Thema Gehwegparken: Alle Stadtteile betroffen

Maintal

Das Parken auf Geh- und Radwegen ist in Maintal wie in vielen anderen Städten zu einer Gewohnheit geworden, die viele Autofahrerinnen und Autofahrer nicht mehr hinterfragen.

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Die Stadtleitbild-Gruppe Radfahrer- und Fußgängerfreundliches Maintal (RuFF) beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung mit dem Thema. „Eine Intention der Gruppe ist es zu zeigen, das PKW- Nutzerinnen und Nutzer an zahlreichen Stellen im Stadtgebiet oft gedankenlos einen Teil der Gehwege zuparken, obwohl auf der Fahrbahn dadurch trotzdem kein Zweispurverkehr möglich wird. Fußgängerinnen und Fußgänger werden durch die Einschränkung der Gehwegbreite jedoch stark behindert – insbesondere natürlich ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Handicap“, so die RuFF-Mitglieder.

„Geh- und Fahrradwege sind grundsätzlich für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie in Ausnahmefällen für Fahrräder gedacht – zum Beispiel für Kinder unter acht Jahren oder auch mit dem Zusatzschild Radfahrer frei, das man etwa in Fußgängerzonen findet“, erläutert Uwe Möller, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung und Ansprechpartner der RuFF-Gruppe bei der Stadt Maintal. Wer das eigene Auto ganz oder teilweise auf den Wegen abstellt, blockiert damit Platz, den andere dringend benötigen. Die städtischen Außendienstmitarbeiter sind deshalb angehalten, das Gespräch mit den Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführern zu suchen, auf die Regelungen hinzuweisen und Verstöße auch entsprechend zu ahnden.

„Es geht uns dabei aber nicht darum, auf das Straßenverkehrsrecht zu pochen und möglichst viele ,Knöllchen‘ zu verteilen“, stellt Uwe Möller klar. Vielmehr wolle man die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer für das Thema sensibilisieren. „Die Parkbestimmungen sind in Maintal eindeutig geregelt. Nur dort, wo ein entsprechendes Zusatzschild dies anzeigt und ausdrücklich erlaubt, ist das teilweise Mitbenutzen des Gehwegs beim Abstellen von Fahrzeugen gestattet. Wir möchten erreichen, dass die Autofahrerinnen und Autofahrer sich in allen anderen Fällen Gedanken machen, ob der Gehweg denn nun wirklich zugeparkt werden muss, nur weil alle anderen das auch tun“.

Eine Einstellung, die auch die RuFFianer teilen: „Es kann aus unserer Sicht nicht nur darum gehen, Verstöße unmittelbar zu ahnden. Wir möchten vielmehr ein Bewusstsein dafür schaffen, dass motorisierte und nicht motorisierte Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gegenseitig aufeinander Rücksicht nehmen und sich sensibel verhalten“, sagen sie. In den beschlossenen „RuFF Richtlinien“ sei die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer das oberste Prinzip, betont RuFF-Sprecher Peter Hugo.

Besonders problematisch ist das „wilde“ Parken für Menschen mit Einschränkungen, Eltern mit Kinderwagen, Nutzerinnen und Nutzer von Rollatoren oder Rollstühlen sowie für Kinder mit Fahrrädern. „Wenn dann vielleicht noch eine Mülltonne auf dem Gehweg steht, eine Hecke nicht korrekt zurückgeschnitten ist oder sich an der betreffenden Stelle eine Straßenlaterne befindet, wird die Situation richtig heikel“. Wichtig sei auch, sich immer wieder klar zu machen: „Schon ein kurzfristiges Halten, um nur mal schnell beim Bäcker oder bei einem der Maintaler Geldinstitute vorbei zu schauen, kann bereits zu erheblichen Behinderungen von Fußgängern führen und ist verboten“, erklärt RuFF.

Sowohl aus Sicht der städtischen Außendienstmitarbeiter als auch aus der Beobachtung der RuFF-Mitglieder heraus sind in Maintal keine bestimmten Straßen oder Stadtteile betroffen. An manchen Stellen, wo gewissermaßen schon „traditionell“ teilweise auf dem Gehweg geparkt werde, gebe es allerdings eine Häufung. „Wir hoffen, dass wir mit Information und Aufklärung in den nächsten Wochen möglichst viele Autofahrerinnen und Autofahrer erreichen können“, so Uwe Möller. Sowohl die städtischen Außendienstmitarbeiter als auch die Mitglieder der RuFF-Gruppe werden dafür immer wieder auch das persönliche Gespräch suchen.

Foto: Wo unbedacht und verbotenerweise auf dem Gehweg geparkt wird, kann es schnell eng werden – wie hier in der Berliner Straße im Maintaler Stadtteil Dörnigheim. Foto: RuFF, Peter Hugo


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