Unzuverlässige Zugverbindungen: Maintal macht Druck beim RMV

Maintal
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Nichts scheint so zuverlässig zu sein wie die Unzuverlässigkeit der Zugverbindungen von Maintal nach Frankfurt und Hanau. Die wiederkehrenden Beschwerden von Fahrgästen über Verspätungen und Ausfälle haben Magistrat und Stadtverordnetenversammlung nun veranlasst, den RMV mit einer Resolution aufzufordern, die unhaltbare Situation an den beiden Maintaler Bahnhöfen umgehend zu beseitigen – nicht erst mit der Nordmainischen S-Bahn.



Dem schienengebundenen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kommt für die Verkehrswende und eine klimaschonende Mobilität eine besondere Rolle zu. Davon ist an den beiden Maintaler Bahnhöfen allerdings wenig zu spüren. Fahrgäste berichten regelmäßig von Zugverspätungen und -ausfällen. Die Informationen darüber sind – so sie denn überhaupt erfolgen – oft dürftig und häufig nicht in der App des RMV hinterlegt.

Wer sich darüber beim RMV als Besteller und Vertragspartner der Betreibergesellschaften der Linien RB 54, RB 58 und RB 59 beschwert, erhält in der Regel unverbindliche Antworten. „Die Situation ist für Bahnreisende und Pendler*innen mehr als unbefriedigend. Sie ist in keiner Weise geeignet, den Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den öffentlichen Nahverkehr zu fördern, um die erforderliche Mobilitätswende voranzutreiben“, beanstandet Bürgermeisterin Monika Böttcher. Im Gegenteil: Immer mehr Pendler*innen nutzten wieder das Auto, um die Wege von und zur Arbeit zurückzulegen. Für den Wohn- und Wirtschaftsstandort Maintal sei diese unzuverlässige Bahnanbindung ein gravierender Standortnachteil.

Um den Missstand auszugleichen und insbesondere Pendler*innen eine verlässlich Alternative im öffentlichen Nahverkehr zu bieten, gibt es seit Ende 2020 zwei Expressbus-Linien des Stadtverkehrs Maintal (SVM), die morgens und nachmittags für eine schnelle Anbindung der Stadtteile Wachenbuchen, Hochstadt und Dörnigheim an die U-Bahn-Station in Enkheim sorgen. „Die Stadt Maintal nimmt dafür aus eigenen Mitteln einen mittleren sechsstelligen Betrag in die Hand, um ein Stück weit das zu kompensieren, was der RMV nicht bereitstellt“, betont Böttcher als Aufsichtsratsvorsitzende der städtischen Busverkehrsgesellschaft.

Auf Initiative des Magistrats und mit Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung wurde eine Resolution auf den Weg gebracht, die den RMV in die Pflicht nehmen soll, mit dem Ziel: für verlässliche Zugverbindungen zu sorgen und die Fahrgastkommunikation über Verspätungen und Ausfälle zu optimieren. Denn der RMV ist gemäß dem Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr in Hessen (ÖPNVG) Vertragspartner der Betreiber und damit verantwortlich für eine ordnungsgemäße Erbringung der Leistung. „Dazu sollte unbedingt auch die Einhaltung der Fahrpläne gehören. Diese Selbstverständlichkeit mit Nachdruck einzufordern ist Sache des RMV. Wenn Abmahnungen oder Vertragsstrafen wirkungslos bleiben, muss der jeweilige Vertrag notfalls gekündigt und die Leistung an einen anderen Betreiber neu vergeben werden“, so die gemeinsame Überzeugung von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung.


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