Sie garantieren eine zuverlässige Dichtheit selbst bei höchstem Druck, sind feuerfest und funktionieren sowohl bei 800 Grad Hitze als auch bei eisiger Kälte von minus 196 Grad perfekt.

Thorsten Stolz besucht regelmäßig Firmen im Main-Kinzig-Kreis, um sich ein detailliertes Bild von der Situation der heimischen Wirtschaft zu machen und sich mit den Geschäftsführern auszutauschen. „Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 12,4 Milliarden Euro steht unser Main-Kinzig-Kreis aktuell hinter Frankfurt und Wiesbaden auf Platz drei in Hessen. Diese Wirtschaftskraft möchte ich als Landrat gemeinsam mit allen Unternehmen und Akteuren der Wirtschaft erhalten und ausbauen“, sagte er zu Beginn der Betriebsbesichtigung. „Perrin“ gehört seit sechs Jahren zum japanischen Konzern KITZ, der das Unternehmen wegen seiner Kompetenz bei der Herstellung spezieller Kugelhähne, die unter extremen Bedingungen zum Einsatz kommen, gekauft hat. „Für uns ist es ein Glücksfall, dass wir nicht an einen typischen Finanzinvestor geraten sind, sondern an einen strategischen Partner und weiterhin sehr eigenständig agieren können“, berichtete Mirlinda Muja vom Einstieg des japanischen Großkonzerns, der weltweit mehr als 4.000 Mitarbeiter beschäftigt und an der Börse notiert ist. „Perrin“ selbst zählt aktuell 158 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon arbeiten ungefähr 100 am Standort Nidderau und 58 am Standort Prenzlau.
„Wir sind froh, dass wir im europäischen Markt sehr stark sind und sich hier auch keine Probleme abzeichnen“, blickte Mirlinda Muja positiv in die Zukunft. In den vergangenen Jahren galt es, den Rückgang des China-Geschäftes zu kompensieren, was „Perrin“ ohne Stellenabbau, sondern in Kurzarbeit gelang. „Da sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, verwies die Geschäftsführerin auf Mitbewerber, die gezwungen gewesen seien, bis zu einem Drittel ihrer Mitarbeiter zu entlassen. „Unsere große Chance im Markt sind und bleiben unsere speziell hergestellten Kugelhähne“, betonte sie vor diesem Hintergrund. Aktuell liege der Jahresumsatz bei rund 20 Millionen Euro. Alleine rund acht Millionen Euro davon setzt „Perrin“ in Deutschland um. Einsatz finden die Kugelhähne aus dem Main-Kinzig-Kreis übrigens in den unterschiedlichsten Branchen, etwa in der Chemie und Petrochemie, in Raffinerien, in der Eisen-, Stahl- und Aluminiumindustrie, in Kraftwerken, in Kohlevergasungsanlagen und anderen Anlagen des Feststofftransports. Neben diesen traditionellen Anwendungen ist man auch bestrebt, mit den hochwertigen Produkten in neue Anwendungen wie zum Beispiel die erneuerbaren Energien einzusteigen. Aktuell arbeitet „Perrin“ hier an der europäischen Markteinführung von Hochdruckkugelhähnen für Wasserstofftankstellen.
Ein Problem, mit dem das Nidderauer Unternehmen derzeit kämpft, ist der Fachkräftemangel. „Das ist ein großes Thema bei uns“, sagte Mirlinda Muja, zu deren Mitarbeitern Ingenieure, CNC-Fräser und CNC-Dreher gehören – darunter auch fünf Auszubildende. Thorsten Stolz kündigte an, er feile an konkreten Maßnahmen, um dem auch im demographischen Wandel begründeten Fachkräftemangel zu begegnen: „Das Thema Fachkräftewerbung gehört für mich definitiv zur Bestandspflege der heimischen Unternehmen“, betonte der Landratskandidat. Deshalb solle künftig ein Schwerpunkt der Kreisentwicklung auf intensivem Werben für den Wohnstandort Main-Kinzig liegen: „Nur durch Zuzug und das Halten von jungen Menschen in der Region ist es möglich, dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken“.
Von hoher Bedeutung für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Main-Kinzig-Kreises ist für Thorsten Stolz auch der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Das beweisen die aktuellen Pendlerzahlen: Jeden Tag sind rund 100.000 Menschen als Pendler im Main-Kinzig-Kreis unterwegs, davon 60.000 als Auspendler und 40.000 als Einpendler. „Das Thema Verkehrsanbindung steht für mich deshalb ganz oben auf der Agenda“, betonte der Landratskandidat und nannte beispielhaft den viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Hanau und Gelnhausen, der nach aktueller Planung 2022 beginnt, den Ausbau der A3, die dringend benötigte Nordmainische S-Bahn, deren Realisierung angesichts von rund 90.000 Pendlern nach Frankfurt von großer Bedeutung für den Main-Kinzig-Kreis sei, und den Ausbau der Niddertalbahn. „Wenn man an eine aktuelle Studie der IHK denkt, laut der bis 2030 rund 60.000 Menschen mehr in die Landkreise Main-Kinzig und Offenbach ziehen werden, wird noch deutlicher, warum wir uns vehement für den zügigen Beginn dieser bedeutenden Verkehrsprojekte einsetzen müssen“, sagte Thorsten Stolz.
Mit Blick auf die weitere Stärkung des Wirtschaftsstandortes Main-Kinzig kündigte der Landratskandidat an, dass er im Falle seiner Wahl zum Kreisoberhaupt die Wirtschaftsförderung zur Chefsache machen und eng mit der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern (IHK) sowie der heimischen Wirtschaft zusammenarbeiten wird. Dafür hat er bereits die Weichen gestellt. „Wir werden alle zwei Jahre eine gemeinsame Befragung von IHK und Kreis-Wirtschaftsförderung unter den zwischen Maintal und Sinntal ansässigen Unternehmen initiieren, um deren Expansionswünsche noch früher zu erfahren und entsprechend zielgerichtet die Weichen stellen zu können“, berichtete der Landratskandidat von einer Vereinbarung, die er mit IHK-Geschäftsführer Dr. Gunther Quidde getroffen hat. Ziel dieses neuen und wichtigen Schrittes sei es, im Rahmen einer nachhaltigen Wirtschaftsförderung diejenigen Unternehmen im Kreisgebiet zu halten, die in den nächsten Jahren expandieren wollen. „Dafür müssen wir so früh wie möglich von deren Expansionsplänen erfahren, um entsprechend planen zu können“, betonte Stolz. Das sei besonders auch deshalb wichtig, da in einzelnen Städten und Gemeinden des Kreises die Gewerbeflächen bereits knapp werden. „Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit, Expansionswünsche von Firmen im Kreisgebiet zeitnah mit den noch vorhandenen Gewerbeflächen in Verbindung zu bringen“, sagte der Landratskandidat abschließend.
Foto: Besuch beim Spezialhersteller von Kugelhähnen „Perrin“ in Nidderau-Heldenbergen (von links): Bürgermeister Gerhard Schultheiß, Stadtverordnetenvorsteher Gunther Reibert, Landratskandidat Thorsten Stolz, Mirlinda Muja, Mitglied der Geschäftsleitung, und Peter Wegjan, Verkaufsleiter Europa.
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de
















