Maintal: Fünfjährige erleidet Stromschlag in Kita

Bischofsheim
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Ein fünfjähriges Mädchen erlitt am Dienstag im Familienzentrum Schillerstraße nach dem Kontakt mit dem Metallgriff einer Notausgangstür einen Stromschlag. Es befindet sich laut einer Pressemitteilung der Stadt Maintal vorsorglich zur Überwachung in einer Klinik, ist aber bereits wieder auf dem Weg der Besserung.

„Wir sind natürlich sehr erleichtert, dass der Vorfall glimpflich ausgegangen ist und haben umgehend mit der Ermittlung der Ursache für den Stromschlag begonnen“, teilt Bürgermeisterin Monika Böttcher (Parteilos) mit. Nach ersten Erkenntnissen war eine unsachgemäß montierte Metallschraube aus der Zeit der Errichtung der Kita Ende der 1980er Jahre der Auslöser für den Stromschlag. Diese nicht sichtbare Schraube zur Montage des Türrahmens muss im Laufe der Jahre die Isolierung der elektrischen Leitung beschädigt haben, die parallel zur Tür unter Putz verläuft. Dadurch konnte der Türgriff im Moment der Berührung stromführend sein. Weil diese Fehlkonstruktion verborgen in der Wand lag, war sie nicht identifizierbar - auch nicht im Rahmen der regelmäßigen Überprüfung der Elektroinstallation in allen städtischen Kitas.

Das Mädchen stürzte unmittelbar nach der Berührung des Türgriffs und klagte über Schmerzen. Zwei Erzieherinnen kümmerten sich umgehend um das Kind und alarmierten den Notarzt. Dieser untersuchte das Mädchen, das durchgehend bei Bewusstsein war, noch vor Ort. Alle Vitalfunktionen waren unauffällig. Derzeit befindet sich die Fünfjährige vorsorglich zur Überwachung in einer Klinik. Nach Auskunft der Familie geht es dem Kind gut, sodass es demnächst wieder entlassen werden kann.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls waren zwei weitere Kinder im Raum, die unverletzt blieben und durch die Erzieherinnen betreut wurden. Der Elektriker des städtischen Eigenbetriebs Betriebshof, der unmittelbar kontaktiert wurde, überprüfte noch am Dienstag die Elektroleitung des Gruppenraums im Blauen Haus. Als er die Wand öffnete, entdeckte er die beschädigte Isolierung des Stromkabels und behob die Fehlkonstruktion umgehend. Der Raum ist derzeit noch geschlossen.

„Die Nachricht über den tragischen Zwischenfall im Familienzentrum Schillerstraße war natürlich ein Schock. Denn selbstverständlich lassen wir regelmäßig die Elektroinstallationen in unseren städtischen Einrichtungen durch eine externe Fachfirma prüfen. Doch auch die jüngste Überprüfung konnte keinen Hinweis auf die nicht sichtbare Gefahr ergeben. Hier brauchte es das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Wenngleich wir die vor Jahrzehnten entstandene Fehlkonstruktion unverzüglich ermitteln konnten und behoben haben, nehmen wir den Vorfall sehr ernst und zum Anlass, die nächste turnusgemäß erst 2023 anstehende Kontrolle aller elektrischen Leitungen in der Schillerstraße und in allen anderen städtischen Kindertageseinrichtungen vorzuziehen“, erklärt die Bürgermeisterin.

„Meine herzlichen Genesungswünsche gehen an das kleine Mädchen und die Familie, verbunden mit dem Wunsch, dass es bald wieder mit seinen Freundinnen und Freunden unbeschwert spielen kann“, so Böttcher.