Kritik aus Nidderau: Kreis kassiert für Betreuung von Grundschulkindern

Nidderau

"Viele Jahre war klar geregelt: Die Schule ist Sache des Kreises, um die Kinderbetreuung kümmert sich die Kommune. Der so genannte. 'Pakt für den Ganztag', im Hessischen Schulgesetz unter §15 festgelegt, hat diese Jahrzehnte lang geltende Regel grundlegend verändert: Organisation, Finanzierung und Trägerschaft der Kinderbetreuung liegen in der Hand der Stadt Nidderau, nicht aber die Grundschulbetreuung", heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

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Für die Nachmittagsbetreuung von Kindern an den Grundschulen sei in den meisten Fällen mittlerweile alleine der Main-Kinzig-Kreis als Schulträger verantwortlich. Und mit dem Einstieg einer Schule in den „Pakt für den Ganztag“ gehe auch die Zuständigkeit der Betreuung an den Kreis über. Dies habe auch Konsequenzen für den sogenannten Geschwisterbonus.

"Diesen gewährte die Stadt Nidderau bislang, wenn ein Kind die Kita und ein Kind die Grundschule besucht. Die Geschwisterermäßigung gibt es natürlich weiterhin, wenn mehrere Kinder durch Einrichtungen der Stadt Nidderau betreut werden“, stellt Nidderaus Bürgermeister Andreas Bär (SPD) klar, „Durch den Pakt für den Ganztag regelt mittlerweile der Main-Kinzig-Kreis als Schulträger auch den Umfang und die damit verbundenen Kosten für die Nachmittagsbetreuung der meisten Grundschulkinder. Folglich ist der Kreis der richtige Ansprechpartner für alle Fragen zu diesem Thema."

Anlass dieses Hinweises der Verwaltung ist eine Petition von Eltern gegen die Abschaffung der Geschwisterermäßigungen für Betreuungsangebote an Grundschulen, die online mehr als 150 Bürgerinnen und Bürger unterzeichnet haben. „So sehr ich den Frust der Familien nachvollziehen kann, ist die Stadt Nidderau nicht der richtige Ansprechpartner, sondern der Main-Kinzig-Kreis. Selbstverständlich stehen wir auch weiterhin bereit, diese Änderung in der Zuständigkeit in einem persönlichen Gespräch zu erläutern“, so Bär.

Hauptgrund der aktuellen Situation sei die erst kürzlich erfolgte Einführung von Elternbeiträgen für die Nachmittagsbetreuung an Grundschulen durch den Kreis: "Die städtischen Gremien verließen sich bei der Streichung des Geschwisterbonus auf die im April 2022 vom Kreis festgelegten Richtlinien zur Durchführung des 'Paktes für den Nachmittag'. In diesen war von einer Kostenbeteiligung der Eltern nicht die Rede. Auf Basis dieser Richtlinie und aufgrund der geänderten Zuständigkeit entschieden Nidderaus politische Gremien, den Geschwisterbonus für Grundschulkinder zu streichen. Am 29. November 2024 änderte der Kreis plötzlich die Richtlinien: Für das Modul 1 (Betreuung von 7.30 bis 15 Uhr) wird ein den schulischen Betreuungsträgern vor Ort ein Elternbeitrag von 80 Euro pro Monat, für Modul 2 (bis 17 Uhr) sogar 160 Euro pro Monat empfohlen. Beispielsweise in Maintal und Niederdorfelden haben sich daher Elternbeiräte mit gesammelten Unterschriften an den zuständigen Kreisbeigeordneten und Schuldezernenten Jannik Marquart mit der Bitte um Entlastung gewendet.

„Wir müssen uns eingestehen, dass die Änderungen der Zuständigkeit der Grundschulkinderbetreuung und die nachträgliche Erhebung von Kostenbeiträgen durch den Main-Kinzig-Kreis von städtischer Seite nicht ausreichend kommuniziert wurden“, räumt Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) selbstkritisch ein. „Bildungsgerechtigkeit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind nicht nur gesetzliche Vorgaben durch den Bund, sondern auch weiterhin Credo unserer Arbeit im Fachbereich Soziales“, ergänzt der Sozialdezernent.

Die Stadt Nidderau zahle aus ihren Steuermitteln eine Schulumlage an den Main-Kinzig-Kreis. "Diese wurde von kürzlich 5,4 auf 6,1 Millionen Euro für das Jahr 2025 unter anderem mit dem Hinweis auf die Neustrukturierung des Betreuungsangebotes an den Grundschulen erhöht. In diesem Zusammenhang sei man von der aktuellen Entwicklung selbst überrascht. Wir zahlen etwa 700.000 Euro mehr pro Jahr an Kreis und die Eltern müssen trotzdem zusätzliche Beiträge für die Betreuung zahlen? Damit haben wir nicht gerechnet.“, so Vogel abschließend.

Dem „Pakt für den Ganztag“ seien inzwischen alle Nidderauer Grundschulen bis auf die Grundschule Ostheim beigetreten.


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