JTW führt psychologisches Schauspiel “Fleisch” auf

Wachenbuchen
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Am Fr., 10. Juni und Sa., 11. Juni sowie am Fr., 17. Juni und Sa., 18. Juni führt das Junge Theater Wachenbuchen jeweils um 19.30 Uhr das Schauspiel „Fleisch“ von Tobias Saelz auf.

„Fleisch bezeichnet im Allgemeinen Weichteile von Mensch und Tieren. Im Besonderen steht der Begriff für Teile von Säugetieren und Vögeln, die zur Ernährung des Menschen genutzt werden. Dazu zählen neben Muskelgewebe mit Fett- und Bindegewebe sowie Knorpelgewebe auch Sehnen sowie bestimmte innere Organe.“

Was die Online-Enzyklopädie Wikipedia als Fleisch definiert, sagt auf den ersten Blick nicht viel aus über das zweite Stück, mit dem das Junge Theater Wachenbuchen nach der Corona-Pause wieder die Bühne des Wachenbücher Gemeindehauses bespielt. Und doch zieht sich das Thema Fleisch als immer wiederkehrendes Symbol durch das gesamte Stück. Wer nun aber einen fröhlichen Grillabend oder einen Hochgesang auf den Vegetarismus erwartet, wird sich getäuscht sehen. Vielmehr erwartet den Zuschauer ein Psychogramm fünf unterschiedlicher Charaktere, die mehr oder weniger zufällig aufeinandertreffen und in Zweierszenen ihre Verbindung zueinander zeigen - mal mit einer guten, mal mit einer weniger guten Chemie. Da wäre Jola, die Fleischerin (Jessica Fritsche), die „manchmal Probleme hat, andere Leute zu verstehen“, die auf Race (Lisa Reichwagen) trifft, eine extrovertierte junge Frau, die der neue Stern am Comedy-Himmel werden möchte. Und da wäre noch Dario (Marco Endres), der jüngst von Panikattacken heimgesucht wird, obwohl dies so gar nicht zu seinem gepflegten Image des Draufgängers passen will und der Kontakt zu Maya (Hannah Striebel) hat, die bei Dario eine starke Schulter sucht, da sie bei ihrer Lebensgestaltung auf keinen grünen Zweig kommt und „weder Fisch noch Fleisch“ sein kann. Und da wäre noch Jonas (David Lamm), der irgendwie nicht so ganz reinzupassen scheint in diese Geschichte und dennoch weiß, wie man sich im Gespräch hält.

Fleisch ist nach „Die Sorglosen“, „Geflügelschere“ und „Schreiadler“ das vierte Stück, das Tobias Saelz beim Jungen Theater Wachenbuchen inszeniert und bei dem es ihm wie bei den vorherigen Stücken in erster Linie auf die authentische Darstellung seiner Spielenden ankommt. „Eine intensive Rollenarbeit mit gelerntem Text ab der ersten Probe und eine Psychologisierung der Figuren steht bei uns im Mittelpunkt. Es geht weniger darum, wer sich auf der Bühne wann wohin bewegt, sondern es geht darum, dass jeder und jede Spielende die Rolle so für sich annimmt, dass die Darsteller:innen aus ihrer Figur heraus handeln, auch spontan und immer wieder neu, sodass die Darstellung immer frisch und authentisch bleibt und nie eingeübt oder auswendig gelernt wirkt“, verrät Saelz, dafür sei das Erforschen des Innenlebens der Figuren und das gemeinsame Reflektieren darüber immer zentraler Bestandteil aller Proben.

Saelz hat das Stück (ebenso wie „Schreiadler“) selbst verfasst und es wurde bereits 2020 in das Verlagsprogramm des Deutschen Theaterverlags zum Vetrieb an andere deutschsprachige Bühnen aufgenommen. Im Spätsommer 2020 starteten auch bereits die Proben für das Stück in Wachenbuchen, ein mutiges Unterfangen angesichts der Corona-Krise, das auch bereits nach nur zwei Monaten eingestellt werden musste. Ein Jahr später traute sich das Ensemble dann, trotz der noch bestehenden Unwägbarkeiten, einen zweiten Versuch zu unternehmen - und diesmal kam die Gruppe ohne größere Probenverzüge durch den Winter. So kann das Stück, das skurrilerweise durch die Verzögerung mittlerweile bereits an anderen deutschen Bühnen gespielt wurde, endlich auch von dem Ensemble, für das es geschrieben wurde, selbst aufgeführt werden.

Die Aufführungen finden statt am 10., 11., 17. und 18. Juni im Gemeindehaus Wachenbuchen, Kilianstädter Str. 1a. Tickets gibt es am Tickettelefon vom Jungen Theater Wachenbuchen unter 01771494543 per Whatsapp- oder Anruf. Ab sofort gibt es auch digitale Tickets, die nach der Überweisung direkt auf das Handy geschickt werden und nicht ausgedruckt werden müssen. Das Tragen einer Maske am Platz wird empfohlen, da die Zuschauertribüne wieder ganz besetzt werden darf. 

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