In den letzten Jahren fielen in Maintal fast 1200 Wohnungen aus der Sozialbindung", erklärt die Wahl Alternative Maintal - Soziale Gerechtigkeit (WAM) in einer Pressemitteilung.
In den letzten Jahren fielen in Maintal fast 1200 Wohnungen aus der Sozialbindung", erklärt die Wahl Alternative Maintal - Soziale Gerechtigkeit (WAM) in einer Pressemitteilung.

Und weiter: "Dem steht gegenüber, dass seit der letzten Kommunalwahl 2011 keine einzige Sozialwohnung in unserer Stadt neu gebaut wurde. Für die betroffenen Mieter bedeutete das eine Mieterhöhung bis zu 20 Prozent alle drei Jahre. So haben sich manche Wohnungsmieten innerhalb weniger Jahre fast verdoppelt."
"Doch dem hätte man entgegensteuern können und müssen", betont Klaus Seibert, Spitzenkandidat der WAM und stadtbekannter Mieteraktivist. "So hatte die WAM schon vor Jahren einen Antrag eingebracht, der vorsah, dass 30 Prozent aller Wohnungsneubauten im sozialen Wohnungsbau errichtet werden müssen. Das Stadtparlament verabschiedete dann einstimmig diesen Antrag. Doch SPD, CDU, Grüne und FDP bestanden auf einer „kleinen“ Änderung. Sie wollten das nur für Geschosswohnungsbau gelten lassen. Und dort liegt nach Ansicht der WAM der Hund begraben. So plante man für alle neuen Baugebiete ausschließlich Einfamilien- und Reihenhäuser. Das Ergebnis war dann dementsprechend, dass in den letzten fünf Jahren die Anspruchsberechtigten für Sozialwohnungen auf der Strecke blieben. Deren Zahl gibt der Magistrat mit 220 an. Doch das ist nach Ansicht der WAM nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Denn die Stadt gibt nur die Zahl derer an, die sich auch bei ihr gemeldet haben. Aber aufgrund der beschriebenen Untätigkeit melden sich viele erst gar nicht mehr an. Sie haben kein Vertrauen mehr, in eine Politik, die ihre Belange unter Räder kommen lässt. Denn sieht man die Einkommensverhältnisse in der Stadt in Betracht, dürfte die Zahl der Berechtigten um mehr als das Zehnfache höher liegen", heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Die WAM fordert deshalb ein radikales Umdenken zu größerer sozialer Verantwortung in Maintal. "Diese Chance wurde immer wieder leichtfertig vertan. Zuletzt bei der Planung des Intubau-Geländes an der Eichenheege. Dort wo derzeit nur Wohnblocks und Hochhäuser vorhanden sind, hätte man die Chance beim Schopf packen können, um den sozialen Wohnungsbau einen neuen Schub zu geben. Aber SPD, CDU, Grüne und FDP entschieden sich für lediglich 19 Sozialwohnungen entlang der Bahnlinie und Straße. Quasi als Schallschutz für die abgeschirmten Reihenhäuser, die man dort nun baut. Da nützt auch der jetzige Grünenantrag wenig, die Quote der Sozialwohnungen dort auf 45 Prozent zu erhöhen. Denn auch das sollte nach der Intention der Grünen nur für den Geschosswohnungsbau gelten. Die WAM hatte dem entgegen gefordert, die 30 Prozentmarke auf alle Wohneinheiten dort auszuweiten. Dies sollte nach deren Ansicht auch für alle zukünftigen Wohnungsbauvorhaben in Maintal gelten", heißt es in der Pressemitteilung abschließend.
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