Fragen und Antworten zum Neubau des Maintalbades

Auch das neue Maintalbad wird als bezahlbares Schwimmbad für alle geplant: Familien, Senior*innen, Vereine und Schulen. Foto: Stadt Maintal

Maintal
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Maintal erhält ein neues Schwimmbad. "Mit dieser Entscheidung bekennen sich Magistrat und Stadtverordnetenversammlung klar dazu, dass es in der Stadt weiterhin ein Schwimmbad geben soll – als Freizeitangebot für die Menschen in Maintal und der Region, als Sportstätte für Vereine und für den Schwimmunterricht der Schulen. Die aktuelle Planung des Büros KRIEGER Architekten | Ingenieure GmbH greift diese Anforderungen auf und entwirft ein Maintalbad, das multifunktional, attraktiv und bezahlbar sein wird", heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

Nachfolgend beantwortet die Stadtverwaltung Fragen zu dem Vorhaben.

Warum braucht es einen Neubau?

Das Maintalbad stammt aus dem Jahr 1974. Damals hieß es noch Mittelpunkt-Schwimmbad. Trotz kräftiger Investitionen in Maßnahmen zur Sanierung und Aufwertung im Laufe der Jahre nähert sich das Maintalbad dem Ende seines Lebenszyklus‘. Auf Basis einer Machbarkeitsstudie, intensiven Beratungen und sorgfältiger Abwägung aller Kriterien wurde der Beschluss für einen Neubau gefasst.

Warum ist eine Sanierung keine Option?

Die Gebäudehülle eines Schwimmbads hat eine Lebensdauer von durchschnittlich 60 bis 70 Jahren. Diese ergibt sich aus der Nutzung als Schwimmbad (z.B. Luftfeuchtigkeit). Eine millionenschwere Sanierung bedeutet nur eine kurzfristige Mängelbehebung. Allein aus Kostengründen ist eine Sanierung deshalb keine Option und der Neubau die wirtschaftlichste Lösung.

Wie ist der aktuelle Planungsstand?

Die Vorplanung ist abgeschlossen. Zurzeit wird die Entwurfsplanung vorbereitet, das heißt, nach Beschluss des Raumkonzepts erfolgt die weitere Ausarbeitung.

Für wen ist das neue Bad gedacht?

Das neue Maintal wird als Schwimmbad für alle geplant – das heißt, für alle Alters- und alle Nutzergruppen. Es soll ein sozialer Begegnungsort sein: Hier lernen Kinder schwimmen, Vereine führen ihr Sportangebot durch und Familien können wohnortnah ihre Freizeit verbringen. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) bietet hier Training und Kurse an. Somit wird das Maintalbad ein niedrigschwelliges Alltagsbad.

Welche Ausstattung sieht die Planung vor?

Das Maintalbad wird als Familienbad und Sportstätte konzipiert. Die Planungen greifen die daraus resultierenden Anforderungen und Bedarfe der unterschiedlichen Nutzergruppen auf. Vorgesehen sind ein Hallen- und ein Freibad, die ganzjährig parallel betrieben werden. Das Hallenbad verfügt über

  • ein Schwimmerbecken,
  • ein Planschbecken,
  • ein Nichtschwimmerbecken,
  • sowie – angesichts der steigenden Nachfrage - über ein Kursbecken. Damit können Kursangebote mit sportivem, regenerativem oder entspannendem Charakter parallel zum regulären Badebetrieb stattfinden, ohne dass dieser gestört wird oder eingeschränkt werden muss. Zudem lassen sich damit zusätzliche Einnahmen erzielen.

Im Freibad soll es

  • ein Planschbecken,
  • ein großes Nichtschwimmerbecken und weiterhin
  • einen Sprungturm mit Ein-, Drei- und Fünf-Meter-Absprunghöhe geben, sodass die Abnahme von Schwimmabzeichen gewährleistet ist.
  • Zusätzlich sind eine ganzjährig nutzbare Röhrenrutsche und eine Gastronomie geplant.

Welche Erlebniselemente soll es geben?

Der Besuch eines Schwimmbads soll natürlich ein Erlebnis sein. Das bedeutet aber nicht, dass es dafür zwangsläufig ein extravagantes Erlebnisbad braucht. Schon jetzt gibt es im Maintalbad Angebote, die für viel Badespaß sorgen. Deshalb soll es auch in Zukunft Erlebniselemente wie Bodensprudler oder eine Breitrutsche im Freibad geben. Das Planschbecken im Freibad wird zudem durch einen Spraypark für die Kleinen ergänzt. Zusätzlich wird eine ganzjährig nutzbare Röhrenrutsche gebaut.

Ein Spraypark für ältere Kinder und Jugendliche, sowie eine zweite Röhre für die Rutsche oder eine Sauna werden nicht realisiert. Es besteht aber die Möglichkeit, diese Elemente zu einem späteren Zeitpunkt – abhängig von der wirtschaftlichen Lage – nachzurüsten.

Was ist ein Cabrio-Dach und welche Vorteile bietet es?

Ein Cabrio-Dach erlaubt, die Dachkonstruktion innerhalb weniger Minuten auf- oder zuzufahren, um das Schwimmerbecken im Hallenbad witterungsabhängig zu nutzen – entweder als zusätzliches Freibadangebot oder als reines Hallenbad. Dadurch kann das Hallenbad auch außerhalb der klassischen Sommersaison als Freibadangebot genutzt werden. Zudem lassen sich durch das Cabrio-Dach Betriebskosten reduzieren. Denn sobald das Dach geöffnet ist, wird die energieintensive Lüftungsanlage für diesen Bereich abgestellt und es wird vom solaren Wärmegewinn profitiert. Der kolportierte Einbau eines Panoramadachs stand und steht nicht zur Debatte.

Wie wirkt sich der Neubau auf die Eintrittspreise aus?

Der Grundsatz familienfreundlicher Eintrittspreise gilt auch für die Zukunft. Das Maintalbad wird als Schwimmbad geplant, dessen Besuch sich alle Menschen leisten können sollen. Dieser Anspruch gilt allein schon vor dem Hintergrund der wichtigen Bedeutung des Schwimmenlernens. Hierfür braucht es kommunale Bäder – und zu dieser Verantwortung bekennt sich die Stadt Maintal.

Wie teuer wird der Neubau?

Die aktuelle Kostenkalkulation beläuft sich auf 38,4 Millionen Euro einschließlich der Abbruchkosten für die bestehende Anlage. Darin enthalten sind auch Abdeckungen für die Außenbecken, um einen Wärmeverlust in den kühleren Nächten zu verhindern und Energie zu sparen. Ursache der Kostensteigerung gegenüber der ursprünglichen Kalkulation von 2021 sind die deutlich gestiegenen Baukosten. Deshalb erfolgt parallel zur Fortführung der Planungen eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, welche die Folgekosten und -einnahmen über den gesamten Nutzungszeitraum des Bades berücksichtigt.

Lassen sich die Investitionskosten durch Verzicht auf einige Elemente reduzieren?

Um ein kommunales Schwimmbad so wirtschaftlich wie möglich zu betreiben, braucht es stabile Einnahmen. Um Eintrittsgelder durch möglichst hohe Besucherzahlen mit einer langen Verweildauer zu generieren, braucht es wiederum ein attraktives Angebot. Deshalb sind Elemente wie eine Röhrenrutsche, der Spraypark für die Kleinen, das Cabrio-Dach und eine Gastronomie sinnvoll. Sie sorgen für Attraktivität und einen langen Aufenthalt im Maintalbad. Ohne diese Elemente liegen die kalkulierten Kosten dennoch bei rund 35 Millionen Euro. Die Einsparungen sind also nur marginal. Gleichzeitig ist das Bad dann deutlich unattraktiver – und das über den gesamten Nutzungszeitraum. Bei einer Änderung des Projekts ändern sich zudem die Grundlagen für die Berücksichtigung im Rahmen des Förderprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“, sodass die Zuwendung in Höhe von sechs Millionen Euro gefährdet wäre.

Wie wird der Neubau finanziert?

Die kalkulierten Kosten von 38,4 Millionen Euro beinhalten sowohl Planungs- als auch Baukosten. Im Rahmen des Förderprogrammes „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ erhält die Stadt Maintal sechs Millionen Euro. Die Beteiligung an weiteren Förderprogrammen wird geprüft. Dabei verteilen sich die Investitionskosten auf die Jahre 2023 bis einschließlich 2027. Danach wird mit jährlichen Fixkosten von rund 2,2 Millionen Euro gerechnet.

Steht die derzeitige wirtschaftliche Situation nicht einem Neubau entgegen?

Die Zukunft des Mitte der 70er Jahre errichteten Maintalbads ist bereits seit mehr als einem Jahrzehnt Gegenstand von Gesprächen und politischen Entscheidungen. Die Planungen für das neue Maintalbad haben bereits 2017 mit einer Machbarkeitsstudie begonnen. Zu diesem Zeitpunkt waren die aktuellen Entwicklungen nicht absehbar. Dennoch braucht es auch in diesen Zeiten Investitionen in die städtische Infrastruktur und damit in den Standort Maintal. Zudem ist es angebracht, dass die öffentliche Hand auch antizyklisch agiert, um die Wirtschaft durch eine gute Auftragslage stabil zu halten und Steuereinnahmen sowie Arbeitsplätze zu sichern.

Was würde passieren, wenn auf den Neubau verzichtet würde?

Die Technik des Maintalbades ist völlig überaltert und kann jederzeit nicht mehr funktionsfähig sein. Je nachdem, welcher Technikbereich betroffen ist, hätte dies die sofortige Schließung des Bades zur Folge. Damit stünde kein Schwimm- und Trainingsangebot mehr in Maintal zur Verfügung. Da die Kapazität der vorhandenen Wasserflächen in der Region schon heute nicht ausreicht, um alle Bedarfe zu befriedigen, würde eine Schließung des Maintalbads diese Situation erheblich verschärfen.

Fazit: „Mit dem aktuellen Entwurf planen wir ein familienfreundliches Bad und eine moderne Sportstätte für Schulen und Vereine. Ein solches Angebot braucht es mehr denn je, auch wenn kommunale Bäder nicht kostendeckend betrieben werden können. Aber sie sind - gerade als Gegengewicht zu teuren Erlebnisbädern - unerlässlich, damit sich alle Menschen einen Schwimmbadbesuch leisten und Kinder weiterhin sicher schwimmen lernen können. Das neue Maintalbad ist nicht nur eine Investition in den Standort Maintal. Davon profitieren auch die umliegenden Kommunen. Magistrat und Stadtverordnetenversammlungen bekennen sich damit zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe des Schwimmenlernens. Dabei gehen wir selbstverständlich verantwortungsvoll mit öffentlichen Geldern um und betrachten Planung, Bau und Betrieb des künftigen Maintalbads konsequent unter den Aspekten der Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Effizienz“, unterstreicht Bürgermeisterin Monika Böttcher.

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Auch das neue Maintalbad wird als bezahlbares Schwimmbad für alle geplant: Familien, Senior*innen, Vereine und Schulen. Foto: Stadt Maintal


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