Suche nach Alternativen zum Stadtbus

Nidderau

Sicher ist: Der Nidderauer Stadtbus wird zum Jahresende 2015 Geschichte sein.

CID

Die Stadt hat den Vertrag mit der Firma Stroh, deren Busse in einem Ringverkehr Windecken und Heldenbergen an die beiden Bahnhöfe anbinden, gekündigt. Der Grund: Nur morgens und zum Feierabend wird die Linie frequentiert. Dazwischen ist sie schwach ausgelastet. Im Volksmund ist vom „Geisterbus“ die Rede.

Sicher ist auch: Die Stadt wird die Bürger nicht im Regen stehen lassen, auch wenn es sich beim Stadtbus im Rahmen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) um ein freiwilliges Angebot handelt. 150.000 Euro im Jahr schießt Nidderau für den Betrieb zu. Und das Land Hessen drängt in Zeiten finanzieller Not die Kommunen, auf freiwillige Leistung zu verzichten. Die Frage lautet: Welche Form von Mobilität wird benötigt? „Die Linie verbindet jetzt nur zwei Stadtteile und ist damit kein echter Stadtbus. Wir müssen uns fragen, wie wir Ostheim, Eichen und Erbstadt einbinden können. Mit den großen Bussen funktioniert das nicht. Alternativen wären ein kleiner Bürgerbus oder Sammeltaxis“, erklären Nidderaus Bürgermeister Gerhard Schultheiß und  Erste Stadträtin Monika Sperzel. Stromtankstellen in der Neuen Mitte, die Bereitstellung von Elektroautos im Carsharing oder E-Bikes an den Bahnhöfen – Ideen gibt es viele, die jeweils limitiert sind von der Finanzsituation der Stadt.

Die Stadt will prüfen - in aller Ruhe und unter Mitwirkung engagierter Bürger ein neues Konzept entwickeln. Auf eine vorzeitige Kündigung der Stadtbuslinie wurde deshalb verzichtet. Der Arbeitskreis Nahverkehr, in dem Studenten, Senioren und Pendler mitwirken, hat sich bereits zweimal getroffen, um die aktuelle Situation genau zu dokumentieren. Wo steigen Pendler in den Stadtbus ein? Wo aus? „Die Leute sind sehr engagiert“, lobt Sperzel. In den kommenden Monaten steht die Konzeptarbeit an. Zuvor sollen die Bürger, beispielsweise über eine Befragung in der städtischen Bürgerpost, ihre Meinung kund tun.


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