Käthe-Jonas-Platz: Beschilderung erfolgt demnächst

Dörnigheim

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Maintal hat in ihrer Sitzung im Dezember die Umbenennung eines Teiles der Kennedystraße im Ortsteil Dörnigheim mit Mehrheit beschlossen.

VORSPRUNG - Anruf genuegt

„Das Stück vor dem Frankfurter Hof, zwischen den Einmündungen Fischergasse und Karl-Leis-Straße am Eingang zur Dörnigheimer Altstadt wird in Zukunft Käthe-Jonas-Platz heißen. Die neuen Straßenschilder werden bald angebracht", erklärt Bürgermeister Erhard Rohrbach. Die Initiative zu dem Beschluss ging im vergangenen Jahr vom Ortsverband Maintal des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) aus und wurde von Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung aufgegriffen.

Käthe Jonas, am 12. Juli 1902 in Dörnigheim als Katharina Margarete Seng geboren, war eine in der Arbeiterschaft ihres Ortes verwurzelte und politisch engagierte Frau. Käthe Jonas war 1935 eine von neun Angeklagten aus Dörnigheim im so genannten 88er-Prozess.Insgesamt 88 Gegner der nationalsozialistischen Diktatur aus Hanau und Umgebung waren in dem Prozess vor dem Oberlandgericht in Kassel angeklagt und zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, darunter neben Käthe Jonas auch ihr Mann Peter Jonas, ihr Vater Karl Seng sowie ihre Brüder Adam und Karl. Käthe Jonas wurde wegen Verbreitung illegaler Schriften zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, später brachten die Nationalsozialisten sie ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Ende April 1945, als sich die alliierten Armeen dem Lager näherten, wurden die Häftlinge, darunter auch Käthe Jonas, noch zu einem Todesmarsch gezwungen. Nach ihrer Befreiung und einer mehrwöchigen Odyssee kehrte Käthe Jonas nach Dörnigheim zurück, wo sie sich erneut politisch wie gesellschaftlich engagierte. Zudem beteiligte sie sich an der Gründung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) in Hanau und gründete mit anderen überlebenden Frauen die ‚Lagergemeinschaft Ravensbrück‘. Sie verstarb am 25. Januar 1977 im Alter von 74 Jahren in Essen, dem Wohnort ihrer Tochter.

Mit der Umbenennung des Platzes vor dem Frankfurter Hof zum Andenken an die Dörnigheimer Widerstandskämpferin soll Käthe Jonas stellvertretend für alle Menschen aus diesem Ort geehrt werden, die sich in den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft für die Rechte und den Schutz ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger eingesetzt haben.

Auf dem Platz soll zudem eine erläuternde Gedenktafel aufgestellt werden. Die Kosten für die Herstellung und Installation der Gedenktafel sollen vorrangig durch eingeworbene Beiträge der Initiatoren, beteiligten Organisationen sowie durch private Spenden gedeckt werden.


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de