Ziel: Produktion qualitativ hochwertigen Holzes

Nidderau

Ihre Saison hat gerade erst begonnen: Mit Motorsäge, Keilen und Hämmern arbeiten sich Mitarbeiter des Forstamtes Hanau-Wolfgang und beauftragte Unternehmen seit einigen Tagen durch den Nidderauer Stadtwald und den Bürgerwald.

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Große Harvestererntegeräte fällen, schälen und entasten Bäume. Rückezüge mit Kränen, Traktoren und sogar Pferde werden bis Ende März bis zu 6500 Festmeter Wertholz bewegt haben. Aus 4000 Tonnen Buche und Eiche entstehen Möbel, Bauholz, Fensterrahmen und Kaminholz. Die besten Stämme gehen einmal mehr gen Bordeaux. In den Eichenfässern werden einmal edelste Weine und Cognacs reifen.

Die fast 1000 Hektar Wald in der Gemarkung Nidderau bleiben dennoch ein Erholungsort für die Bürger, leisten dazu einen Beitrag zum Klimaschutz. Sie sind aber auch ein Nutzwald. Ein Wirtschaftsbetrieb, der seit zehn Jahren schwarze Zahlen schreibt und der Stadt per anno bei Einnahmen von rund 300.000 Euro einen fünfstelligen Überschuss beschert. Auch die Mitglieder des Vereins nutzungsberechtiger Bürger Windecken profitieren aufgrund historischer Verträge von den Erlösen aus dem Bürgerwald.

Schlammlöcher sind unvermeidlich

„Jetzt zu Beginn der Holzernte wollen wir als großer Waldbesitzer in die Offensive gehen und bei den Bürgern um Verständnis werben“, erklärte Bürgermeister Gerhard Schultheiß bei einem Presserundgang mit Stefan Brinkmann, stellvertretender Leiter des Forstamts Hanau-Wolfgang, und Revierförster Udo Kaufmann. Blockierte und verdreckte Wege, tiefe Schlammlöcher an den Rändern seien nicht zu vermeiden. Ein Seilschlepper mit Stamm bringt über zehn Tonnen auf die Waage, ein vollbeladener Rückezug deutlich mehr – und zu viel für den weichen Waldboden. Die Forstarbeiter lassen die Stämme zudem direkt auf Wege und Rückegassen stürzen, um Schäden an jungen Bäumen in der Umgebung zu reduzieren. Das Kronenholz bleibt bewusst liegen, dient als Rückzugsort für Vögel, Kleintiere und Insekten, versorgt den Boden beim Verrotten mit neuen Nährstoffen. „Die Leute sollten mehr Verständnis haben. Ein parkähnlicher Forst ist nur gut für das Auge. Das vermeintliche Chaos ist überlebenswichtig für die Bewohner des Waldes“, erklärte Forstamts-Vize Brinkmann. Für die Verjüngung des Baumbestandes sorgt die Natur. Birke, Buche, Eiche, Esche & Co. dürfen sich aussäen und in den ersten Jahren nach Belieben sprießen. Nur auf ganz wenigen Teilflächen hilft der Mensch durch gezielte Anpflanzungen nach.

„Das Ziel ist die Produktion qualitativ hochwertigen Holzes“, sagt Revierförster Kaufmann. 85 Prozent der gefällten Bäume sind Buchen, die nach 120 Jahren erntereif werden, der Rest weitestgehend Eichen. Andere Sorten spielen kaum eine Rolle. Die Fichte ist durch Windbruch und Käferbefall fast vollständig auf dem Rückzug. Die robusteren Douglasien sind die nun bevorzugten Nadelbäume. Im Forsteinrichtungswerk, einem 10-Jahres-Plan, legen Forstamt und Stadt Nidderau Hiebsätze und Vorräte fest. Der Mensch beschleunigt die Eigendynamik der Natur. „Ein Waldstück kann sich in kurzer Zeit gewaltig ändern, weil die Besucher sehen, wie ein Baum fällt, aber nicht wie er wächst“, so Stefan Brinkmann.

Ein Kubikmeter Zuwachs – pro Stunde

Das Problem, mit dem sich Waldbesitzer und Forstamt konfrontiert sehen: Neben ein Heerschar von Bürgern, die den Wald einfach als Erholungsort nutzen, gibt es immer mehr Interessensgruppen: Mountainbiker, Jogger, Jäger, Geo-Cacher und mehr. Jede Gruppe strebe für eigene Zwecke maximalen Nutzen an, so Fortsamts-Vize Brinkmann und macht unmissverständlich klar: „Priorität genießt angesichts des Klimawandels die Holzgewinnung.“ Ein Grundsatz ist dabei ehern und unantastbar: Nie wird mehr Holz gefällt als nachwächst. Ein Kubikmeter beträgt der Zuwachs an Holz im knapp 1000 Hektar großen Nidderauer Wald – pro Stunde, 8760 Kubikmeter im Jahr.

Foto: Wald ist gleichermaßen Erholungsraum und Wirtschaftsbetrieb: Der stellvertretende Forstamtsleiter Stefan Brinkmann, Revierförster Udo Kaufmann und Bürgermeister Gerhard Schultheiß (von links) werben um Verständnis für Beeinträchtigungen durch die Holzernte.


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