Suche in Maintal: Polizei verstärkt Sonderkommission

Maintal

Seit fünf Tagen sucht die Polizei in Maintal nach Harry und Sieglinde Klock, es gibt viele Spuren, aber immer noch keinen konkreten Hinweis, wo das Ehepaar verblieben ist. Immerhin ist seit gestern klar: Die Blutspritzer, die im Eingangsbereich des Hauses auf dem vermieteten Grundstück der Eheleute aus Frankfurt gefunden wurden, stammen von den beiden 57-Jährigen.

Höfler Fenster

sonarmaintalsonarmaintal1sonarmaintal2sonarmaintal3sonarmaintal4sonarmaintal5sonarmaintal6Das hat eine DNA-Analyse beim Landeskriminalamt ergeben. Die Polizei geht daher mehr denn je davon aus, dass beide einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sind.

Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze teilte gestern Abend mit, dass die Sonderkommission der Kriminalpolizei Hanau auf zehn Personen verdoppelt und somit die polizeilichen Maßnahmen noch einmal intensiviert wird. Heute Vormittag soll zunächst eine gemeinsame Sitzung von Polizei und Staatsanwaltschaft stattfinden, auf der die aktuelle Beweislage erörtert und die weitere Vorgehensweise besprochen wird. Anschließend wird die Suche in Maintal fortgesetzt. An anderen Orten finden momentan keine polizeilichen Maßnahmen statt.

Weiterhin in Untersuchungshaft sitzen der 59-jähriger Mieter des Grundstückes am Rande des Stadtteils Dörnigheim sowie sein 29-jähriger Sohn, die beide dort gelebt haben. Die Ermittler sind davon überzeugt davon, dass sie die Eheleute getötet und an einen bislang unbekannten Ort verbracht haben. Als Tatmotiv werden Mietstreitigkeiten vermutet. Allerdings schweigen beide weiterhin beharrlich zu den Vorwürfen. Wie bereits berichtet, hatte ein Leichenspürhund im Fahrzeug eines Tatverdächtigen angeschlagen, das dieser offenbar am Samstag in Weiterstadt bei Darmstadt verkauft hatte. Allerdings hat diese Spur laut Heinze zu keinem Ergebnis geführt. Das Auto wurde von Experten des Landeskriminalamtes untersucht, die erhofften Spuren wurden dabei allerdings nicht gefunden. Inzwischen wurde auch bekannt, dass ein Nachbar Schüsse von dem Grundstück gehört haben will. Ansonsten ist die Anzahl der Zeugen, die sich bislang gemeldet haben, laut Aussage der Polizei „überschaubar“.

Am gestrigen Mittwoch wurde der angrenzende Main in Dörnigheim mit einem Sonarboot der Wasserschutzpolizei abgesucht, der Einsatz von Tauchern war kurzfristig auf den heutigen Donnerstag verschoben worden. Die Bereitschaftspolizei hat zudem mit einem Großaufgebot einen großen Sandhaufen von dem Gelände abgetragen und unter anderem mit Metalldetektoren untersucht. Das Gelände dürfte inzwischen komplett auf den Kopf gestellt worden sein, der entscheidende Hinweis auf den Verbleib von Harry und Sieglinde Klock fehlt aber weiterhin. Am Freitag werden laut Polizeisprecher Rudi Neu jetzt auch Spezialisten des Hessischen Landeskriminalamtes in Maintal zur Unterstützung der polizeilichen Ermittlungen erwartet.


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de