"Spaziergang" der Nidderauer Grünen in Eichen

Eichen
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Bei strahlendem Sonnenschein fand der „Durchs Auenland“ Spaziergang der Nidderauer Grünen am 10.10.2020 im Stadtteil Eichen statt.

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"Schon der Beginn unter der gewaltigen Friedenseiche neben der Kirche zeigte den gut 40 Teilnehmern, dass dies eine besonders gelungene Veranstaltung werden würde. Beate Kanzler hatte ein hervorragendes Hygienekonzept entwickelt und Jürgen Jung hatte die Gesamtleitung und informierte an den einzelnen Stationen. Der vormalige Schulrektor Werner Brodt führte kurzweilig durch die Frühgeschichte Eichens und verblüffte mit der Herleitung des Ortsnamens (kommt nicht von den Bäumen) und einer krimimäßig spannenden Erzählung der Zerstörung Eichens im dreißigjährigen Krieg. An diesem Punkt konnte Otto Löber, Pfarrer im Ruhestand übernehmen und berichten, wie lange die Dorfgemeinschaft damals brauchte, um sich von den Verwüstungen zu erholen und erst nach drei Generationen die Kirche wieder errichtete. Dies leitete dann zur Betrachtung, wie schnell Deutschland, trotz Zweiteilung, nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde, und dass Nidderau jetzt auch seit zwei Generationen besteht. Vom Dorfplatz ging es an den Ortsrand zur „Säuspitz“. Außer der Herleitung des Namens konnte man einen Blick auf den noch erkennbaren „Scheunenring“ werfen, der als Stadtmauerersatz fungierte und anhand der „auf Stock“ gesetzten Hainbuchenhecke an der „Säuspitz“ erfahren, wie aus Büschen das undurchdringliche „Gebück“ als lebende Stadtmauer gebildet wurde. Der Blick auf den nahen Wald und die Bahnlinie war dann Anlass über die ehemalige Waldbewirtschaftung zu sprechen und auch einige interessante und sicher nicht bekannte Fakten über die Bahnstrecke zu erfahren, so die Aufgaben der „Waldfeger“ und die Möglichkeit an der Bahnhofsarchitektur entlang der Strecke festzustellen, ob man gerade im ehemaligen Großherzogtum Hessen mit seinen Jugendstilbahnhöfen oder im Königreich Preussen (vormals Kurfürstentum Hessen) mit den Heimatstilbahnhöfen unterwegs ist", heißt es in einer Pressemitteilung.

Und weiter: "Der nächste Halt an der Nidder gab Helmut Gockert die Gelegenheit über die Bedeutung der Auen für die Vogelwelt und die Wiederansiedlung der so charakteristischen Störche zu berichten. Die Renaturierung der Böschungsbereiche der Nidder war ebenso Thema wie die Vernetzung aller Fließgewässer und die Bedeutung des Artenschutzes, aber auch die Bedeutung lokaler Initiative und Vereinsarbeit. Am nächsten Halt beim Heim der Vogelschützer wurde die Bedeutung der Vereinsarbeit beim Vortrag von Gerd Klinkowitz, dem Vorsitzenden der Vogelschutzgruppe Eichen 1988 e.V. sehr deutlich. Die Teilnehmer der Führung kennen jetzt die Familienverhältnisse der Eicher Störche detailliert, und wissen auch dass es hier Kiebitze, Bekassinen und Besuch vom großen Brachvogel gibt! Solch Engagement vor Ort ist vorbildlich und unverzichtbar. Nur wenige Meter weiter, beim Bauplatz des neuen Feuerwehrgerätehauses war das moderne Dorfleben und die vielen anstehenden Veränderungen und Herausforderungen der Schwerpunkt. Ortsvorsteher Sam Pfeiffer konnte hier detailliertes Wissen über die Immobiliensituation zeigen. Weiter zum nächsten Halt beim alten Feuerwehrgerätehaus und einem Überblick über die geplanten neuen Nutzungen und zum Friedhof, nahe der B521 wo das „Generationen Thema“ noch einmal aufgegriffen wurde. Durch den rapiden Fortschritt der Technologie ist es uns möglich, unumkehrbare Veränderungen innerhalb kürzester Zeit vorzunehmen. Wir müssen daher gut überlegen, ob alles was machbar ist auch nötig und gut ist. Dies gilt im Kleinen vor Ort, wenn die Gefahr besteht, beim „Sprung“ über die B521 wertvolle Ackerflächen durch ein Neubaugebiet zu verlieren und im Großen beim weltweiten Klimawandel."

Abschließend teilen die Nidderauer Grünen mit: "Nächster Halt war dann die Nidderhalle, wo wieder ein sehr differenziertes Bild der Situation von den Vortragenden gezeichnet wurde. Der ganze Spannungsbogen der Kommunalpolitik wurde bei der Darstellung der hier geplanten Kitaerweiterung, möglichst mit einem Altenpflegezentrum aufgespannt. Otto Löber, mit dem Blick des Seelsorgers, zeigte die Chance in der Kombination von Altenpflegezentrum und Kita, die sonst oft getrennten Bereiche Kindheit und Alter für alle Beteiligten zusammen zu bringen. Es wurde aber auch auf die Befürchtung, Gegenwärtiges zu verlieren eingegangen. Und der Hinweis, die Nidderhalle für alle Eicher Bürger*innen nutzbar zu halten wurde aufgenommen. Schlusspunkt der Auenlandwanderung war dann die Hirtengasse. Hier konnte Werner Brodt noch einmal auf den Wandel der letzten Jahrzehnte vom rein landwirtschaftlich geprägten Dorf und auf sonst gerne übersehene Details im Fachwerk und bei den Toreinfahrten hinweisen, die noch einmal einen spannenden Blick in die Vergangenheit ermöglichten. Das Schlusswort von Otto Löber ging allerdings weit über Eichen hinaus und gilt so zumindest für ganz Nidderau. Die liebevolle Restaurierung der Ortsmitte und die Wiederbelebung der Ortskerne ist im Wesentlichen der Verdienst der zugezogenen Neubürger, die so den Charakter des Dorfes erhalten und eine Bereicherung des Dorfes sind. Der achtsame Umgang von Alt und Jung, alt Angestammtem und Neuem, Natur und Kultur, dies sind die Aufgaben, denen wir uns stellen wollen."

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