Maintal: Neue Ideen für eine Mainquerung

Maintal

Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Maintal am 20. August stellten Architekturstudierende der Hochschule Darmstadt zwei Konzepte für eine Brücke über den Main vor. Beide Entwürfe sind für Radfahrer und Fußgänger gedacht und stießen auf großes Interesse. Die Veranstaltung war von der Interessengemeinschaft (IG) „Das Mainufer den Menschen“ zusammen mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) organisiert worden. IG-Sprecher Heinz-Josef Mühlmeyer forderte, das Maintaler Mainufer dauerhaft als Naherholungsgebiet zu erhalten: "Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich, dass das Mainufer als Erholungsraum gestärkt, und nicht durch zusätzlichen Autoverkehr belastet wird.“

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Jörg Dietrich vom ADFC hob hervor, dass eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke ein Symbol für eine lebenswerte und nachhaltige Region wäre, sie würde Menschen zusammenbringen, Wege verkürzen, und ein Zeichen für umweltfreundliche Mobilität Infrastruktur setzen. Sie stehe für Fortschritt, für Zusammenarbeit zwischen Kommunen und für den Mut, Zukunft aktiv zu gestalten.

Brückenkonzepte mit Blick auf Umwelt und Aufenthaltsqualität

Im voll besetzten Evangelischen Gemeindezentrum in Maintal-Dörnigheim präsentierten Melanie Mayer, Lennart Hammerschmidt, Marius Noé und Luc Wiesner von der Hochschule Darmstadt ihre Ideen für eine Querung des Mains. Vorgestellt wurden zwei sehr unterschiedliche Brückenvarianten, die ausschließlich Fußgängern und Radfahrern vorbehalten wären. Das Publikum honorierte die Präsentationen mit viel Beifall. „Unser Ziel war es, nicht nur eine Querung, sondern auch einen Mehrwert für die Menschen an beiden Ufern zu schaffen“, erläuterte die Studentin Melanie Mayer.

Eines der Brückenmodelle sieht einen in einer weiten S-Kurve geführten Steg vor, der von Pylonen und Stahlseilen getragen wird. Der zweite Entwurf setzt stärker auf Aufenthaltsqualität: geschwungene Rampen mit Bäumen, Sitzgelegenheiten über dem Wasser sowie zusätzliche Flächen am Ufer, die als Badebucht oder Treppenanlage genutzt werden könnten.

Die Studierenden betonten, dass es sich bei ihren Modellen nicht um baureife Pläne handele, sondern um erste Ansätze. Angaben zu Kosten oder Bauzeit konnten sie daher nicht machen. Ulrich Klee, Vorsitzender des ADFC Main-Kinzig verwies auf vergleichbare Projekte: Eine Rad- und Fußgängerbrücke in Bayern habe beispielsweise rund eineinhalb Jahre Bauzeit erfordert und Kosten im zweistelligen Millionenbereich verursacht.

Sowohl Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher als auch Mühlheims Bürgermeister Dr. Alexander Krey machten deutlich, dass mit der Vorstellung der Entwürfe keine Vorentscheidung getroffen sei. Eine Kosten-Nutzen-Analyse zu einer möglichen Elektrofähre werde noch erstellt. Auch Vertreter der Bürgerinitiative (BI) für eine Elektrofähre waren anwesend und beteiligten sich an der Diskussion. Sie unterstrichen vor Allem ihre Forderung, dass alle Personengruppen und auch alle Verkehrsmittel, auch der motorisierte Verkehr einzubeziehen seien.

Mainufer als öffentlicher Raum: Für die Menschen, nicht für den Durchgangsverkehr

Im letzten Teil der Veranstaltung konnten die Brückenmodelle und Pläne in Anwesenheit der Studierenden begutachtet werden. Weiterhin konnten alle Teilnehmenden Anregungen, Wünsche und Ideen an einer Pinnwand hinterlassen. Hier wurde darauf aufmerksam gemacht, dass ein Fährbetrieb mit KFZ-Transport erhebliche Nachteile und Risiken mit sich bringen würde. Die engen Straßen ließen keine starken Zufahrtsströme zu. Für Besucher und Nutzer entstünden Belastungen und insbesondere für die vielen Spaziergänger, Familien mit Kindern sowie mobilitätseingeschränkten Menschen wäre der Weg zum und am Uferbereich nicht mehr ausreichend sicher.

Andere Teilnehmende lehnen eine Autofähre kategorisch ab. Diese würde zusätzliche Verkehrsprobleme schaffen und den Charakter des Mainufers als Naherholungsgebiet stark beeinträchtigen. Demgegenüber wurde unterstrichen, wie eine reine Fußgänger- und Radfahrerbrücke den Freizeitwert des Mainufers weiter steigern könnte.

Ausblick

Die IG erwartet mit Interesse sowohl die angekündigte Kosten-Nutzen-Analyse zur Elektrofähre, die bis Jahresende vorliegen soll, als auch die Machbarkeitsstudie vom Regionalverband zur Fahrradfahrer- und Fußgängerbrücke. Zugleich betont die Interessengemeinschaft, dass der Schutz des Mainufers, die Förderung umweltfreundlicher Mobilität und die Aufenthaltsqualität am Wasser zentrale Kriterien jeder Lösung bleiben müssen.

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