Mitglieder des des Vereins für Heimatgeschichte Erbstadt trafen sich am Freitag, 26. Juli 2024, an der Kirche in Erbstadt, um mit privaten Fahrzeugen zu einem Ausflug nach Butzbach aufzubrechen.
Bei regnerischem Wetter fuhr man gemütlich die rund 35 km nach Butzbach. 7 Vereinsmitglieder waren guter Dinge und man beschloss bei einem gemeinsamen Kaffee am Markplatz von Butzbach den Regen etwas abzuwarten. Hier wurden wir von dem ehemaligen Leiter des Stadtarchivs und des Museums Butzbach Herrn Dr. Dieter Wolf begrüßt. Nach kurzer Vorstellung von Dr. Wolf wurde die Stadtgeschichte am Markplatz mit dem „Marktbrunnen“ dem „Alten Rathaus“, sowie das ehemalige Gasthaus „Zum goldene Löwen“, der „Alten Post“ und weitern Fachwerkhäusern eingehend erklärt. Im Anschluss ging es weiter über die Weiseler Straße in Richtung der historischen Teile der Stadtmauer mit Wehrgang und den so genannten „Schwibbogen Häusern“ in der Mauerstraße.
Nach kurzem Zwischenstopp am Hexenturm und Teilen der Stadtmauer in der Krachbaumgasse kam die Gruppe zum „Weidig-Haus“ das ehemalige Rektoratshaus für Lateinschule aus dem 18. Jahrhundert. Dr. Friedrich Weidig (1791-1837) Demokrat, Kämpfer und Märtyrer für bürgerliche Freiheit bewohnte das Gebäude von 1824-1826. Weidig hat besondere Bedeutung erlangte als Mitautor und Herausgeber der revolutionären Flugschrift „der Hessische Landbote“ (1834), die von Georg Büchner verfasst worden war.
Als nächste Station wurde die Markuskirche besichtigt und eingehend von Dr. Wolf erklärt, dass heutige Gotteshaus hat sich wohl aus einer Basilika vermutlich im 14. Jahrhunderts (Bau ab ca. 1321) zu einer gotischen Hallenkirche mit drei etwa gleich hohen und breiten Schiffen und Chöre um 1500 entwickelt. Landgraf Phillipp von Hessen-Butzbach erbaute die Fürstengruft (1622) und stiftete Orgel (1614) und die Kanzel (1617). Die Kirche birgt viele hervorragende Kulturdenkmäler.
Nach gut zwei Stunden kurzweilen Rundgang kehrte die Gruppe im italienischen Restaurant & Pizzeria Salerno zur Stärkung ein. Gut gestärkt ging es im Anschluss noch in Richtung Landgrafenschloss (ca. 1500) das Landgraf Phillipp von Hessen-Butzbach 1603 z.T. abgebrannte Schloss großzügig als Residenz wieder aufbaute; später landgräflicher Witwensitz. Seit 1818 bzw. 1824 zur Kaserne umgebaut und nach 1945 als Kaserne der US-Streitkräfte genutzt. 1991 von den Amerikanern geräumt, wurden 1998 die meisten Kasernengebäude wieder abgerissen. Seit Herbst 2002 zog die Stadtverwaltung in zwei modern ausgebauten Flügeln ein.
Nun ging es zum Abschluss noch in das benachbarte Museum und Stadtarchiv. Dr. Wolf als ehemaliger Leiter führte die Gruppe aus Erbstadt durch die einzelnen Etagen und Ausstellungen. Im Butzbacher Museum sind unter anderem folgende abwechslungsreiche Abteilungen untergebracht von der Römerzeit im Gewölbekeller mit zahlreichen Originalfunden, zeichnerische Rekonstruktionen zum militärischen und zivilen Leben in der Wetterau vor fast 2000 Jahren. Im Erdgeschoss geht es um die Stadtgeschichte Butzbachs von den Anfängen bis zum Zeitalter der Industrialisierung. Das 1.Obergeschoss mit archäologischen Objekten i.a. von der Butzbacher Altstadt um 1832. In der letzten Etage sind Hochzeitsgesellschaft, Kindbett im Mittelalter sowie verschieden Trachten z.T. in Originalzustand zu sehen.
Nach ca. 5 Stunden interessanter Führung verabschiedete sich die Gruppe von Herrn Dr. Wolf und vereinbarte, dass er einen Vortrag über das Leben in der südlichen Wetterau mit Bezug auch auf Erbstadt (eventuell noch in diesem Jahr) ausarbeitet und diesen im Pfaffenhof-Erbstadt hält.

Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de















