Ein Teller voller Gummibärchen ging den Kreis herum. Anschließend wurden die Teilnehmer gefragt, warum sie ausgerechnet dieses Gummibärchen genommen haben.
Darauf konnten manche gar nichts antworten, und andere meinten, dass ihnen eine bestimmte Farbe am besten schmecke.
Dieses Spiel eröffnete die Tagung „Universität und Kirche“, bei der Theologiestudierende aus Frankfurt mit Menschen der Hanauer Region zusammenkamen. Offenbar treffen wir viele Entscheidungen, ohne Gründe dafür zu haben. Oder anders: Die Gründe finden wir erst nachträglich, nachdem wir darauf angesprochen werden. Auch ethisches Verhalten scheint weithin ein unbewusster Vorgang zu sein. Trotzdem scheinen viele Menschen dabei intuitiv richtige Entscheidungen zu treffen. Die biblische Geschichte vom barmherzigen Samariter erzählt von einem solchen Menschen, der keine großen Überlegungen anstellt, sondern einfach hilft. Die Theologiestudierenden spielten dabei den Züricher Theologieprofessor Johannes Fischer, der genau diese These vertritt: Christliche Ethik orientiert sich intuitiv am Richtigen, ohne dafür lange Überlegungen anzustellen. Nicht alle Teilnehmer haben sich davon überzeugen lassen. Denn auch schlechte Entscheidungen treffen Menschen meistens unüberlegt. Aber man zweifelte dann doch, ob sich nicht doch gute Gründe finden lassen, warum wir Nächstenliebe üben sollen. Anscheinend muss man dafür schon vom christlichen Ethos ergriffen sein.
Das abwechslungsreiche Programm machte Intellektuellen und Bodenständigen gleichermaßen Spaß und Lust auf mehr. In einem halben Jahr wird es wieder eine Tagung geben, verspricht Pfarrer Lukas Ohly, der „Universität und Kirche“ leitet.
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