Tag des Friedhofs: „Raum für Erinnerung“

Nidderau

Der Tag des Friedhofs fand am Samstag, den 17. September 2016 unter dem Motto: „Raum für Erinnerung“ auf dem Friedhof in Nidderau - Heldenbergen statt.

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Um 14 Uhr eröffnete Herr Hans Theo Freywald in Vertretung für den Bürgermeister die Veranstaltung. Das Duo Eigenart begleitete die Begrüßungsrede mit drei Musikstücken auf ihren historischen Instrumenten. Ins Leben gerufen wurde der Tag des Friedhofs 2001 vom Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau e.V. gemeinsam mit den bundesweit tätigen Friedhofsgärtnern, Steinmetzen, Bestattern, Floristen, den Städten und Kommunen sowie Religionsgemeinschaften und Vereinen.

Das Ziel des diesjährigen Mottos war es, dass ältere Generationen und auch deren Kinder und Enkelkinder gemeinsam den Friedhof als schöne Begräbnis- und Erinnerungsstätte kennenlernen, wahrnehmen und besuchen. Leider haben sich an diesem Tag nur sehr wenig Heldenberger für diese Veranstaltung interessiert. Alle die, trotz des etwas durchwachsenen Wetters, vor Ort waren, äußerten sich hingegen sehr positiv und viele würden es begrüßen, wenn diese Veranstaltung in den kommenden Jahren in Nidderau weitergeführt würde.

Herr Helmut Brück (Geschichtsverein Heldenbergen) bot eine interessante Führung über den Friedhof an, mit spannenden Geschichten von einem ermordeten Pfarrer und informativen Hintergründen zu Ehrenbürger der Stadt Nidderau oder den verschiedenen Ehrendenkmäler. Am Strackbein-Denkmal wies er alle Besucher darauf hin, dass die Stadt Nidderau die Restaurierung dieses Mahnmals in Kürze in Angriff nehmen wird. Der Heldenberger Friedrich Strackbein starb damals gerade 23-jährig an seinen schweren Verletzungen im deutschen Krieg 1866. Seine Kameraden beschlossen, nachdem sie wieder in ihr Heimatdorf zurückgekehrt waren, ihrem Freund ein Ehrenmal zu errichten. Das Ehrenmal wurde aus Sandstein gefertigt und die Sockel kann man die Inschrift lesen: „Gewidmet von seinen Kameraden die mit ihm im Felde gestanden 1866“.

Herr Heinrich Quillmann hielt einen Vortrag zu den Geschichten der Kriegsgefallenen der Stadt. Für seine Präsentation in der Trauerhalle hatte er seine Recherchen auf drei großen Plakatwänden bereitgestellt. Er konnte belegen, wo viele Gefallenen aus Heldenbergen bestattet sind.  Dieser Vortrag regte eine Besucherin an, selbst aus ihrem Leben zu berichten. Sie erzählte von ihrer Deportation 1945 aus Ostpreußen nach Sibirien. Ausführlich kann man die Geschichte von Frau Hiltraut Niepel im Heft Nr. 13/2010 der Publikation Nidderauer Hefte nachlesen. Friedhöfe sind Orte der Begegnung, der Stille, der Erinnerung und des Abschiednehmens. Zum Thema „Raum für Erinnerung“ fanden einerseits Projekte statt, die sich mit Bestattung, Tod und Trauer befassten.

Andererseits wurden fröhliche Kinderaktionen (Malen und Pflanzen) durchgeführt. So durften die Kinder Grablichter und große Plakatwände bemalen. Der Maler „Rautie“, Michael Rautenberg, ein bekannter Comiczeichner aus Hanau, musste leider wegen eines Trauerfalls in der eigenen Familie kurz zuvor absagen.  Seine Bilder stellte er aber dennoch zur Verfügung. Sie wurden bunt bemalt und gingen dann in den Besitz des Vereines LaLeLu e.V. aus Bruchköbel über. Mitarbeiterinnen bestätigten, dass sie in ihren Räumlichkeiten einen schönen Platz dafür finden werden. Der Verein LaLeLu begleitet betroffene Familien in allen Lebensphasen, im Sterben und in der Trauer. Sie bieten Unterstützung an, in der oft monate- oder jahrelangen individuell angepassten Lebensbegleitung unheilbar erkrankter Kinder und ihrer Familien. Es wurde gemeinsam ein bunter Regenbogen gepflanzt und man konnte Nachrichten an Verstorbene per Luftballons, die sogenannte Himmelspost, verschicken.

Mit dem Steinmetz Möller konnte man ausprobieren wie schwer es ist einen Grabstein zu bearbeiten. Eine Fotoausstellung mit Werken von Melanie Maul waren zu bewundern. Außerdem wurde an diesem Nachmittag der Dokumentarfilm „Im Himmel, unter der Erde.“ Gezeigt. Ein Film von Britta Wauer, der 2011 nominiert war für den Publikumspreis bei den Filmfestspielen in Berlin.

Bestatter und Steinmetze sowie Mitarbeiter von LaLeLu e.V. boten umfassende Informationen zu den verschiedensten Themen an. Das Friedhofsamt gab Auskunft über alle Bestattungsarten auf dem Friedhof inklusive dem Bestattungswald. Vertreter des Seniorenbeirates standen an diesem Nachmittag ebenfalls zur Verfügung. Man konnte sich außerdem zum Thema Dauergrabpflege und Vorsorgeverträge der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen Thüringen GmbH informieren.

In diesem Jahr war für diese Veranstaltung der Friedhof in Heldenbergen ausgewählt. Die Veranstaltung soll aber in den nächsten Jahren immer in einem anderen Stadtteil stattfinden.


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