Mit seinem Frühjahrskonzert beeindruckte das Ostheimer Streichensemble rund 80 verständigen Zuhörer in der Ostheimer Kirche.
Diesmal standen Werke auf dem Programm, die mühsam rekonstruiert werden mussten. Das Violinkonzert in d-moll von Johann Sebastian Bach ist im Original verschollen gewesen und erst im vergangenen Jahrhundert von Musikwissenschaftlern rekonstruiert worden. Der Solist Lukas Ohly fühlte sich zunächst in einem langsamen Adagio in die kühnen Dissonanzen des Leipziger Komponisten ein und erhielt dabei mit kräftigen Klängen des Ensembles einen ebenso kühnen Widerpart. In einem schnellen Allegro musste der Solist seine Virtuosität unter Beweis stellen. Die oft ungewohnt komponierten Griffe und Modulationen bewältigte er spielend leicht. Ein kleiner Wehrmutstropfen bestand darin, dass der dritte Satz des Violinkonzerts ausgespart wurde.
Mit der „Simple Symphony“ von Benjamin Britten präsentierte das Ensemble das zweite Werk, für das die entsprechenden Noten derzeit nicht aufzutreiben sind, es sei denn sie werden rekonstruiert. Die Ostheimer hatten sich dieser Mühe unterzogen – zum Vergnügen des Publikums. Das „Playful Pizzicato“ ließ einen ganzen Satz nur zupfend erklingen. Dabei sprangen die verspielten Motive verständig von Gruppe zu Gruppe hin und her. Auch in den übrigen Sätzen zeigte das Ensemble eine feine Abstimmung. Ein furioses Finale im vierten Satz beschloss das Werk.
Es ist eine kluge Zusammenstellung gewesen, die beiden zwar virtuosen, aber eher spröden Kompositionen einzurahmen von zwei gefälligen Werken: Ein Concerto Grosso von Arcangelo Corelli machte gleich zu Beginn Lust auf mehr. Mit einer Hommage an Gustav Holst erinnerte das Ensemble an einen weitgehend übersehenen und unterschätzten Komponisten. Seine Brook Green Suite beschloss das Konzert.
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