Deshalb war es für die beiden Vorsitzenden der Volksbühne Maintal naheliegend, auch Aufführungen für ein junges Publikum ins Programm aufzunehmen. 2019 gab es mit Charles Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“ erstmals ein Angebot für Kinder und Jugendliche. Um auch künftig Stücke für ein junges Publikum zu günstigen Konditionen präsentieren zu können, erhält die Volksbühne Gelder aus dem Kulturfonds des Main-Kinzig-Kreises.

Der Kulturfonds wurde eingerichtet, um interessante und nachhaltig angelegte Kulturprojekte im Main-Kinzig-Kreis zu fördern, die zudem eine gewisse Strahlkraft für die Region besitzen. Damit verbunden ist die Idee, kulturelle Angebote und Initiativen vor Ort zu verankern und weiterzuentwickeln. Vor wenigen Tagen entschieden Kreisausschuss und Kreistagsauschuss über die Vergabe der Gelder. Unter anderem profitiert die Volksbühne Maintal von den Fördermitteln. Sie erhält für das Projekt „Kinder und Jugendliche ins Theater“ insgesamt 19.500 Euro.

Die Nachricht aus Gelnhausen sorgte in Maintal für große Freude. „Das ist ganz wunderbar für uns! Die Fördermittel erlauben, dass wir Kindern und Jugendlichen einen günstigen Theaterbesuch ermöglichen können“, erklärt Katharina Lüer, Vorsitzende der Volksbühne Maintal. Damit dienen die Gelder nicht nur einem kulturellen, sondern ebenfalls einem sozialen Zweck. „Wir können so einen Eintrittspreis von fünf Euro anbieten. Für Kinder aus sozial schwachen Familien wird der Besuch kostenlos sein“, fügt sie hinzu.

Auch Maintals Kulturbeauftragter Jochen Spaeth begrüßt die Möglichkeit, dauerhaft ein niedrigeschwelliges Angebot für Kinder und Jugendliche einzurichten. „Damit fördern wir die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig stärken wir die Volksbühne, indem wir gezielt ein junges Publikum ansprechen und gewinnen“, so Spaeth. Gemeinsam mit dem Kulturbeauftragten des Main-Kinzig-Kreises, Matthias Schmitt, hatte er die Volksbühne Maintal bei der Suche nach geeigneten Fördermöglichkeiten unterstützt. „Dass die Volksbühne nun Gelder aus dem Fonds erhält, ist eine wichtige Investition in die Zukunft von Maintals größter kultureller Institution, die allen Bürgerinnen und Bürgern wohnortnah und preisgünstig Theaterbesuche ermöglicht“, fügt der Erste Stadtrat und Kulturdezernent Karl-Heinz Kaiser hinzu.

Als Ulrich und Katharina Lüer Ende 2018 die Vorstandsämter des Vereins Volksbühne Maintal übernahmen, stand für beide schnell fest, dass sie sich ein heterogenes Publikum wünschen. „Wir möchten uns öffnen und gezielt auch jüngere Theatergäste mit unserem Programm ansprechen. Schließlich soll die Volksbühne ein modernes, ansprechendes Image und eine Zukunftsperspektive haben. Dafür braucht es die Ansprache eines jüngeren Publikums“, sagt Katharina Lüer.

Nach dem erfolgreichen Gastspiel von Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“ für Kindergruppen und Schulklassen im vergangenen Dezember mussten die für diese Saison geplante Aufführungen für Kinder und Jugendliche Corona-bedingt verschoben werden. Doch das Ehepaar Lüer ist zuversichtlich, dass die rund 700 bereits angemeldeten Schulkinder dann im Herbst 2021 die Vorstellungen des Theaters Mimikri besuchen werden.

Weil die Verwendung der Fördergelder auf drei Jahre ausgerichtet ist, ist für das Jahr 2022 bereits mit der Albert-Einstein-Schule vereinbart, dass rund 100 Oberstüfenschüler*innen ein Stück der regulären Aboreihe besuchen dürfen. „Der Besuch der Vorstellungen soll dabei in den Schulen vor- und nachbereitet und durch passende Unterrichtshalte ergänzt werden“, berichtet Katharina Lüer. Und auch in 2023 wird es ein auf ein junges Publikum zugeschnittenes Angebot geben. Derzeit informieren sich die Lüers über verschiedene Möglichkeiten und Formate.

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