Es war ein wunderbarer Abend in der Eicher Hirtengasse am letzten Freitag in den Sommerferien.
Es war ein wunderbarer Abend in der Eicher Hirtengasse am letzten Freitag in den Sommerferien.
Wie es heißt, „das Beste kommt zum Schluss“. Erstmalig begrüßte der Vorstand der Concordia Eichen die vielen Gäste unter freiem Himmel, Zelte als Regenschutz waren bei den hohen Temperaturen, die bis spät in die Nacht anhielten, nicht nötig. Wieder hatte sich Polit-Prominenz eingefunden, um das Fassbier anzustechen und eine Runde Freibier auszugeben.
Die Concordia feierte dieses Jahr zum 30. Mal das Hirtengassenfest. So jedenfalls wurde das traditionelle Fest vor historischer Kulisse mit leckerem Essen, Cocktails und dem großen Fassbieranstich in der Presse beworben. Da stellt sich kecken Menschen die Frage, wann dann mit der Tradition des Hirtengassenfestes begonnen wurde? Es scheiden sich die Geister. Man darf ein bisschen Nachsicht mit dem Erinnerungsvermögen der vielen Vorstände, die in dieser langen Zeit kamen und gingen, üben. Seitdem die neuen Informationstechniken Anfang des Jahrtausends auch bei der Concordia Einzug gehalten haben, ist nachzuvollziehen, dass es außer in den beiden Coronajahren, jedes Jahr ein Hirtengassenfest gab. Was jedoch ereignete sich davor, als Protokolle noch mit der Maschine geschrieben wurden? Die rudimentär aufbewahrten Dokumente widersprechen sich.
Auch ChatGPT ist mit seiner künstlichen Intelligenz nur bedingt aussagefähig. Das Programm spuckt lediglich aus, womit Menschen es irgendwann und irgendwie gefüttert haben. Aber immerhin, die KI weiß, dass das Fest sich als ein fester Bestandteil des Nidderauer Veranstaltungskalenders etabliert hat. Es wird zwischen liebevoll geschmückten Fachwerkhäusern und weinumrankten Innenhöfen an einem Sommerabend zum stimmungsvollen Treffpunkt für Musik, und Geselligkeit mit Dorffest-Charme. Bereits 2018 zählte das Fest etwa 350 Gäste. Die Infrastruktur wird teils von lokalen Familien getragen: Strom und Wasser werden unentgeltlich zur Verfügung gestellt, z. B. von den Familien Schäfer, Jordan, Kessler, Wern und Raab.
Die entspannte Organisation ohne strikten Programmablauf ist Teil des Charmes: Ein gemütliches Sommerfest mit familiärer Atmosphäre, das gerade dadurch sehr beliebt ist. So richtig zufriedenstellend sind die Antworten des intelligenten Programms nicht. Rein rechnerisch müsste das erste Hirtengassenfest demnach zum ersten Mal 1994 gefeiert worden sein. Das ist aber falsch. Die fast 90-jährige Anwohnerin Elfriede Schäfer lüpft das Geheimnis. Sie muss es ja wissen, war sie doch von Anfang an dabei und blieb immer bis spät in die Nacht auf den Beinen. Meist war sie morgens die Erste, die mit Lappen und Putzeimer wieder Klarschiff machte. „Das Hirtengassenfest wird seit 1995 gefeiert. Das weiß ich hundertprozentig. Mein Schwiegervater, der „Kiefer-August“, war, solange ich denken kann, Sänger. Er ist 1994 gestorben. Ein Jahr darauf wurde das Fest zum ersten Mal gefeiert. Er hätte sich darüber sehr gefreut, wenn er das noch erlebt hätte“.
Ja, es war vom damaligen Vorstand unter Vorsitz von Norbert Laubach eine großartige Idee, ein Straßenfest zu etablieren, wie man es aus Großstädten kannte. Zusammenkommen, miteinander reden und feiern. Heute ist die Verfolgung dieser Ziele genauso bedeutsam wie damals. Vielleicht ist das ein Grund, warum Landrat Thorsten Stolz, Staatssekretär Christoph Degen, Erster Bürger der Stadt Nidderau, Jan Jakobi, Bürgermeister Andreas Bär (SPD) und Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) auch in diesem Jahr gerne wieder zum Fassbieranstich gekommen sind. Neben der Gaudi beim Anstich gibt es Gelegenheit, mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. 30 Jahre Hirtengassenfest war allemal ein Grund zu feiern.







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