Hat der nach dem 2. Weltkrieg massiv einsetzende Wohnungsbau in Dörnigheim die Umbettung von einem Dutzend Opfern des Todesmarsches vom 25. März 1945 nach Schlüchtern bewirkt?
Diese These bezeichnete jetzt der Vorsitzende des Maintaler Brüder-Schönfeld-Forums, Herbert Begemann als „naheliegend und dem damaligen Zeitgeist entsprechend“.
Hintergrund ist, dass am 9. Februar 1962 „Kriegstote“, darunter Opfer des Todesmarsches durch Dörnigheim, von ihrer damaligen Ruhestätte im östlichen Teil der heutigen Waldsiedlung zum sogenannten „Ehrenfriedhof“ nach Schlüchtern umgebettet wurden. Allerdings ist bisher nicht klar, ob der Gedenkort als Baugrundstück gebraucht wurde, oder ob es darum ging, die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse des Jahres 1945 aus dem Gesichtsfeld zu verbannen.
Mit der Verlegung der Gräber ging das Vergessen der Opfer einher. „Aus dem Auge, aus dem Sinn“ sei wohl die Devise der damaligen Zeit gewesen. Auch die undifferenzierte Vermischung des Totengedenkens für Soldaten und Verfolgte sei typisch für die Nachkriegszeit, so Herbert Begemann. Noch heute finde man allerorten Denkmäler mit der Erinnerung an die „Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft“.
Der Verein Brüder-Schönfeld-Forum e.V. unterstützt wie im vergangenen Jahr das Gedenken an den Todesmarsch durch Dörnigheim, namentlich die Figureninstallation „Morgengrauen“ längs der Kennedystraße am Vormittag des 25. März und das Gespräch mit Zeitzeugen am Nachmittag im Evangelischen Gemeindezentrum an der Berliner Straße.
Infos zum Verein: www.brueder-schoenfeld-forum.de
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de
















