Tote Frau in Nidderau: Freispruch für 29-Jährigen

Nidderau

Schnelles Ende eines langen Prozesses: Ein 29-Jähriger aus Altenstadt ist am Landgericht Hanau vom Vorwurf freigesprochen worden, seine Schwiegermutter in spe erschlagen zu haben. Grund für den letztlich nicht mehr überraschenden Freispruch war ein rechtsmedizinisches Gutachten, laut dem das Opfer möglicherweise durch Strangulieren zum Tode gekommen sein könnte.

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landgerichtDem 29-Jährigen war vorgeworfen worden, die Frau im Mai 2013 in einem Waldgebiet im Nidderauer Stadtteil Ostheim mit einem Ast erschlagen zu haben. Der Angeklagte war deshalb schon während des Prozesses aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Auch sein 21-jähriger Bruder, gegen den zwischenzeitlich wegen Verdachts des gemeinschaftlichen Verdeckungsmordes Haftbefehl erlassen worden war, ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Nach 18 Verhandlungstagen hieß es „im Zweifel für den Angeklagten“, weil letztlich nicht geklärt werden konnte, wie die Altenstädterin, die letztmals am 23. Mai 2013 in ihrer Heimatstadt gesehen und am nächsten Morgen tot am Waldrand gefunden wurde, ums Leben gekommen ist. Für das Gericht stand allerdings auch nach der Urteilsverkündung fest, dass die beiden Brüder sie am späteren Fundort abgelegt haben und der Täter aus dem Familienkreis kommt.

Staatsanwalt Mathias Pleuser forderte wie erwartet, den Angeklagten freizusprechen, machte in seinem Plädoyer allerdings ebenfalls deutlich, dass er weiterhin davon ausgeht, dass die Frau von einem Familienmitglied getötet wurde. Wahrscheinlich sei sie von ihrem Ehemann bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und dann von den Brüdern im Wald erschlagen worden, weil ihr Körper möglicherweise noch einmal reflexartig gezuckt habe. Laut Gutachten sei es allerdings auch möglich, dass ein Mensch nach dem Strangulieren noch reagiere und quasi in Etappen sterbe. Nur wann genau der Tod der 49-Jährigen eingetreten ist, ließe sich jetzt nicht mehr feststellen. Der 29-jährige Angeklagte, der die Tat von Beginn an abstritt, saß zehn Monate in Untersuchungshaft und erhält für diese Zeit eine finanzielle Entschädigung.


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