auf dem Reiseprogramm.

Bereits bei der Anreise mit einer Zwischenübernachtung in Mosonmagyaróvár (dt. Wieselburg) wurde das umfassende Kulturprogramm gestartet. Vor dem Abendessen galt es mit einer „Bimmelbahn“ die malerische Kleinstadt an den Ufern der Leitha einem südlichen Nebenfluss der Donau gelegen, kennenzulernen. Eine Stadtführerin informierte die 44 Personen starke Delegation aus Linsengericht und Umgebung über die Stadtgeschichte von Mosonmagyaróvár.

Der 2. Reisetag führte die Reisegruppe nach dem Frühstück in Richtung Plattensee (Balaton) zur Halbinsel Tihany. Die Halbinsel ragt 5 km weit in den Plattensee hinein und ist ein Paradies seltener Vogelarten. Auf der Insel sind das Benediktinerkloster mit der Abteikirche bedeutende kulturelle Sehenswürdigkeiten, die in Augenschein genommen wurden. Auf der Bergkuppe direkt hinter der Stiftskirche konnten wir einen schönen Panoramablick über den gesamten Balaton genießen. Anschließend setzten wir mit der Fähre nach Szántód an das südliche Ufer des Plattensees über. Zum Mittagessen fuhren wir zur Rádpuszta, um in einer typisch ungarischen Czarda die besonderen Genüsse der heimischen Küche kennenzulernen. Anschließend bildeten die Reiterspiele der Tschikoschen in traditioneller Tracht und mit ihren Lipizzanerpferden  einen ersten Höhepunkt der Reise. Am Abend erreichten wir die Pension Koller in Bonyhad. Wo wir dann die nächsten sechs Tage verweilten, um die weiteren Reiseziele anzusteuern.

Am dritten Tag der Reise stand der Besuch des Künstlervertels Zsolnay in Pécs im Mittelpunkt der Aktivitäten. Die in der ehemaligen Porzellanmanufaktur gefertigten hochwertigen Kunstgegenstände wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts weltweit verkauft. Am späten Nachmittag besuchten wir das Weingut Blum in Villany und probierten eine Reihe weißer und roter Weine aus der bekannten Weinbauregion in der Branau. Bei schmackhaften ungarischen Spezialitäten (Salami, Schinken, Käse und Paprika) und musikalischen Klängen zweier Akkordeonspieler endete der Abend stimmungsvoll. Der vierte Reisetag führte die Reisegruppe nach Solt-Révbér zu einer  donauschwäbischen Bauernhochzeit. Bei dieser Vorführung  konnten die Besucher   eine echte Pusztahochzeit erleben. Von der Mädchenwerbung bis zum Hochzeitsfest wurden alle Stationen einer ungarischen Hochzeit im 19. Jahrhundert eindrucksvoll dargestellt. Bei einem ausgiebigen Festessen mit virtuoser Zittermusik und lustigen Volkstänzen konnten sich alle Gäste von der einzigartigen Atmosphäre der Hochzeit überzeugen .

Der nächste Tag begann mit dem Besuch des Bonyhader Wochenmarktes. Gelegenheit insbesondere für die mitgereisten Damen nach Herzenslust einzukaufen. Neben Paprika waren auch besondere Gewürze und Kleinigkeiten für den Haushalt gefragt. Nachmittags startete die Reisegruppe zu einem weiteren Höhepunkt der Ungarnfahrt in Richtung Partnergemeinde Alsónána, wo die nächsten beiden Tage ganz im Zeichen der Partnerschaftspflege zwischen den Gemeinden Alsónána und Linsengericht standen, die inzwischen seit über zehn Jahren besteht.

Als erstes wurde die vierklassige Grundschule in Alsónána besucht. Altersübergreifend werden die 15 Schüler von vier Lehrkräften unterrichtet. Die Schulkinder aus Alsónána führten einen Tanz vor und unterhielten die Gäste aus Linsengericht mit einem deutschen Kinderlied. Anschließend überreichte der Vorsitzende der Partnerschaftskommission Heinz Breitenbach allen Mädchen und Jungen ein Geschenk „Malen nach Zahlen“ und eine Spende an die Schulleiterin Pieroschka Koller für die Ausstattung der Schule mit Sportgeräten. Auch vom Heimatverein der „Ehemaligen Alsónánaer“  gab es ein kleines Präsent. Beeindruckend für alle Mitgereisten waren die freudigen Augen der beschenkten Kinder.

Danach wurde der Kindergarten in Alsónána besucht. Auch hier wurde ein Singspiel in deutscher Sprache von den Kindern vorgeführt. Die gewünschten zwei Laufräder und Tretroller ergänzen die bereits beim letzten Besuch übergebenen Spielgeräte. Daneben erhielten die 19 Kindergartenkinder eine „Zaubertafel“ als persönliches Geschenk. Auch vom Heimatverein der „Ehemaligen Alsónánaer“ gab es ein Geschenk.  Adam Till und Heinrich Stahl ließen es sich nicht nehmen den Kindern kleine Präsente zu überreichen. Eine Geldspende von der Partnerschaftskommission wurde an die Leiterin übergeben. Seinen Abschluss fand der erste Tag in Alsónána durch die Teilnahme an der Einweihungsfeier der neuen Turnhalle.

Der zweite Besuchstag in Alsónána begann mit einem Weinleseumzug durch das Dorf. An der Spitze des Festzuges fuhr eine offene Pferdekutsche, gefolgt von singenden und tanzenden Fußgruppen in traditioneller Tracht. Auch die rumänischen Gäste nahmen am Umzug mit ihren Folkloretänzern und der Musikkapelle teil. Die nachfolgenden Festaufführungen fanden witterungsbedingt im Kulturhaus von Alsónána statt. Einen tollen Anblick boten die Tänzerinnen und Tänzer in ihren Trachten. Anschließend besuchte die Reisegesellschaft die Senioren in ihren Räumen und ließ sich mit selbstgebackenen Kuchen, Torten, feinem Gebäck und Kaffee bzw. Espresso verwöhnen. Bei der Leiterin der Senioren, Frau Margit Horvath, bedankte sich Heinz Breitenbach sehr herzlich und übergab eine Spende.

Auch der Heimatverein der „Ehemaligen Alsónánaer“ ließ es sich nicht nehmen die Seniorenarbeit im Dorf mit einer Geldspende zu unterstützen. Das Abendessen wurde diesmal von Marika Karoly in den Räumen der Senioren serviert. Spezialitäten aus der ungarischen Küche und Getränke aus dem Weinkeller mundeten sehr. Mit dem Besuch des Weinleseballs ging ein ereignisreicher Tag zu Ende. Der Kirchgang, in die vor fast zwanzig Jahren vom Heimatverein der ehemaligen Alsónánaer vollständig renovierten – im Jahr 1864 erbauten - evangelischen Kirche von Alsónána, gehörte zu den Höhepunkten des dritten Besuchstages in Alsónána. Der von Pfarrer Krähling in deutscher Sprache gehaltene Gottesdienst, ließ bei einigen Mitgereisten Erinnerungen an die Kindheit wach werden. Nach dem Gottesdienst wurde zu Ehren der Toten und Gefallenen am Ehrenmal neben der Kirche und am Friedhof jeweils ein Kranz niedergelegt.

Zum Abschluss des dreitägigen Programmes in der Partnergemeinde Alsónána wurde das Weingut Wink in Vardomb besucht. Bei köstlichen Weinen, schmackhaften ungarischen Spezialitäten und ungarischen und deutschen Liedern verlebten Alsónáner und Linsengerichter und Mitreisende aus Bruchköbel, Gründau, Hasselroth, Gelnhausen und Birstein einen gelungenen Abend. Für drei schöne Tage in Alsónána bedankte sich der Vorsitzende der Partnerschaftskommission, Heinz Breitenbach, bei Bürgermeisterin Istvánné Kis und überreichte an die ungarischen Freunde Gastgeschenke.

Nach sieben anstrengenden Tagen wurde am Montagmorgen die Rückreise nach Linsengericht angetreten. Nach einer weiteren Zwischenübernachtung in Eisenstadt im Burgenland kamen die Reisenden aus Linsengericht und Umgebung mit sehr vielen schönen Eindrücken aus Ungarn und der Partnergemeinde Alsónána wieder zurück.

Foto: In der Grundschule Alsónána.


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