Die Hessische Umweltministerin Priska Hinz hat aktuell verfügt, dass Glyphosat beziehungsweise das Herbizid Roundup nicht mehr in öffentlichen Grünflächen verwendet werden darf.
Die Hessische Umweltministerin Priska Hinz hat aktuell verfügt, dass Glyphosat beziehungsweise das Herbizid Roundup nicht mehr in öffentlichen Grünflächen verwendet werden darf.
„Die Stadt Maintal arbeitet sehr umweltbewusst, deshalb verwenden wir dieses umstrittene Mittel bereits seit über fünf Jahren nicht mehr. Unser Ziel ist es, in Sachen Ökologie eine Vorbildfunktion einzunehmen“, erklärt dazu Maintals Erster Stadtrat und Umweltdezernent Ralf Sachtleber. So sei beispielsweise auch in der Friedhofssatzung die Nutzung von Pflanzenschutzmitteln ausgeschlossen. „Zur Unkrautbekämpfung dürfen generell keine Mittel verwendet werden, die eine Grundwasserverunreinigung verursachen können“, so Sachtleber.
Wie die Beschäftigten des Fachdienstes Grünbereich im Eigenbetrieb Betriebshof das Unkraut auf den Maintaler Friedhöfen oder im öffentlichen Raum entfernen, erklärt Thomas Wienand, Gärtnermeister und Mitarbeiter im Fachdienst Grünbereich: „Wir kratzen je nach Bedarf und Örtlichkeit das Unkraut per Hand, mit einem so genannten Schuffel oder Fugenkratzer aus Fugen und Gehwegen. Dieser Arbeitsprozess muss etwa alle fünf bis sechs Wochen wiederholt werden, weil dann das Unkraut nachgewachsen ist. Diese Mehrarbeit nehmen wir aber aus Rücksicht auf die Umwelt in Kauf.“ Seit dem Jahr 2010 setze der Eigenbetrieb keine Glyphosat-haltigen Unkrautbekämpfungs- und Pflanzenschutzmittel mehr ein.
Müssen in Ausnahmefällen doch einmal Pflanzenschutzmittel genutzt werden, so wählt der Eigenbetrieb Mittel aus, die kein Glyphosat enthalten. Das Mittel Finalsan etwa hat den in der Natur vorkommenden Wirkstoff Pelargonsäure. „Wir verwenden solche Mittel allerdings auch nur noch sehr selten und müssen dafür auch eine Ausnahmegenehmigung beim Pflanzenschutzdienst Hessen beantragen“, so Gärtnermeister Thomas Wienand. Alle Personen, die für die Stadt Maintal Pflanzenschutzmittel ausbringen, sind im Besitz des Sachkundenachweis Pflanzenschutz und besuchen alle drei Jahre die vorgeschriebenen Weiterbildungsmaßnahmen nach dem Pflanzenschutzgesetz.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat vor kurzem als „wahrscheinlich krebserregend“ und „erbgutschädigend“ eingestuft. „Umso erschreckender ist es, dass Glyphosat noch immer das weltweit am häufigsten gespritzte Ackergift ist. Dies muss sich in Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen unbedingt flächendeckend ändern“, so Stadtrat Ralf Sachtleber. Dazu bietet sich aktuell eine große Chance: Das Pestizid Glyphosat ist nur noch bis Ende 2015 zugelassen. Bekommt es keine neue Zulassung, darf es auch nicht mehr gespritzt werden. Die Entscheidung darüber liegt bei der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA).
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de