Am 10. Juli hatte die türkische Frauengruppe aus dem Stadtteilzentrum Bischofsheim am späten Abend zum „Iftar in Maintal“ eingeladen.
Am 10. Juli hatte die türkische Frauengruppe aus dem Stadtteilzentrum Bischofsheim am späten Abend zum „Iftar in Maintal“ eingeladen.
Das „Iftar“ ist das traditionelle Fastenbrechen, der abendliche Abschluss eines Fastentages im islamischen Fastenmonat Ramadan. Man lädt sich gegenseitig zum Iftar ein, isst und verbringt den Abend miteinander. Der Einladung folgten etwa 50 Frauen, Männer und Kinder aus Maintal, ganz unabhängig von ihrer Religion. „Die türkischen Frauen hatten alles liebevoll vorbereitet und empfingen alle Interessierten sehr herzlich und gastfreundlich“, berichtet Christiane Betz, Leiterin des Stadtteilzentrums Bischofsheim.
Yelda Aras, die Leiterin der türkischen Frauengruppe, erklärte den Gästen beim Iftar den Sinn des Fastens und des Fastenmonats: „Muslimische Gläubige, die sich in der Lage fühlen, verzichten im Ramadan in der Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Kinder, Kranke und alte Menschen sind davon ausgeschlossen. Gegessen und getrunken werden darf von den Fastenden erst nach Sonnenuntergang, und zwar dann, wenn ein schwarzer und ein weißer Faden nicht mehr zu unterscheiden sind. Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und im Islam ein heiliger Monat. Es geht darum, anderen Menschen zu helfen und sie zu respektieren, um die Seele zu reinigen. Es soll in einem friedlichen Miteinander alles geteilt werden: Ein Stückchen Brot ebenso wie der Reichtum der Gefühle.“
„Die inneren Werte zählen in diesen Wochen“, erklärte Yelda Aras bei dem gemeinsamen Abend im Stadtteilzentrum Bischofsheim. „Es geht uns im Ramadan und mit dem Fasten auch darum ins Bewusstsein zu holen, dass noch immer in vielen Ländern Menschen vom Tod durch Verhungern bedroht sind, während andere an Zivilisationskrankheiten und Überernährung sterben“. Mit dem Fasten soll den hungernden Menschen Respekt und Wertschätzung entgegen gebracht werden, auch wenn ihnen nicht direkt geholfen werden kann. Während des Iftar-Essens lief ruhige Musik im Hintergrund, und viele Menschen waren in Gespräche vertieft. „Alle fühlten sich sehr wohl, und viele Besucherinnen und Besucher haben neue Kontakte geknüpft“, berichtet Christiane Betz.
Die türkische Frauengruppe trifft sich immer am ersten Freitag im Monat um 15 Uhr im Stadtteilzentrum Bischofsheim. Wer sich über die regelmäßigen Veranstaltungen und besondere Angebote der Einrichtung informieren möchte, kann das Team des Stadtteilzentrums telefonisch erreichen unter der Nummer 06109 698280. Die Öffnungszeiten sind am Dienstag von 10 bis 13 Uhr und am Donnerstag von 15 bis 18 Uhr. Außerhalb der Zeiten können Interessierte auch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen.
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de