Die Besuchergruppe aus Maintal, Teilnehmer einer Bildungsfahrt des Brüder-Schönfeld-Forum e.V. zur Gedenkstätte Trutzhain, staunten nicht schlecht.
Die Besuchergruppe aus Maintal, Teilnehmer einer Bildungsfahrt des Brüder-Schönfeld-Forum e.V. zur Gedenkstätte Trutzhain, staunten nicht schlecht.
Als sie sich in der Dauerausstellung des ehemaligen Kriegs- und späteren Flüchtlingslagers im nordhesssichen Schwalmstadt umsahen, entdeckten sie auf einer Tafel zu den Einsatzorten der Kriegsgefangenen auch den Ortsnamen Wachenbuchen. Er war dort als einer der Orte markiert, wohin Gefangene aus Polen zur Zwangsarbeit abkommandiert worden waren.
Tatsächlich enthält eine vom hiesigen Ortschronisten Peter Heckert schon vor Jahren vorgenommen Zusammenstellung die Namen und Verwendungsstellen von 16 polnischen Krieggefangenen aus dem nordhessischen Stalag („Stammlager“) IX A in Ziegenhain. 13 dieser Polen wurden bereits im zweiten Monat nach Kriegsbeginn nach Wachenbuchen gebracht, wo sie in bäuerlichen Privatbetrieben Zwangsarbeit leisten mussten. Um die Schutzvorschriften der Genfer Konvention für Krieggefangenen zu umgehen, hatte man die Gefangenen pro forma zu ausländischen Zivilarbeitern erklärt, für die besonders schlechte Arbeitbedingungen festlegt worden waren.
Die Gedenkstätte Trutzhain dokumentiert nicht nur die Periode des Kriegsgefangenenlagers. Breiten Raum nimmt auch die Nachkriegszeit ein, in der zunächst die US-Armee das Sagen hatte und die das Lager für internierte Nazis und für „Displaced Persons“ nutzte. Danach standen die Bauten für die Unterbringung der zahllosen Flüchtlinge aus den Ostgebieten zur Verfügung, woraus sich schon in den 50er Jahren eine selbständige Gemeinde mit dem Namen Trutzhain entwickelte, heute ein Teil von Schwalmstadt.
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