Auch für die heute zur Stadt Maintal gehörenden Orte Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen hat die jetzt im Berliner Tiergarten eröffnete Gedenkstätte Bedeutung.
Mindestens fünf Personen werden vom Maintaler Verein Brüder-Schönfeld-Forum e.V als „Euthanasie“-Opfer geführt. Die Menschen wurden über nahe gelegene Heil- und Pflegeanstalten wie Weilmünster, Marburg oder Herborn in entferntere Anstalten geleitet, um den Tötungszweck für die Familien nicht offensichtlich werden zu lassen. Tötungseinrichtungen waren in diesen Fällen Hadamar bei Limburg , Sonnenstein bei Pirna und Brandenburg. Diese Häuser dienten nur dem Anschein nach der Krankenpflege.
Unter nicht mehr zu klärenden Umständen starb Johanna Appel bereits in Weilmünster, wenige Tage vor ihrem 6. Geburtstag im Jahre 1940. An ihre Mutter Amalie („Malchen“), die am 7. Februar 1941 in Hadamar durch Gas umgebracht wurde, können sich noch einige ältere Bewohner von Wachenbuchen erinnern. Sie wird als eine geistig zurückgebliebene, aber zugängliche Frau beschrieben. In Hadamar starb 1941 durch Gas auch die Dörnigheimerin Marie Rauch. Möglicherweise wurden ihr Depressionen im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes zum Verhängnis.
Über Karl Seng aus Dörnigheim (Tod 1941 in Sonnenstein bei Pirna) und Hilde Stern aus Hochstadt (Tod 1940 in Brandenburg) ist wenig bekannt. Für die Opfer der „Euthanasie“ sind Stolpersteine in folgenden Straßen gesetzt: Untergasse, Kirchgasse, Bogenstraße und Kleine Hainstraße.
Weitere Infos: www.brueder-schoenfeld-forum.de
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