Stromheizungen sind meistens unwirtschaftlich

Maintal

Seit Beginn der Heizsaison erscheinen elektrische Nachtspeicher- und Infrarotheizungen wieder in der Werbung.

Evonik

Sie sollen künftig eine wichtige Rolle bei der Energiewende spielen, indem sie Strom aus erneuerbaren Energien wie etwa Windkraft in privaten Speicherheizungen „zwischenspeichern“ – so die Theorie. Zusätzlich zur guten Klimabilanz versprechen die Anbieter niedrige Heizkosten und hohen Komfort. „Die Idee an sich ist gut“, meint dazu Kai Thiemann, Klimaschutzmanager bei der Stadt Maintal. „Die Praxis sieht aber ganz anders aus“. Denn die Netzbetreiber können viele Anlagen nicht aus der Distanz regeln. „Deshalb ziehen die Geräte eben auch dann Strom, wenn er knapp und teuer ist – und nicht nur an den Tagen, an denen überschüssige Energie verfügbar wäre“. So bleiben Nachspeicherheizungen meist Strom- und Geldfresser.

Als kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zur Nachspeicherheizung wird die Infrarot-Flächenheizung beworben. Da sie mit einem etwas höheren Anteil Strahlungswärme heizt, reichen laut Herstellern niedrigere Raumtemperaturen für ein behagliches Wohnklima aus. Allerdings verbraucht die Infrarotheizung vor allem tagsüber Strom, derzeit zu durchschnittlich 25 Cent pro Kilowattstunde. „Im Vergleich dazu liegt Gas bei etwa 6 Cent pro Kilowattstunde, Heizöl und Holzpellets umgerechnet bei etwa 5 Cent pro Kilowattstunde. Diese hohen Betriebskosten werden auch durch die relativ niedrigen Anschaffungskosten der Geräte nicht wettgemacht“, so Kai Thiemann. Generell sind Elektroheizungen also nur in wenigen Einzelfällen sinnvoll. Allerdings ist der Umstieg auf ein anderes Heizsystem auch nicht ganz unkompliziert: Leitungen müssen verlegt und Heizkörper montiert werden.

Bevor über den Austausch der Heizung entschieden wird, sollten Verbraucher daher unbedingt eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen. Individuelle Fragen zu effizienten Heizsystemen bietet beispielsweise eine Energieberatung bei der Stadt Maintal. Kurzfristige Einzeltermine sind immer am zweiten Dienstag im Monat zwischen 14 und 19:30 Uhr im Rathaus Maintal-Hochstadt verfügbar und können telefonisch vereinbart werden bei Kai Thiemann unter der Nummer 06181 400 417 sowie per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Beratung dauert 45 Minuten und wird zum Teil über das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Bürgerinnen und Bürger zahlen nur 7,50 Euro, die bar und passend zum Gesprächstermin bereitgehalten werden sollten.

Ganz aktuell und passend zum Thema gibt es derzeit auch noch die Aktion „Heizcheck“ der Verbraucherzentrale Hessen in Kooperation mit der Stadt Maintal. Sie bietet eine noch ausführlichere Analyse der persönlichen Situation und kostet 30 Euro. Termine vergeben ebenfalls Jochen Pfeifer und Kai Thiemann. Auf der städtischen Homepage www.maintal.de können Interessierte unter dem Stichwort Klimaschutz und Energie außerdem weitere Beratungsangebote nachlesen.


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