In ihrem Werk setzt sich Reichelt mit ihrer eigenen Lebensgeschichte auseinander – einer Geschichte, die lange Zeit von Irrtümern und Sprachlosigkeit geprägt war. „Ich habe mich über nahezu alles Wichtige in meinem Leben geirrt“, schreibt sie. Erst mit Mitte Vierzig erkennt sie, dass ihre vermeintlich normale Kindheit von sexuellen Übergriffen und emotionaler Vernachlässigung überschattet war. In einer existenziellen Krise beginnt sie, ihr Leben neu zu betrachten und zu erzählen.
Reichelts Text ist mehr als eine persönliche Aufarbeitung – er ist ein kluges, berührendes und literarisch anspruchsvolles Nachdenken über Erinnerung, Wahrheit und die Grenzen des Sagbaren. Dabei stellt sie Fragen, die weit über ihre eigene Geschichte hinausgehen: Was können wir über uns wissen? Wie verlässlich sind unsere Erinnerungen? Und wie lässt sich erzählen, ohne anderen ihre eigene Geschichte zu nehmen?
Ihr Essay ist ein inspirierender Beitrag zur MeToo-Debatte und zur literarischen Auseinandersetzung mit Traumata. Er ermutigt dazu, die eigene Lebensgeschichte zu reflektieren und Worte für das Unsagbare zu finden. Die Lesung findet anlässlich des Europäischen Tags zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexueller Gewalt statt, der jährlich am 18. November begangen wird. Ziel dieses Tages ist es, das Bewusstsein für die Rechte und den Schutz von Kindern zu stärken und ein Zeichen gegen sexualisierte Gewalt zu setzen.
Die Veranstaltung ist Teil des von der Stadt Maintal initiierten Aktionsmonats gegen sexualisierte und häusliche Gewalt. Mit Formaten wie dieser Lesung sollen Räume für Austausch, Reflexion und Selbststärkung geschaffen werden.
Der Eintritt beträgt sechs Euro. Karten können an der Abendkasse erworben werden. Eine Reservierung ist unter maintal.de/lesung möglich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an diesem Abend teilzunehmen und mit Jutta Reichelt ins Gespräch zu kommen.
Weitere Informationen sind unter www.maintal.de/monatgegengewalt zu finden. Fragen beantwortet der Fachdienst Kulturelle Bildung der Stadt Maintal unter der Telefonnummer 06181 400-449 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
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