Katerina Stelz: Landleben eine Nummer größer

Eichen

Kult-Schock-Rocker Frank Zappa spottete einst in seinem Song „Montana“, er werde auf einem Pygmäen-Pony umherreiten und Zahnseide züchten.

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Katerina Stelz erkundete den ländlichen Bundesstaat im Nordwesten der USA auf Skiern, Snowboard, Skateboard, auf dem Pferderücken und laufend im Cross-Country-Team ihrer Schule – und die junge Deutsche fand „die schönsten Orte, die ich je gesehen habe“. Die 16-Jährige aus Nidderau-Eichen verbrachte auf Vermittlung des Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe im Rahmen des Parlamentarischen Partnerschafts-Programms des Deutschen Bundestages (PPP) ein Jahr im 2000-Seelen-Ort Boulder in den Rocky Mountains.

„Boulder ist so groß wie Eichen, aber es gibt neun Kirchen und jede Menge Einkaufsmöglichkeiten – wegen der großen Entfernung zu den nächsten Städten“, berichtete Stelz dieser Tage in Raabes Hanauer Wahlkreisbüro von ihren Eindrücken. Als eine der jüngsten Teilnehmerinnen des PP-Programms erlebte sie die Schönheiten der Natur, ein außerordentliches Zusammengehörigkeitsgefühl an der kleinen Jefferson High School mit nur 200 Mitschülern und für eine junge Frau aus Deutschland ungewöhnliche Wohnverhältnisse: Am Ende lebte sie zu acht in einem kleinen Holzhaus, weil der Sohn der Gasteltern mitsamt Familie wieder eingezogen war. Auf dem Foto zum Abschlussball der High School präsentierte sie sich im feinen Kleid und mit Flinte – Montana ist schließlich der Bundesstaat des Jagens und Fischens. „Katerina ist kein Etepetetchen, sondern eine ganz unkomplizierte junge Frau und damit eine gute deutsche Botschafterin für das PP-Programm“, zeigte sich Raabe beeindruckt von der Lockerheit der 16-Jährigen.

Schneefall von September bis Mai, Schule von 8 bis 16 Uhr, an den Wochenenden ehrenamtliches Engagement mit ihrer sehr religiösen Gastfamilie für die Kirchengemeinde: Für eine Teenagerin ein nicht gerade berauschendes Programm. Doch Katerina Stelz genoss ihren einjährigen Aufenthalt. „Ich komme aus Eichen. Da kennt man das Landleben.“ Wegen der vielen ehrenamtlichen Projekte sei der Zusammenhalt an der Schule viel größer als hier. „Das hat mir sehr gut gefallen, dass man hier stolz auf seine Schule ist und sich gerade durch den Sport eine Identität entwickelt“, berichtete Stelz, die mit ihren Schulteams für Cross-Country-Lauf, Basketball und Tennis im gesamten Bundesstaat herumkam. Selbst das Falten der Kirchenblättchen und der Kaffeeservice vor und nach dem Gottesdienst mit ihren Gasteltern bereitete ihr Spaß und bescherte neue Erkenntnisse. „Ich bin nicht sehr religiös, aber das Wirken der Kirche wurde mir näher gebracht.“

„So intime Erfahrungen über Land und Leute kann man nur machen, wenn man dort einen langen Zeitraum verbringt. Das PP-Programm ist dafür eine optimale Plattform“, warb SPD-Politiker Raabe. Katerina Stelz muss sich nun wieder an das deutsche Schulleben gewöhnen. In zwei Jahren will sie das Abitur an der Albert-Einstein-Schule in Maintal-Bischofsheim ablegen – Leistungskurse Englisch und Politikwissenschaften. Im kommenden Sommer geht es zurück nach Boulder/Montana. Diesmal nur für einen Urlaub, aber gemeinsam mit ihrer Familie.

Foto: Landleben pur, eine atemberaubende Natur und ein außerordentliches Zusammengehörigkeitsgefühl erlebt: PPP-Teilnehmerin Katerina Stelz aus Eichen berichtete dem Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe von ihrem Leben in Montana.


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