Die Kinderchöre Dörnigheim und Hochstadt hatten zur Aufführung von „Lundi“ (gesprochen: löndi, deutsch: Montag) eingeladen, einem poetischen Musiktheater nach dem gleichnamigen Buch der belgischen Illustratorin und Autorin Anne Herbauts. Bei dieser nunmehr dritten Aufführung des Stücks erhielten die Chöre musikalische Begleitung durch die lautten compagney BERLIN, einem der renommiertesten Orchester der Alten Musik. Das Ensemble gehört zudem zu den wenigen freien Produzenten von Musiktheaterprojekten in Deutschland. Für seine ungewöhnlichen und innovativen Programme wird es vom Publikum wie von nationalen und internationalen Feuilletons gleichermaßen geschätzt. Dieses Profil passt hervorragend zu dem Stück der Kinderchöre Dörnigheim und Hochstadt: Andreas Pfaff (Violine), Mirjam-Luise Münzel (Blockflöten), Daniel Trumbull (Cembalo), Max Hattwich (Laute) und Hannes Malkowski (Percussion) spielten zur musikalischen Illustration des Theaters Stücke aus der Zeit des Barock, aber auch Werke zeitgenössischer Komponisten. Darüber hinaus begleiteten die Musiker die Lieder der Kinder, die von ihnen selbst komponiert worden waren.

Zumeist wurden die Lieder kunstvoll in die Stücke der Musiker eingewoben. Sehr langsam und feierlich zogen die Kinder zu „Schafe können sicher weiden“ ein, einem Stück aus einer Kantate von Johann S. Bach. Der erste Auftritt von Lundi (Martha Schwarz), einem Wesen, das einem Pinguin ähnelt, wurde gerahmt von „Opening“, einem Werk des zeitgenössischen Komponisten Philip Glass. Nach dem Auftritt von Lundis Freunden Teekanne (Samira Walther) und Zweihand (Annie Brandt) folgte ein gemeinsames Klavierspiel der kleinen Darsteller. Mit dabei waren zwei Teelöffel (Lena Schneider, Lilly Walther) und ein Zuckerstück (Carla Schwarz). Zu dem Klavierspiel erklang „All in a Garden Green“, ein fröhliches Tanzlied aus dem 17. Jahrhundert. Die Abendstimmung stellte das Ensemble mit „Deh, v’aprite“ aus einer Oper von Georg F. Händel dar. Dazu gesellten sich zwei Raben auf die Bühne, die Seifenblasen steigen ließen (Malte Heupts und Matteo Petrovic).

Von Händel stammte auch das Stück, mit dem der Frühling eingeleitet wurde, einem „Scherzando“ aus der Oper Rinaldo. Alle Jahreszeiten wurden von den Kindern der Chöre besungen. Dabei trugen jeweils mehrere Kinder gemeinsam ein großes bemaltes Wesen aus Stoff auf die Bühne, das die Jahreszeit darstellte. Neben einem Stück von Henry Purcell (17. Jh.) erklang „Gymnopedie“ von Eric Satie (1866-1925). Als der Winter kommt, legen die Kinder gemeinsam einen großen weißen Stoff auf die Bühne, der Schnee darstellte. Hauptdarsteller Lundi war verschwunden. Die Kinder und Freunde suchten nach ihm, konnten ihn jedoch nicht finden. Mit einem sehr gefühlvollen Lied sehnten die Kinder die Hauptfigur herbei. Diese erschien auch, allerdings war dies eine andere Darstellerin (Emily Dathan). Denn das ist die Botschaft des Stücks: Die Woche vergeht, die Tage verschwinden. Dann jedoch kommt ein neuer Montag. „Er ist ein bisschen anders zwar“, sangen die Kinder, aber: „Montag ist sein Name.“ Vorm Schlusslied setzten sich schließlich alle Chorkinder einen Schnabel ins Gesicht und sahen aus wie Lundi. Fulminanter Schlussapplaus belohnte die Chöre und das Ensemble, die die Zuschauer unter der Leitung von Ulrike Streck-Plath über eine gute Stunde lang in zauberhafte Welten mitgenommen hatten.

Die Aufführung fand statt im Rahmen des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda, gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, unterstützt von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. kichormaintal.de und lauttencompagney.de

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