In der kommenden Woche – voraussichtlich am Mittwoch, 15. Oktober – beginnt der zweite Abschnitt der Braubach-Renaturierung.
In der kommenden Woche – voraussichtlich am Mittwoch, 15. Oktober – beginnt der zweite Abschnitt der Braubach-Renaturierung.
Das berichtet Freia Klinkert-Reuschling vom Fachdienst Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Maintal. Ausführender Betrieb ist die Firma Zehe Garten- und Landschaftsbau aus Burkhardtrot. Wie in der Gewässer-Rahmenplanung der Stadt Maintal vorgesehen, wird bei der Maßnahme der Teilabschnitt der Braubach unterhalb des Leinpfades bis in den Main hinein verlängert sowie der Mündungsbereich des Gewässers verlegt. Gefördert wird die Renaturierung genau wie der erste Bauabschnitt durch Mittel aus der Wasserrahmenrichtlinie des Landes Hessen und der Europäischen Union, in die auch der Main und seine angrenzenden Gewässer aufgenommen sind. „Die Stadt Maintal erbringt außerdem einen Eigenanteil in Form der an den Braubach angrenzenden Grundstücke, die für die Renaturierung eingeplant sind“, erläutert Freia Klinkert-Reuschling, die das Projekt bei der Stadt Maintal verantwortlich betreut.
Durch die Fortsetzung der begonnenen Renaturierung wird eine gute Verbindung der Braubach zum Main hergestellt und somit der ungehinderte Fischaufstieg aus dem Main ermöglicht. Falls die Witterung es zulässt sind zunächst rund vier Wochen Bauzeit eingeplant. „Die Absicherung des Geländes durch den Kampfmittelräumdienst beginnt am Mittwoch. Wenn alle Bereiche kampfmittelfrei sind, geht es danach sofort an die Erdarbeiten“, so Freia Klinkert-Reuschling. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Martin Weiß freut sie sich darüber, dass die geplanten Gewässer-Renaturierungsmaßnahmen in Maintal bisher so reibungslos verlaufen sind. „Die Aufhebung der starren Gewässerstrukturen und künstlich angelegten Bachläufe ist ein echter Gewinn für die Natur. Nach Abschluss der aktuellen Renaturierungsmaßnahme können beispielsweise viele Fische aus dem Main in den Braubach aufsteigen und in den Höllsee zum ablaichen gelangen. In den letzten Jahrzehnten konnten Fische hier keinen Lebensraum finden“, erklärt die Umweltexpertin.
Der Erdaushub aus dem Braubach, der mit der Maßnahme wieder zu seiner natürlich mäandrierenden Form zurückgeführt und verlängert wird, soll außerdem zur Uferabflachung des Höllsees in der Grünen Mitte herangezogen werden. „Durch dieses Vorgehen ergibt sich eine wesentliche Verbesserung im ökologischen System des Höllsees aus naturschutzfachlicher Sicht“, erläutert Freia Klinkert-Reuschling. Der Höllsee ist ein Auskiesungssee mit sehr steilen Ufern, durch die sich rund um den See bisher weder ein reinigender Schilfgürtel noch eine Vogelschutzzone oder Ruhezone für Vögel und andere Tiere ausbilden konnte. „Der Höllsee wird durch die anstehende Maßnahme erheblich aufgewertet“, bestätigt auch ihr Kollege Martin Weiß.
Alle Arbeiten an dem Braubach werden exakt entsprechend der Planung sowie streng nach den rechtlichen Vorgaben durchgeführt und sind mit den zuständigen Naturschutzbehörden abgestimmt. Die Verantwortlichen der Stadt bitten schon vorab um das Verständnis der Fahrradfahrer und Fußgänger für eventuelle Behinderungen durch Erdaushub auf den Wegen, sowie durch die Bagger und Fahrzeuge der Firma Zehe.
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