Kaum zwei Wochen ist es her, dass der Maintaler Erste Stadtrat Karl-Heinz Kaiser (SPD) in einem Interview aus der Zeit vor der Kommunalwahl zitiert wurde: „Es kann nicht sein, dass die Stadt Maintal schon seit Jahrzehnten im Kreisausschuss nicht präsent ist. Hier muss die Stimme Maintals lauter werden.“
Mit der Neuwahl des Kreisausschusses am 8. Mai 2026 hat sich die Situation geändert. Denn mit dem Maintaler Kreistagsabgeordneten Prof. Joachim Fetzer (FDP) wurde nun ein Vertreter der größten Kommune im Main-Kinzig-Kreis in das Regierungsgremium gewählt und wird diesem Gremium in der neuen Wahlperiode von Beginn an angehören.
„Es ist gut, dass es einen zusätzlichen Gesprächskanal zwischen Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Maintal gibt, nicht nur in der Bürgermeisterkreisversammlung und in den zahlreichen Kontakten der Hauptamtlichen, sondern nun auch in der ehrenamtlichen Politik“, gratuliert Karl-Heinz Kaiser dem frisch gewählten Maintaler Kreisbeigeordneten. „Von Breitband über Katastrophenschutz bis Schulbau gibt es zahlreiche Themen, die Kooperation erfordern, von den Finanzthemen - Stichwort: Kreisumlage - ganz zu schweigen. Da sollten wir Maintaler uns parteiübergreifend enger abstimmen“, wünscht sich Kaiser in seiner Funktion als Kreistagsabgeordneter.
Fetzer selbst wechselt mit einem lachenden und einem weinenden Auge vom Parlament auf die Regierungsbank. „Parlament heißt, Argumente zu schärfen und auch Disput und Meinungsunterschied öffentlich darzustellen. Mit Begeisterung habe ich in den vergangenen fünf Jahren die Fahne des Liberalismus hochgehalten, auch wenn es manchen nicht gefallen hat. Jetzt kommt eine andere Aufgabe in einem sogenannten Kollegialorgan ohne öffentliche Debatte.“
Jana Freund ist aktuell die dritte aus der „Maintal Connection“ im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises. An ihrem eigenen Geburtstag hatte die frisch gewählte Abgeordnete ihre erste Kreistagssitzung. In zwei Parlamenten sitzt die Bischofsheimerin mit Liberalen in einer Fraktionsgemeinschaft: FDP/WAM in Maintal und FDP/VOLT im Kreistag. Ihren Kollegen Fetzer kennt sie aus fünf Jahren Maintaler Parlamentsarbeit: „Fetzer steht für klare Argumente und gleichzeitig die Fähigkeit zu Kompromiss und Kooperation. Ich bin sicher, dass er auch dieses Gremium konstruktiv bereichern und voran bringen wird.“
„Seit 2021 durfte ich in der Maintaler Stadtverordnetenversammlung und gleichzeitig im Kreistag Kommunalpolitik im Schnellkurs lernen. Dafür bin ich den Wählern sehr dankbar“, sieht Fetzer sich gut vorbereitet für die neue Aufgabe und hätte auch einen Wunsch für die Zukunft: Dass die Maintaler Politik ihre politische Bedeutung im Main-Kinzig-Kreis ernster nimmt als bisher.
„Geografisch und beim Lebensgefühl ist Maintal Teil des urbanen Rhein-Main-Gebietes und gehört politisch zum ländlich geprägten Main-Kinzig-Kreises. Das schafft eine besondere, zwiegespaltene Situation, egal ob man dies nun „Brücke zwischen Stadt und Land“ nennt oder „Grenze des MKK nach Frankfurt“ oder wie die Bürgermeisterin „Entree des Main-Kinzig-Kreises“, spielt Fetzer auf eine seiner letzten Debatten im Maintaler Stadtparlament an.
Nun wechselt er in den 13-köpfigen Kreisausschuss. Dieser ist auf Kreisebene das, was in Maintal der Magistrat ist: Ein Kollegialorgan, welches die Hauptamtlichen berät und unterstützt. Alle Vorlagen, die von Seiten der Verwaltung in das Kommunalparlament, sei es Stadtverordnetenversammlung oder Kreistag, eingebracht werden, haben immer zuerst Magistrat oder Kreisausschuss durchlaufen. Aber auch Auftragsvergaben und viele andere Entscheidungen liegen letztlich beim Kreisausschuss.
Aller Voraussicht nach wird die Maintaler Gruppe im Kreistag ab der nächsten Sitzung am 12. Juni 2027 ergänzt um Souad Hani-Pouya, die dann der CDU-Fraktion angehören wird. Auch wenn man in der neuen Wahlperiode nicht zwangsläufig gleiche Positionen vertreten wird, so beabsichtigt man dennoch im Sinne und zum Wohl der Stadt Maintal zusammenzuarbeiten. Mit Magistrat und Stadtverordnetenversammlung der Stadt Maintal will man versuchen, einen regelmäßigen Austausch zu etablieren, um gemeinschaftlich nicht nur besser informiert zu sein, sondern auch abgestimmt agieren zu können.

Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de















