Jeder kann seinen Lieblingsvogel unter www.vogeldesjahres.de nominieren. Die Wahl zum 50. Jubiläum der Aktion "Vogel des Jahres" verläuft in zwei Phasen. Noch bis zum 15. Dezember werden aus insgesamt 307 Vogelarten die Top-Ten-Kandidaten ermittelt. Hierbei stehen alle in Deutschland brütenden sowie die wichtigsten Gastvogelarten des Landes zur Auswahl. Die zehn von der Bevölkerung meist nominierten Vogelarten gehen dann ab dem 18. Januar 2021 ins finale Rennen um den Titel. Am 19. März 2021 wird der erste öffentlich gewählte Vogel des Jahres verkündet.

Norbert Möller, Vorsitzender des NABU Großenhausen: "Erstmals können alle Naturbegeisteren die Wahl zum Vogel des Jahres selbst in die Hand nehmen. Ob Rotkehlchen, Weißstorch oder Eisvogel - vielen Menschen liegt eine ganz bestimmte Vogelart besonders am Herzen. Wir sind schon sehr gespannt, für wen sich die Hessen mehrheitlich entscheiden werden und rufen alle dazu auf, sich an dieser Wahl zu beteiligen; denn unsere bedrohte Vogelwelt braucht dringend mehr Aufmerksamkeit". Auf der Aktionsseite www.vogeldesjahres.de stehen die 307 Vogelarten zur Wahl. Zudem gibt es dort ein Live-Ranking zum Stand der Nominierungen.

Rund 45 Prozent der heimischen Brutvogelarten stehen auf der "Roten Liste gefährdeter Arten", sieben weitere Prozent auf der entsprechenden Vorwarnliste. Besorgniserrregend ist vor allem die Situation von Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche sowiei vieler anderer Vogelarten in der Agrarlandschaft. Deutschland verzeichnet seit 1980 bei den Feldvögeln eine Bestandsabnahme von 34 Prozent. Mehr als zehn Millionen Brutpaare sind damit bereits von den Wiesen und Feldern verschwunden.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Intensivierung der Landwirtschaft schreitet ungebremst voran. Immer mächtigere Maschinen auf immer größeren Feldern lassen den Vögeln immer weniger Lebensraum. In den riesigen leergeräumten Monokultur-Landschaften finden sie keine Nahrung mehr, selbst Feld- und Wegränder werden immer kleiner. "Wir brauchen dringend eine andere Form der Landwirtschaft", so Möller. Auch viele weitere Vogelarten kämpfen mit Problemen. So verlieren Mauersegeler und Schwalben zum Bespiel durch unbedachte Renovierung an Gebäuden ihre Brutplätze und die Klimaerwärmung lässt den Lebensraum des Alpenschneehuhns schrumpfen.

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