"Repreprep" ruft es von den Feldern. Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026 und löst damit den Hausrotschwanz ab.
"Repreprep" ruft es von den Feldern. Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026 und löst damit den Hausrotschwanz ab.
"Mit dem Rebhuhn rückt eine Art ins Rampenlicht, die auf unseren Feldern fast verschwunden ist", erklärt Norbert Möller, Vorsitzender des NABU Großenhausen. "Das Rebhuhn ist ein echter Charaktervogel der Feldflur, zu Hause auf Wiesen, Feldern und Brachen. Doch wo einst Vielfalt blühte, dominieren heute monotone Agrarflächen und sein Lebensraum schrumpft mit jedem Jahr".
Der Vogel ist auch in Hessen enorm bedroht. Es gibt nur noch 4.000 bis 7.000 Brutpaare des scheuen Feldvogels. Deshalb wird er in der aktuellen Roten Liste der Brutvogelarten des Landes als "stark gefährdet" eingestuft. In Hessen kommt der Hühnervogel vor allem in klimatisch begünstigten Niederungen unter 300 bis 400 Höhenmetern vor, so im Hessischen Ried, im Reinheimer Hügelland, in der Untermainebene, im Gießener und Marburger Lahntal, in der Wetterau, im Goldenen Grund, im Amönebuger Becken, in der Niederhessischen Senke, im Fuldaer Becken und im Schwalmtal.
Die Lage des Rebhuhns war nicht immer so desolat. Früher war es in Hessen häufig auf den Feldern zu beobachten, doch seit Beginn der 1970er Jahre brachen die Bestände stark ein. Hauptgrund ist die immer intensiver betriebene Landbewirtschaftung. In der Feldflur sind wichtige Lebensräume des Rebhuhns verschwunden. Felder werden ausgeweitet, Feldraine, Staudensäume und Büsche entfernt. Ackerbrachen schnell neu eingesät. Dazu kommt ein hoher Pestizideinsatz. In dieser ausgeräumten Agrarlandschaft findet das Rebhuhn zu wenig Nistplätze und Deckung und kaum noch Nahrung. Zur Wahl angetreten war das Rebhuhn deshalb auch mit dem Slogan "Für Felder voller Vielfalt".
Rebhühner gehören zu den Hühnervögeln. Auf dem Rücken sind sie vorwiegend braungrau marmoriert, ihre Brust ist grau und das Gesicht orangebraun gefärbt. Die männlichen Tiere lassen in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden ihren Revierruf hören, ein raues "kirrkräck". Die scheuen Vögel brüten in dichtem Gebüsch und Hecken. Darum sind sie oft schwer zu entdecken. Die beste Chance auf eine Beobachtung hat man an Feldrändern und -säumen, wo die Vegetation niedriger ist und die Hühnervögel im Familienverbund, gerade auch jetzt im Herbst, nach Samen und Insekten suchen - mit etwas Geduld erlebt man dort diesen faszinierenden, leider selten gewordenen Vogel. Als Standvogel lebt das Rebhuhn das ganze Jahr bei uns.
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