Vielfältige Natur- und Umwelterfahrungen für Kinder

Dörnigheim

Jeweils 22 Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren besuchen die fünf altersgemischten Gruppen der städtischen Kindertagesstätte Siemensallee in Maintal-Dörnigheim: Die „Kita Kindernaturgarten“.

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kitasiemenskitasiemens1kitasiemens2Der Namenszusatz ist eine gute Zusammenfassung der Werte und Ziele, die hier vermittelt werden. „Wir möchten die Natur in das Leben mit den Kindern einbeziehen, sie schützen und pflegen“, berichtet Kita-Leiterin Cornelia Pfeifer. Auf dem großen, naturbelassenen Außengelände mit Kletterbaum und Pflanzenkriechtunnel können sich die Kinder bei jeder Witterung bewegen. „Bei uns werden Beeren geerntet und es wachsen Wiesenblumen, die auch Schutz und Nahrung für Schmetterlinge und Bienen sind“, so Cornelia Pfeifer weiter. Einmal wöchentlich findet ein Waldtag statt.

Im vergangenen Jahr hat jede der insgesamt zwölf Kindertageseinrichtungen in der Trägerschaft der Stadt Maintal ein pädagogisches Konzept auf der Grundlage des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans vorgelegt. Die Erzieherinnen der Kita Siemensallee arbeiteten gemeinsam in verschiedenen Arbeitsgruppen an der Formulierung ihrer fachlichen Grundsätze und Ziele: Zum Beispiel dem „Bild vom Kind“, das ihrer Arbeit zugrunde liegt. „Kinder haben das Recht auf bestmögliche Bildung von Anfang an. Damit sich ein Kind weiter entwickeln kann, braucht es aber den Raum, seinen ganz eigenen Bedürfnissen und Interessen nachzugehen. Jedes Kind ist einzigartig und unterscheidet sich durch seine Persönlichkeit, seine Individualität und sein Umfeld. Wir holen das Kind da ab, wo es steht“, erklärt Cornelia Pfeifer. Um das Selbstbewusstsein zu fördern, gestalten die Kinder ihre Bildungs- und Entwicklungsschritte in altersgerechten Schritten mit. „Unser Ziel ist es, das Kind ganzheitlich zu fördern und zu unterstützen, die kindlichen Begabungen sowie geistige und körperliche Fähigkeiten voll zu entfalten“, bringt es die Kita-Leiterin auf den Punkt.

Lernende, forschende und entdeckungsfreudige Kinder - Verantwortungsvolle und werteorientierte Kinder - Kreative, fantasievolle und künstlerische Kinder - Kommunikationsfreudige und medienkompetente Kinder: Das wünschen sich die Erzieherinnen der Kita Siemensallee. Besonders wichtig dabei ist das pädagogische Konzept der Altersmischung. „Wir gestalten unseren Tag so, dass alle Kinder ihren Platz finden, dass Erfahrungen und Begegnungen zwischen Klein und Groß möglich sind und dass die unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden“, so Cornelia Pfeifer. Die Kita arbeitet dabei mit einem offen vernetzten System, bei dem alle Erwachsenen im Haus Bezugskinder haben. Räume mit verschiedenen Schwerpunkten wie Rollenspiel, Bauen, Naturwissenschaften, Sprache sowie Ruhe & Entspannung werden achtsam von den pädagogischen Fachkräften begleitet. Die Kinderwerkstatt, die geräumige Bewegungshalle und das große, naturnahe Außengelände regen durch ihre Gestaltung mit hohem Aufforderungscharakter zu unterschiedlichen Aktivitäten an. Zum Essen treffen sich die Kinder und Erzieherinnen im Kinderbistro.

Als Kindernaturgarten bietet die Dörnigheimer Kita den Kindern vielfältige Natur- und Umwelterfahrungen.  Einmal in der Woche gehen alle gemeinsam in den Wald, das große Außengelände ist naturnah gestaltet. So steht den Kindern etwa im Herbst ein großer Laubhaufen zum Spielen und Experimentieren zur Verfügung. „Wenn die Gärtner das Laub zusammentragen, lassen wir es bewusst eine Zeitlang nicht entfernen, bis es genug ,bespielt‘ worden ist“, erklärt Cornelia Pfeifer. „Wir haben auch Obstbäume und Obststräucher mit den Kindern gepflanzt, damit sie erleben, wo unsere Nahrung herkommt“. Eine tiergestützte Pädagogik ergänzt diese Erfahrungen in der Natur sinnvoll: Ein Hund und Besuche auf dem Ponyhof eröffnen den Kindern ein interessantes Lernfeld. „Wichtig ist es uns auch, im Kita-Alltag über gesunde Ernährung zu sprechen – nicht nur mit den Kindern, sondern auch mit den Eltern“, so Cornelia Pfeifer. Das Team veranstaltet Infotreffen, bei denen gemeinsam gekocht und gegessen wird, besucht mit den Kindern den Supermarkt für eine Einkaufsrallye, geht auf den Wochenmarkt, und es wird Brot für das tägliche gemeinsame Frühstück gebacken.

Das System der Kita Siemensallee ermöglicht wechselseitige soziale und kognitive Lernanregungen und macht eine langjährige Kontinuität in der Betreuung der Familien möglich. Am Anfang steht eine gelungene Eingewöhnung, damit sich die Kinder vertrauensvoll in der neuen Umgebung wohl fühlen können. „Wir bauen einen guten Kontakt zu den Eltern auf, denn sie kennen ihre Kinder am besten und können uns viele wertvolle Informationen geben“, erklärt Cornelia Pfeifer. Auf diese Art kann eine ganz individuelle Entwicklungsförderung stattfinden – zum Beispiel in Sachen Sprache: „Viele Kinder lernen bei uns in der Kita Deutsch sprechen“.

„Für die Zukunft haben wir uns unter anderem vorgenommen, die Kita Siemensallee im Sinne der Lernwerkstätten weiter zu entwickeln“, berichtet Leiterin Cornelia Pfeifer zum Abschluss. Dabei werden alle Räume innen und außen für die Kinder so gestaltet, dass sie dazu anregen, vielfältige Erfahrungen zu machen und den Kindern Spiel- und Lernerlebnisse mit möglichst viel Selbstständigkeit ermöglichen.

Foto: Gemeinsam Lebensmittel aussuchen, einkaufen und kochen: So lernen Kinder spielerisch gesunde Ernährung.

Foto: In der Kita-Küche erfahren auch die Eltern, wie sie zu Hause einfach und gesund für ihre Familie kochen können.

Foto: Einmal in der Woche geht es für die Mädchen und Jungen der Kita Kindernaturgarten in den Wald.


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