Die Äußerungen aus der Maintaler CDU-Fraktion über die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) enthalten falsche Angaben und zeugen von horrender Unkenntnis, wenn nicht gar von Böswilligkeit, schreibt die Organisation.
Die Äußerungen aus der Maintaler CDU-Fraktion über die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) enthalten falsche Angaben und zeugen von horrender Unkenntnis, wenn nicht gar von Böswilligkeit, schreibt die Organisation.
Die VVN sei eine überparteiliche und weltanschaulich neutrale Organisation. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten ehemals Verfolgte und Widerstandskämpfer/innen aus allen Nachkriegs-Parteien einschließlich CDU, sowie Persönlichkeiten wie Eugen Kogon, Martin Niemöller und der spätere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski. Zu einem Auseinanderdifferieren sei es erst im Verlauf des kalten Krieges gekommen, in dem es in den 50er Jahren auch einzelne Verbotsverfahren gab, die jedoch sämtlich eingestellt oder aufgehoben worden seien.
Mitglieder und Organisationen der VVN stünden an vorderster Stelle in den Auseinandersetzungen mit Neofaschismus, Antisemitismus und Rassismus, für Demokratie, Frieden und Freiheit. Eine Reihe von Mitgliedern der VVN seien wegen ihres demokratischen Engagements bereits ausgezeichnet worden, darunter die Ehrenvorsitzende der VVN, Esther Bejarano, mit dem Großen Bundesverdienstkreuz.
Was die angeblichen Zitate aus dem Bayerischen Verfassungsschutzbericht betreffe, so seien sie falsch wiedergegeben. Die VVN werde dort nicht als „linksextremistisch“, sondern als „linksextremistisch beeinflusst“ bezeichnet. Das werde damit begründet, dass sich in der Mitgliedschaft der VVN auch Kommunisten befinde. Das sei selbstverständlich, weil sie in der Nazizeit zu den am meisten politisch Verfolgten gehörte hätten. Im Übrigen sei Bayern neben Schleswig-Holstein von allen Bundesländern das Einzige, das die VVN in seinem Verfassungsschutzbericht solcherart überhaupt als „linksextremistisch beeinflusst“ aufführe.
Gerade wegen der Erfahrungen mit der völligen Beseitigung der Demokratie durch die Nazis forder die VVN in allen ihren Erklärungen und Aktivitäten zur Verteidigung der Demokratie auf. Dass die VVN die Demokratie ablehne, sei eine Lüge. Dahingehende Behauptungen seien nur mit hanebüchenen Verrenkungen herbeiführbar: Kapitalismus werde mit Demokratie gleichgesetzt und so Kapitalismusgegner zu Demokratiegegnern verfälscht. Von derartiger Qualität seien die Angriffe aus der Maintaler CDU gegen die VVN. "Schade, dass die Maintaler CDU hier derart aus der Gemeinsamkeit der demokratischen Parteien ausgeschert ist", heißt es in der Pressemitteilung abschließend.
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