"Es wäre so wichtig, wenn es dazu ein Buch gäbe." So verabschiedete sich eine Teilnehmerin von der diesjährigen Tagung "Universität und Kirche" in der Ostheimer Kirche.
Eine Tag lang hatten sich Theologiestudierende der Universität Frankfurt mit theologisch interessierten Personen aus der Region getroffen. Pfarrer Lukas Ohly, der zugleich als Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Frankfurter Universität tätig ist, hatte diesmal unter dem Thema "Methodisch richtig von Gott reden" eingeladen. In seiner Eingangsbemerkung verwies er auf die Unsicherheit, die viele Christen hätten, für ihren Glauben gegenüber Andersdenkenden argumentativ zu werben. Die Methoden, die Ohly während der Tagung vorstellte, seien aber keine typisch christliche Redeformen: "Auch Atheisten können dieselben Methoden benutzen." Denn da es darauf ankomme, dass auch Nichtchristen die Argumente von Glaubenden nachvollziehen, müssten die Methoden auch die gleichen sein: "Es geht darum, so zu reden, dass andere mitdenken können, ohne schon mitglauben zu müssen."
Die rund 20 Teilnehmer, von denen der jüngste kurz vor dem Abitur steht und der älteste 86 Jahre alt ist, ließen sich auf eine Vielfalt von Denkschritten und spielerischen Angeboten ein. Sie differenzierten, thematisierten, wiesen Widersprüche auf und analysierten. Besonders motiviert waren sie, die Unterscheidung von notwendigen und hinreichenden Bedingungen zu üben. Dabei analysierten sie leidenschaftlich einen Text des produktivsten Theologen des 20. Jahrhunderts, Karl Barth. Am Ende der Tagung räumte Ohly selbstkritisch ein: "Nach einem Tag werden Sie die Methoden noch nicht beherrschen." Man müsse regelmäßig üben. Allerdings seien die Teilnehmer schon jetzt in der Lage zu erkennen, welche Methode benötigt werde, wenn man sich im Gespräch einfach nicht verstehe. Für die Teilnehmenden war dieses Statement kein Wehrmutstropfen: Die Studierenden wünschten sich häufigere Lehrveranstaltungen dieser Art. Und der älteste Teilnehmer bemerkte zum Schluss: "Wenn ich nächstes Jahr noch lebe, komme ich wieder."
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