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Vielmehr sorgt das neueste Mitglied des Familienzentrums für ordentlich Wirbel im Haus: Im Sommer ist nämlich urplötzlich ein kleiner Wichtel in den neu errichteten Anbau des Familienzentrums eingezogen und hat es sich dort in der neuen Bücherei bequem gemacht.

Verborgen hinter einer kleinen Wichteltür schläft Willi der Wichtel tagsüber, um nachts im ganzen Haus auf Futtersuche zu gehen. Anders als beim vorweihnachtlichen dänischen Wichtelbrauch oder der amerikanischen Weihnachtstradition „Elf on the shelf“ lässt Willi Wichtel aber das ganze Jahr über von sich hören: Regelmäßig schreibt Willi den Kindern Briefe und erzählt ihnen, was er in seinem Alltag alles erlebt hat. Immer wieder möchte Willi auch wissen, was die Kinder so gemacht haben. Und jetzt in der Vorweihnachtszeit spielt Willi den Kindern auch mal allerhand Streiche. Fehlt etwa der zweite Hausschuh? Das war bestimmt Willi. Ist der Luftballon geplatzt? Das war er natürlich auch! Und so ist mittlerweile eine wunderbare Brieffreundschaft zwischen Willi und den Kindern entstanden, die nun schon ein halbes Jahr andauert und die Kinder wortwörtlich verzaubert.

Die ganze Wichtelei hat aber natürlich auch einen pädagogischen Hintergrund: Willi animiert die Kinder, Briefe zu schreiben oder eine Antwort zu malen. Er regt die Gespräche zwischen den pädagogischen Fachkräften und den Kindern und auch zwischen den Kindern untereinander an. Willi schafft eine Verbindung zwischen den Kindergruppen und der Bücherei im neuen Gebäude und „lockt“ die Kinder zu den Büchern.

Im gemeinsamen Philosophieren und Erzählen mit und über Willi erweitern die Kinder spielerisch nicht nur ihren Wortschatz und ihre Grammatik, sondern stimulieren auch durch das gemeinsame Nachdenken ihre kognitiven Fähigkeiten. Die Kinder lernen die Schriftsprache näher kennen und nutzen und können quasi nebenbei ihre Lese- und Schreibkompetenzen („Literacy“) trainieren. Das Text- und Sinnverstehen, die sprachliche Abstraktionsfähigkeit und die Lese- und Erzählfreude werden durch die Kommunikation mit Willi angeregt. Dazu nutzt Willi den größten Schatz der Kindheit: die kindliche Phantasie.

Nicht zuletzt hilft Willi auch manchmal gegen Frust: Willi ist immer da; immer zu Späßen aufgelegt und antwortet zuverlässig. Er könnte auch der Grund sein, warum mal etwas schiefgelaufen ist. Und das Beste ist: Jeder kann seinen eigenen Wichtel zu sich nach Hause einladen. Alles, was man dafür benötigt, ist eine kleine Wichteltür und ein bisschen Phantasie. Und wenn das nächste Mal zu Hause der zweite Hausschuh fehlt, das Auto zugeparkt ist oder es mal wieder regnet - vielleicht hat der kleine Willi Wichtel seine Finger im Spiel!

Foto: Hinter dieser winzigen Tür im Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße lebt der Wichtel Willi.
Foto: Die Kinder haben den scheuen Bewohner herzlich aufgenommen. Zwischen ihnen und dem Wichtel ist eine wunderbare Brieffreundschaft entstanden. Fotos: Stadt Maintal


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